Sonntagsgedanken 16-01-2022 Alles ganz anders

„Worte können das nicht beschreiben. Gedichte. Sie hätten einen Dichter schicken sollen. Wunderschön…so wunderschön“ jubelt in dem Film „Contact“ fast sprachlos die Wissenschaftlerin Ellie Arroway, als sie die ersehnte jenseitige Welt betritt. Oder bildet sie sich das nur ein? Überwältigend jedenfalls scheint die Erfahrung zu sein.

Und wir? Bilden wir uns unseren Glauben und unsere Hoffnung nur ein? Ich bin überzeugt: Nein! In manchen Erfahrungen ist mir schon deutlich geworden: Da ist mehr, als ich sehen und begreifen kann. So wichtig und unbestreitbar richtig naturwissenschaftliche Erkenntnisse sind, es gibt Wahrheit, die jenseits davon ist. Ethik und Moral gehören dazu, aber auch Hoffnung und Vertrauen und Liebe. Wissenschaftlich lässt sich das nur begrenzt erklären und herbei diskutieren lässt es sich, denke ich, gar nicht. Hoffen können und geliebt werden, ist mehr als ich begreifen kann.

Und am Ende? Wo all unsere Vorstellungen und Modelle scheitern? Wenn wir die letzte Grenze überwunden haben, wenn der letzte Schmerz vergangen ist? In manchen Momenten spüre ich den Glauben, dass ich dann erkennen werde: „Es ist alles ganz anders. Wunderschön… so wunderschön.“

Dass das stimmt, kann ich nicht beweisen. Aber dass ich damit besser leben kann, weiß ich.

Predigttext am Sonntag, 16. Januar 2022, ist 1.Korinther-Brief 2, 1-10.

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Sonntagsgedanken 09-01-2022 Das Leben ist ungerecht

Mit rechten Dingen soll es im Leben zugehen. Das dürfen wir zu Recht von unserem Staat verlangen und von anderen erwarten. Aber natürlich wissen wir nur allzu gut, wie ungerecht das Leben sein kann – in der Schule und im Beruf, bei Gehässigkeiten auf Facebook und Vorhaltungen in der Ehe, beim Blick auf Chancen und Erfolge anderer, ganz zu schweigen von dem schreienden Unrecht des Lebens, das manche gesund lässt und andere an Krankheit leiden. Recht und Gerechtigkeit ist dabei die Verheißung der Bibel, über die am Sonntag zu predigen ist.

Zunächst hilft vielleicht ein Zitat John F. Kennedys weiter: „Das Leben ist ungerecht. Aber vergiss nicht: Nicht immer zu deinen Ungunsten.“ Ich verstehe das so, dass es besser ist, für das Gute im Leben dankbar zu sein und die Möglichkeiten, die sich uns bieten, zu ergreifen. Daraus ergeben sich die Hoffnung auf mehr Gerechtigkeit und die Kraft, das uns Mögliche dafür zu tun.

Predigttext am Sonntag, 9. Januar 2022 ist Jesaja 42, 1-4.

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Predigt zum Jahreswechsel 2021-22

Eine offene Türe, durch die Kinder hereinstürmen, das ist doch wunderbar. Menschen, die freudig auf einen zukommen, eine Türe, durch die man gehen kann und willkommen ist. „Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen,“ sagt Jesus, und so heißt das biblische Motto für das neue Jahr. Das Jahr 2022 heißt uns willkommen – im Hause Gottes. Abgewiesen wird niemand in diesem neuen Jahr. Auch im neuen Jahr, muss man betonen, denn schon im alten standen die Türen offen. 

Türen zu anderen Menschen, die an uns gedacht haben, die für andere da waren, die Kranke versorgt haben. All die Pfleger und Ärztinnen, die sich abgemüht haben, all die Rettungskräfte, die die Türe zu den Krankenwägen geöffnet haben,  all die Erzieherinnen und Lehrer, die die Türen der Schulen offengehalten haben, die Pfleger in den Heimen, die Polizisten auf den Straßen. 

Ich denke auch an die offenen Türen in den Herzen derer, die um den Arbeitsplatz ihrer Beschäftigten gekämpft haben. Und an die, die da waren, damit wir Wasser und Strom haben, Lebensmittel und natürlich auch das Internet.

„Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen,“ sagt Jesus und soll es auch im neuen Jahr heißen, gerade auch für uns als Kirche. Das ist unser Markenkern. Man erkennt uns an der Nächstenliebe, die hilft, wo es nötig und möglich ist. Egal, wer er ist. Das war schon immer so. Niemand soll abgewiesen werden, auch wenn man es natürlich nicht allen recht machen kann, auch in der Kirche nicht.

Und auch wenn manchmal Undank der Welt Lohn ist. Unsere Gottesdienste sollen für alle offen sein. Ob geimpft oder getestet wird hier niemand gefragt. Das ist die Vorgabe der Landeskirche. Ist das richtig? Ich denke, wenn Jesus sagt, dass jeder kommen kann, heißt das nicht, dass jeder sich dann im Hause Gottes aufführen kann, wie er will. Rücksichtnahme und Nächstenliebe verlangt Jesus von uns. Nicht als Bedingung, um zur Kirche zu gehören, aber als das, was man tun soll, wenn man drin ist in der Kirche.Impfgegner muss man ertragen – und manchmal auch zurecht weisen. Aber die Türe weisen wollen wir ihnen nicht. Jesus weist niemanden ab. Und wenn er niemanden abweist, dann sollten wir das schon zweimal nicht tun. So schwer das auch manchmal fällt.

Unsere Kirche ist eben für alle da. Unser Nächstenliebe gilt allen. Auch den Dummen, die einem idiotische Parolen ins Ohr brüllen. So soll auch der Coronaleugner im Krankenhaus ein Beatmungsgerät bekommen, wenn er es braucht. Und wenn der Fußballprofi, der gegen das Impfen geredet hat, selbst krank wird und sein Geschwätz bereut, dann werden wir ihn nicht mehr abweisen, sondern sagen: Gut, das du es verstanden hast – und alles Alte ist vergessen.

Wenn Jesus vergibt, dann können wir auch vergeben. Denn wir sind ja selbst auf Vergebung angewiesen. Unsere Offenheit und Hilfe gilt eben auch denen, die im Leben auf sehr krummen Wegen gehen und die es einem schwer machen, ihnen zu helfen; die uns ablehnen, wenn wir doch nur helfen wollen. Gerade hier muss man barmherzig sein – und sich manchmal zwingen, offen zu bleiben, ohne sich für dumm verkaufeb zu lassen. Wer helfen will, muss auch einstecken können, das wissen wir. Der mürrische alte Mann braucht unsere Hilfe, und das aggressive Kind auch. Die Drogenabhängige, die immer lügt, und der Schläger, den man einsperren muss. Offen sollen wir sein, auch wenn uns jemand dumm oder krumm daher kommt, barmherzig zu den schrägen Vögeln und dunklen Gestalten.

Und warum? Weil Jesus es sagt und Gott selber so ist: „Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen“, heißt das Motto. Jesus würde uns ja auch nie abweisen. Denn wir selbst sind doch jeden Tag auch auf Vergebung und Verständnis angewiesen, auf Liebe und Gnade, auf Bewahrung und Hoffnung. Wir sind angewiesen darauf, dass wir gesund bleiben oder werden, dass Unheil uns verschont und unsere Liebsten, dass wir unser Auskommen haben und es das Leben gut mit uns meint. Wir selbst sind jeden Tag darauf angewiesen, dass die Türe zu Gott uns offen steht.

Jeden Tag sind wir darauf angewiesen, dass andere für uns offen sind, dass andere uns vergeben und uns ertragen. Da war man mürrisch zum Partner – hoffentlich verschließt er sein Herz nicht für uns. Da beantwortet man einen Fehler der Kassiererin mit einer spöttischen Bemerkung – seien wir dankbar, wenn sie es mit einem Lächeln wegsteckt und freundlich offen bleibt. Da merkt man beim eigenen Jahresrückblick, was man alles falsch gemacht hat gegenüber anderen oder überhaupt im Leben. 

