Die berühmteste Heilbronnerin ist wohl das Käthchen von Heilbronn. Leider hat die Figur aus dem Theaterstück nichts mit meiner Heimatstadt zu tun, und die Stadt selber kann mit ihr nicht viel anfangen. Einmal hat jemand sogar die Statue von ihr umgefahren.
In Berlin war das einmal anders. Da hat mich das Käthchen umgehauen. Vor 20 Jahren muss das gewesen sein, im Deutschen Theater. Ich saß irgendwo hinten und gegen Ende, als Käthchen auf der Bühne ins Feuer gegangen ist und man denken muss, jetzt stirbt sie aus Liebe, da steht neben mir plötzlich ein junger Mann auf und beginnt zu singen, einen Choral, zusammen mit einem Dutzend anderer Chorsänger, die sich bisher im Publikum verborgen gehalten hatten.
„Denn er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen.“
Inbrünstig singt der Chor alle Zweifel weg, hat ein Kritiker geschrieben.
Wer wollte da noch an der Rettung Käthchens zweifeln? Die Liebe ist stark wie der Tod.
Auferstehung kann man manchmal spüren, wenn einem Musik tief durchs Innere geht. Wenn es im Nebel plötzlich helle wird. Wenn uns das Lächeln unserer Liebsten aus dem Trüben reisst.
Und für einen kurzen Moment sind alle Zweifel verschwunden.
Lassen wir uns das zu Ostern gesagt sein: „Gott hat seinen Engeln befohlen, dass sie uns behüten.“ Alle Tage, bis über das Ende hinaus.
Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes Osterfest