„An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.“ hat Jesus gesagt.
Und was erkennen wir?
Politikerinnen, die zu den Armen predigen und sich in Luxuskarossen herumchauvieren lassen. Geistliche, die Demut fordern und Macht missbrauchen. Funktionäre, die Werte beschwören und Lobby-Interessen vertreten.
Das Muster ist so alt wie die Menschheit – und Jesus kannte es. Er warnte nicht vor den offensichtlich Bösen. Er warnte vor denen, die im Schafspelz kommen. Die die richtigen Worte kennen. Die überzeugend klingen. Die sich auf das Richtige berufen – und es nicht leben.
Das Problem dabei ist nicht die Unmoral. Sondern: Heuchelei im großen Stil zerstört Vertrauen – in Institutionen, in Kirchen, in Menschen. Aber Jesus gibt uns ein Werkzeug: Hinschauen. Nicht naiv folgen, weil jemand gut redet. Sondern fragen: Was hinterlässt dieser Mensch wirklich? Fordert er nur – oder tut er auch etwas.
Und dann die unbequeme Gegenfrage: Stimmen bei mir Anspruch und Wirklichkeit überein – dort, wo es niemand sieht?
Predigttext am Sonntag, 21. Juni 2026 ist Micha 7, 18-20