Alles, was nicht geklappt hat und wo man doch verantwortlich dafür ist. Und was man nicht mehr ändern kann. Sind die Türen damit endgültig geschlossen?Die christliche Antwort heißt hier: Nein, die Tür zu Gott ist immer offen. Jederzeit. Gott vergibt uns, was andere nicht vergeben können, weil wir es uns selbst vergeben müssten, aber nicht können. Mir selbst fällt oft erst hinterher ein, was ich leichtfertig gesagt habe oder was ein Fehler war. Es tut mir leid, wo ich andere enttäuscht habe oder einfach zu schwach war. Und mit jeder Minute, die ich überlege, fällt mir mehr ein, was sich nicht mehr ändern lässt, wo sich die Türen geschlossen haben.

Also lassen wir doch das alte Jahr hinter uns! Und all das, wo wir Dummes gedacht und Unüberlegtes getan haben! Vertrauen wir es Gott und seiner Gnade an! Lassen wir unsere Irrtümer hinter uns und suchen bei Gott neue Orientierung! Treten wir durch die Türe ein, die Jesus ist. Auf seinen Weg der Wahrheit und des Lebens.Seien wir offen für unsere eigene Zukunft und machen wir uns frei von dem Alten!Corona hat das ja mehr oder weniger erzwungen. Das Alte galt im zurückliegenden Jahr nicht mehr viel. Die Planungen für ein Ende der Pandemie im Herbst lagen genauso daneben wie die vielfältigen Regelungen, der Covid-19-Epidemie Herr zu werden. Alte Überzeugungen wurden hinfällig. Wir mussten lernen, „auf Sicht zu fahren“ und sind dabei dem Straßenrand manchmal verdächtig nahe gekommen, nicht nur die Politiker, auch wir selbst.

Aber eigentlich ist das ja das christliche Leben per se: Auf Sicht zu fahren. Und dabei keine Furcht zu haben. „Was wollt ihr für den morgigen Tag sorgen?“ fragt Jesus. „Überlasst das Gott.“ Tretet ein!Tretet ein in das Reich der Hoffnung und der Liebe. Durch die Türe der Wahrheit in den Raum des Glaubens, wo ihr die sein könnt, die ihr seid: Verletzliche Wesen, die Liebe suchen. Herzensgute Menschen, die sich nicht verlieren möchten. Zweifelnde, die Hoffnung brauchen. Tatkräftige, die einander beistehen können.Alle bei dem einen versammelt, der die Liebe ist.Gottes Tür steht uns offen. Jeden Tag, auch im neuen Jahr.

Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes 2022.

(Hintergrundfoto im Video: iStock/monkeybusinessimages)

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Weihnachtspredigt 2021

Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes Weihnachtsfest 2022

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Sonntagsgedanken 19-12-2021 – Gnade zur Welt bringen

„Wie die Jungfrau zum Kind“, lautete die Antwort meines Lieblingslehrers auf die Frage, wie er dazu gekommen sei, Vertrauenslehrer zu werden. Erst später habe ich den tiefen Sinn dieser oft als flapsig daherkommenden Antwort verstanden. Manche Aufgaben kommen einfach auf einen zu und man muss sie machen. Und ein häufige Erfahrung dabei ist: Man macht sie auch gut!

Maria wird es wohl so ergangen sein. So wenig wir tatsächlich über dieses Mädchen aus Nazareth wissen – sie dürfte kaum älter als 15 Jahre gewesen sein –  so eindrucksvoll ist die Geschichte, die von ihr erzählt wird. Doch jung, weiblich und aus der Provinz, was soll da schon Wichtiges herkommen?

Vielleicht liegt in diesem Vorbehalt der Grund, warum die einfachen Menschen Maria so verehrten. Sie trauten keinem einflussreichen Mann, der eine Religion einführt wie Karl der Große in Sachsen, sie wollten keine oft selbstgefälligen Philosophen, die sich von den Machthabern aushalten ließen wie Seneca. Und zu arm war ihnen eine Religion, in der nur Männer das Sagen haben.

Dabei geht es bei dem, was geschieht, um die größte Geschichte aller Zeiten, wie es einmal etwas pathetisch genannt wurde. Es geht um die Geschichte, wie Gott Mensch wurde, wie das Ewige zeitlich wird, wie der Sinn in die sinnlose Welt kommt, wie die Erlösung sich der Not und dem Leiden entgegenstellt.

Am Anfang dieser Geschichte von der Rettung der Menschen durch Gott steht diese junge Frau aus Nazareth. Als erste erfährt sie, wer ihr Sohn sein wird: Der Sohn Gottes, der wahre Mensch. Der Mensch, wie er sein soll, ist ihr Kind.

