Krieg und Frieden No 1 – Ängste

„Kommt jetzt ein Atomkrieg?“ wurde ich am Wochenende von einer entsetzen jungen Erwachsenen gefragt. Und ich spürte, dass auch meine Unsicherheit und Angst nicht viel kleiner war. 

„Kommt jetzt ein Atomkrieg?“ – Ich bin dann spazieren gegangen, bei Sonne an kleinen Teichen entlang. Die Welt könnte so schön sein, wenn es die Tyrannen nicht gäbe, die Menschenverächter, – wenn es das Böse nicht gäbe.

„Kommt jetzt ein Atomkrieg?“ – Politische Analysten und Militärs beruhigen mich und hoffentlich auch Sie. Momentan sei das nur die Drohung eines Massenmörders, dessen Plan einer schnellen Eroberung nicht aufgeht. Momentan – muss man sagen.

Und die Angst vergeht wohl doch nicht, dass der Krieg kommt, auch hierher.

Ängste entstehen meist, wenn wir die Kontrolle verlieren, weil alles schlagartig anders wird. Vor drei Jahren bekam ich eine Krebsdiagnose. Wer bekäme da keine Angst, und wer hat sie nicht weiterhin, auch nach der Heilung? Aber das sind Ängste, denen man sich stellen kann. Man kann zur Früherkennung gehen. Kann gesünder leben.

Aber was ist mit den Ängste, die aufkommen, wenn wir Menschen sehen, die in den U-Bahn-Schächten in Kiew Schutz suchen, Menschen wie wir, mit kleinen Kindern in den Armen, – und ihnen gegenüber einen Tyrannen, der sich offenbar jede Form des Menschseins abgewöhnt hat?

Jemand, der einfach nur böse ist.

„Kommt jetzt ein Atomkrieg?“ – Die Angst davor werden wir nicht mehr so schnell los, denke ich.

Deshalb möchte ich mich, gerade heute, fast zwingen, auf den Gedanken der Bibel zu hören: „In Ängsten – und siehe wir leben!“ 

Das gilt den gequälten Menschen aus der Ukraine, die die Grenze zur Europäischen Union erreicht haben. 

Das gilt den mutigen Männern und Frauen, die in der Ukraine ihre Heimat und ihr Leben verteidigen.

Das gilt all denen auch bei uns, die verschreckt sind, die nicht mehr weiterkommen, die wie gelähmt eine Wand vor sich sehen, die da morgen stehen mag.

Aber heute solle wir leben. „Sorge dich nicht um den morgigen Tag!“ hat Jesus gesagt. Sorge für das Heute. Nimm deine Kinder heute in Arm! Sei heute hilftsbereit zu deinen Mitmenschen! Wehre heute den Übeltätern und Dummschwätzern! Tue heute das Richtige und Gute.

Und vertraue heute Gott. Wie es der Prophet Jesaja geschrieben hat:

„Denn alle, die ihre Hoffnung auf den HERRN setzen, bekommen neue Kraft. Sie sind wie Adler, denen mächtige Schwingen wachsen. Sie gehen und werden nicht müde, sie laufen und sind nicht erschöpft.“

Und sie brauchen keine Angst zu haben.

Gott segne die, die jeden Tag für unsere Sicherheit sorgen, die Feuerwehren und die Rettungskräfte, die Polizisten und die Soldaten.

Gott segne unser Land und die freie Welt.

Und Gott behüte die tapferen Menschen in der Ukraine.

Über mtreiber

Matthias Treiber ist Pfarrer und Journalist. Matthias Treiber is a minister in the Lutheran Church of Wuerttemberg and journalist.
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