Ich bewundere mutige Menschen: die Polizisten, die auf Gewalttäter zugehen, die amerikanischen Soldaten, die im April 1945 Heilbronn von der Nazi-Pest befreit haben, die Frauen, die den übergriffigen Machos Einhalt gebieten.
Vermutlich kommt meine Bewunderung daher, dass ich mir nicht sonderlich mutig vorkomme, sondern oft eher ängstlich und schwächlich und klein.
Dabei steht der Kampf gegen die Angst ganz oben auf der Agenda Jesu: „Ich habe die Angst überwunden,“ sagt er, und meint damit nicht nur seine, sondern auch meine.
Von außen auf einen Balkon klettern um eine Katze zu retten, würde ich dennoch nicht tun. Aber mutiger leben, nicht immer ängstlich sein, sondern vom Tag Gutes erwarten und mir zutrauen, die Probleme, die kommen, zu meistern, das würde ich von mir erwarten.
Der Theologe Paul Tillich hat den Glauben als „Mut zum Sein“ verstanden. Wer glaubt, weiß, dass er leben darf, auch wenn er manchmal versagt; dass er, auch wenn er sich manchmal ganz klein fühlt, geliebt ist, von anderen, vom Leben und vor allem von Gott.
Predigttext am Sonntag, 12. Juli 2026, ist 1.Korinther 3, 9-17