Mutter dieses wahren Menschen sein und ihn erziehen? Ein seltsamer Gedanke, der – außer vielleicht in dem Skandalbild von Max Ernst „Die Jungfrau züchtigt das Jesuskind vor drei Zeugen – sonst kaum angesprochen wird. Maria hat Jesus zur Welt gebracht. Aber hat sie ihn auch erzogen und wenn ja, wie? Nur mit Liebe – oder auch mit Hausarrest? Oder musste man Jesus gar nicht erziehen? Die Gedanken befremden, weil sie in der Theologie kaum bedacht wurden und in ihrer Konkretion vermutlich als zu weltlich gelten.

Dabei steht doch gerade Maria für die Weltlichkeit Gottes. Gott offenbart sich in einem Menschen, der von ihr geboren, umsorgt und erzogen wurde. Später hatte er großen Ärger mit seiner Familie, seinen Geschwistern und auch seiner Mutter, die ihm bescheinigten, den Verstand verloren zu haben (Markus 3,21).

Doch jetzt ist noch alles offen. Maria ist von Gott erwählt, aber sie muss erst lernen, dieser Erwählung auch zu vertrauen. Offenbarung braucht einen Menschen, der bereit ist, sich gegen alle Vernunft darauf einzulassen: „Siehe, ich bin des Herrn Magd. Mir geschehe, wie du gesagt hast.“

Das ist das Beispielhafte an Maria, dass sie bereit ist, sich auf das Wort Gottes einzulassen und diesem Wort zu vertrauen. Ihre Antwort an Gabriel, den Boten Gottes, ist alles andere als die typisch demütige Haltung, in welche über Jahrhunderte hinweg vor allem Frauen durch den Glauben gedrängt worden sind. Es ist vielmehr eine mutige Antwort, denn sie ist voller Risiken. „Ja“ zu ihrem eigenen Sohn zu sagen, ist ihr nicht immer leicht gefallen. Dennoch hat sie den Weg bejaht, auf den sie sich gerufen wusste.

So wird Maria auch für uns evangelische Christen zu einem Beispiel des Glaubens. Glauben heißt, dem Wort Gottes zuzutrauen, dass es Neues bewirkt. Darauf zu trauen, dass Gott unser Leben halten und leiten will.

Zu glauben, dass vor dem Ewigen nicht Ansehen und Leistung zählt, sondern allein das Vertrauen in Gottes Wort – auch wenn wir es nicht immer verstehen.

Zu hoffen, dass Gottes Erlösung Wirklichkeit wird – auch in unserer Welt mit ihren Nöten und ihrem Elend.

Zu lieben – einfach deshalb, weil es immer richtig ist.

Gnade haben auch wir bei Gott gefunden. Maria hat sie zur Welt gebracht.

Predigttext am 4. Advent, 19. Dezember 2021, ist Lukas-Evangelium 1, 26-38.

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Sonntagsgedanken 12-12-2021 – Egal, was andere denken….

Was andere von einem denken, kann einem egal sein, wichtig ist, dass man vor Gott und seinem eigenen Gewissen bestehen kann, meint der Bibeltext für die Predigt am kommenden Sonntag. Und dann steht da ein weiterer toller Gedanke: Man soll auch mit sich selbst nicht zu hart ins Gericht gehen.

Und als Drittes: Keinesfalls soll man über sich und andere vor dem Ende richten, denn erst dann kommt ans Licht, was heute noch verborgen ist. Und das muss ja nichts Schlechtes sein. Manchmal entdeckt man die guten Seiten eines Menschen erst nach langem Suchen.

Am dritten Advent erwartet man vielleicht andere Gedanken, aber was der Apostel Paulus schreibt, ist guter Stoff zum Nachdenken.

Predigttext am Sonntag, 12. Dezember 2021, ist 1.Korintherbrief 4, 1-5.

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Sonntagsgedanken 05-12-2021 – Hört das denn nie auf?

Zuweilen erwischt einen das Leben hart, gnadenlos könnte man sagen, wenn Schlimmes noch schlimmer wird; wenn man fragt „Hört das denn nie auf?“, weil man am Ende der Kräfte ist; wenn das Leben enger und dunkler wird und keine Anzeichen für Besserung sichtbar ist.

