Als kleines Kind hatte ich ein Stehaufmännchen. Das ist eine runde Figur, die nicht auf Beinen steht, sondern auf einer schweren Halbkugel. Man kann sie anschubsen, wie man will, sie richtet sich immer wieder auf. Und das Lächeln auf dem Gesicht bleibt.
Aber das Lächeln ist ja nur aufgemalt.
Wie geht es mir als Stehaufmännchen?
Wie geht es Ihnen?
Jeden Tag geht es wieder weiter, jeden Tag ein neues Problem, neue Herausforderungen.
Beruhigend ist für mich zunächst, dass es ja tatsächlich immer wieder aufwärts gegangen ist. Dass Probleme kleiner werden, oder ganz verschwinden.
Wenn das Stehaufmännchen unten ist, spürt man die Kraft, die es wieder aufrichten möchte.
Hinter all dem Belastenden im Leben gibt es doch irgendwo das Gefühl, dass man sich vom Schweren nicht niederhalten lassen will. Man spürt die trotzige Gewissheit, dass da doch etwas sein muss, ein Sinn, ein Aufwärts, eine neue Möglichkeit.
Im Bibeltext am Sonntag heißt das Ziel „der Seelen Seligkeit“.
Das ist nichts, was wir machen könnten, aber sie wartet auf uns, die Seligkeit.
Das zu hören mag ein erster Trost sein.
Und die Aufforderung: Lass dich nicht unterkriegen! Das Leben ist jeden Tag neu.
Predigttext am Sonntag, 27. April 2025 , ist 1. Petrusbrief 1, 1-9.