Und wir anderen, denen es besser geht und die wir dennoch hilflos das Leid anderer mit anschauen müssen? Wie geht es uns? Hilfreiche Gespräche und gute Gedanken sind wichtig, kommen aber bald an ein Ende. Hinter der Sprachlosigkeit bleibt dann nur noch die Hoffnung.

„Ach dass Du den Himmel zerrissest und führest herab…“ – die altertümlich-bildhafte Sprache der Bibel, des Textes für die Predigt am 2. Advent, finde ich dann gar nicht mehr so befremdlich. Sie weist über unsere Wünsche und Vorstellungen hinaus. „Kein Ohr hat gehört, kein Auge hat gesehen einen Gott außer dir, der so wohltut denen, die auf ihn harren.“ Auch im Leid hilft es, nach vorne zu schauen, zum Kind der Krippe, zu Gott, dem Grund des Seins, der letzten Hoffnung, die wir haben.

Predigttext am 2. Adventssonntag, 5. Dezember 2021, ist Jesaja 63, 15-19b und 64, 1-3

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Sonntagsgedanken 28-11-2021 – Advent: Gibt’s gerechte Herrscher?

Eines Tages wird ein gerechter Herrscher kommen und „wohl regieren mit Recht und Gerechtigkeit“ heißt die biblische Ansage zum 1. Advent.

Wir haben da wohl alle eher einen realistischen Blick auf die Politik. Recht und Freiheit stehen weltweit nicht mehr so hoch im Kurs, wie es sein sollte. Mancherorts versuchen die Männer und Frauen in der Politik ihr Bestes, in anderen Ländern dienen sie nur ihren eigenen Machtinteressen.

Aber auch der im Buch Jeremia verheißene Herrscher ist nicht gekommen. Noch jahrhundertelang hat Israel sich durchgewurstelt und war mit sich selbst und seinen Herrschern unzufrieden.

Die Hoffnung auf den gerechten Herrscher war allerdings inspirierend, wurde auf Christus gerichtet und gibt Menschen in aller Welt bis heute Hoffnung.

Hoffnung  – nicht auf ein politisches Paradies, sondern auf Menschen, die in ihrem Glauben den Anlass sehen, für Freiheit und Gerechtigkeit einzutreten. 

Und solche Menschen gibt es mehr als genügend in unserem Land. Gott sei Dank!

Predigttext am 1.Adventssonntag ist Jeremia 23, 5-8.

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Sonntagsgedanken 21-11-2021 – Vergeblichkeit

Finster wird es im November am Ende der Kirchenjahres. Nicht nur draußen, sondern das kann auch im Inneren passieren, wenn sich das Gefühl einstellt: Es war alles umsonst! Alle Liebe vergeblich, alle Mühe folgenlos. Nichts ist gut!

Doch das Leben ist in Wirklichkeit nicht von seiner Vergeblichkeit bedroht, sondern von seiner Unvorhersehbarkeit, die Angst machen kann. An jedem neuen Tag lauert eben nicht nur Gefahr, sondern kann auch das Gute kommen, kann einem die Liebe neu über den Weg laufen, kann unser Tun Früchte zeigen, wo wir keinen Erfolg vermutet haben. Das zu hoffen, ist weise. Warum also daran zweifeln?

Predigttext am Ewigkeitssonntag ist Jesaja 65, 17-25

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Sonntagsgedanken 14-11-2021 – Vergänglichkeit

Alles hat ein Ende, nichts bleibt. Ein melancholischer Gedanke aus der Bibel, der ganz gut zu dem Empfinden vieler Menschen passt – nicht nur im November. Vergänglichkeit stellt unser ganzes Leben in Frage.

Oder ermöglicht Vergänglichkeit unserem Leben nicht erst Sinn? So kann man das ja auch sehen. Zum Glück ist nichts ewig – kein Fehler, keine Beeinträchtigung. Nichts, was sich falsch anfühlt, muss so bleiben.

Und dann kann man Vergänglichkeit ja auch als Ansporn verstehen, endlich in der Gegenwart zu leben. Unsere Tage sind begrenzt. Hier und heute gilt es das Richtige zu tun.

Predigttext am Sonntag, 21. November 2021, ist 2. Korinther 5, 1-10.

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