Gesegnete Weihnacht 2023!

Dass das Leben manchmal im Dunkeln ist, braucht uns keiner zu sagen, so wenig wie den Hirten, die da eines Nachts bei ihren Herden saßen, als sie plötzlich einen Engelsgesang hörten, der die Welt veränderte: „Ehre sei Gott in der Höhe, und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.“ Gott lässt uns also nicht im Dunkeln sitzen, in Angst und Einsamkeit und mit all unserem Scheitern.

Es ist gut mit dir und deinem Leben, sagen die Engel. Es wird gut mit euch und mit eurer Welt. Die Erde wird nicht vergehen, solange Gott seine schützende Hand über uns hält. Unser Leben ist nicht verloren. Es ist zuweilen bedroht, uns fällt uns zuweilen schwer. Aber Gott kommt zu uns, ist mit uns, geht mit uns.

Und dann sagen uns die Engel auch: Öffne die Augen! Blicke aus deinem Herzen heraus! Sieh all das Gute, das dir widerfährt. Sieh all das Sinnvolle, das du tun kannst. Sieh all die Liebe, die wirklich ist. Sieh all die Liebe, die tätig ist. Sieh all die Liebe, die möglich ist.

Ich wünsche Ihnen eine fröhliche, selige, Gnaden bringende, und von Liebe erfüllte Weihnachtszeit. 

Ihr Matthias Treiber

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Heile, heile Segen – Sonntagsgedanken zum 3. Advent 2023

Den melancholischen Schunkel-Schlager „Heile, heile Segen“ bei „Mainz bleibt Mainz“ zu hören, fand ich zwar schon als Kind unerträglich, zugleich hatte sein Text aber auch etwas sehr beruhigendes: Schmerz vergeht, die Zeit heilt alle Wunden.

Oft genügt es allerdings nicht, einfach nur auf bessere Zeiten zu warten. Manches Elend im Leben wird durch Warten eher schlimmer, eine verkorkste Beziehung wird durch Warten ebenso wenig besser, wie eine Sackgasse, in die man sich manövriert hat, sich einfach auflöst. Wer Mist gebaut hat, sollte möglichst bald versuchen, das wieder in Ordnung zu bringen, und wer von anderen gehänselt wird, sollte sich dagegen wappnen und wo nötig, etwas ändern.

„Ist mit dir Erlösung schon da, oder sollen wir noch warten?“, ließ Johannes der Täufer Jesus fragen. Sie ist schon da, heißt die Antwort. Die Welt wird zwar auch in diesem Jahr am Weihnachtsmorgen keine andere sein, aber sie kann eine bessere sein, wenn wir die Weihnachtsbotschaft nur in unsere Herzen und es damit verändern lassen.

In einer Woche ist es so weit.

Predigttext am 3.Adventssonntag, 17. Dezember 2023, ist Matthäus 11, 2-10

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Fenster oder Türe – Sonntagsgedanken zum 2. Advent 2023

Fenster oder Türe? heißt es beim Blick auf den Adventskalender. Ganz klar: Für mich sind das dort Türchen. Ein morgendlicher Blick durch das Fenster in eine bessere Welt mag ja ganz schön sein, aber durch eine Türe kann man gehen. Advent öffnet uns die Türen zu einem besseren Leben, zu Hoffnung, zu Glaube, zu Liebe.

Manchmal fehlt uns nur der Mumm, tatsächlich hindurch zu treten durch die Adventstüre, und so das Schlechte hinter uns zu lassen und das Neue zu begehen.

Die Bildersprache des Advents ist einfach toll! Und in allem geht es darum, dass Weihnachten nicht nur „besinnlich“ wird, sondern fröhlich, weil es uns eine neue Welt eröffnen kann.

Predigttext am 2. Advent, 10. Dezember 2023, ist Offenbarung 3, 7-13.

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Büchse der Pandora – Sonntagsgedanken zum 1.Advent 2023

Ist Hoffnung eigentlich etwas Gutes oder etwas Schlechtes?

Für die Griechen steckte die Hoffnung in der „Büchse der Pandora“, wo alle Übel der Welt versammelt waren.

Für den Apostel Paulus dagegen gehört Hoffnung zusammen mit Glaube und Liebe zum Größten, was wir Menschen haben können.

Vielleicht stimmt beides: Hoffnung, die die Augen vor der Wirklichkeit schließt, ist gefährlich; 

Hoffnung aber, die weiß, was möglich ist, solche Hoffnung braucht man, um zu leben. 

Jeden Tag brauchen wir diese Hoffnung.

Jeden Tag, an dem uns Probleme und Sorgen das Leben schwer machen, an denen Angst und Krankheit uns bedrängt.

Jeden Tag brauchen wir Hoffnung und wir sollten sie uns nicht nehmen lassen.

Advent heißt Hoffnung zu haben, weil Gottes Licht die Welt erleuchtet hat.

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Persönliche Trauer – Gedanken zum Totensonntag

Der Totensonntag ist wohl der persönlichste aller Gedenktage. Denn hier erinnern wir uns als einzelne Menschen und Familien an einzelne andere Menschen, die verstorben sind. Oder wir nehmen Teil an der Trauer anderer. Keine große Zahl verschlingt das persönliche Schicksal. Der Einzelne zählt – sein Leben, sein Sterben, sein Verlust.

Und was noch zählt, ist unsere Trauer.

In der Kirche ist dies alles gut aufgehoben. Bei Gott, dem Ewigen, den wir nicht fassen können, und von dem wir nur wissen, dass wir unsere Hoffnung durch ihn haben.

Predigttext am Sonntag, 26. November 2023 ist 2.Petrus 3, 3-13.

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Gottverdammte Fundamentalisten – Sonntagsgedanken zum 19. November 2023

Es haben sich schon Menschen, man verzeihe den Ausdruck, gegenseitig den Schädel eingeschlagen wegen der Frage, wie man Gott erkennen kann. Die Geschichte der Religionen scheint in zwei Welten parallel gelaufen zu sein. Auf der einen Seite die Fundamentalisten und Besserwisser, die für den richtigen Glaubenssatz andere umzubringen bereit sind, und auf der anderen Seite die Geschichte der Kirchen als Orte, in denen die Nächstenliebe und abendländische Kultur erst zur heutigen Form – mit Krankenhäusern, Sozialstaat und Schule für alle – entwickelt wurde.

Wo begegnet man Gott? Oder anders gefragt: Wo zeigt sich der wahre Glaube? Die christliche Antwort im Bibeltext für nächsten Sonntag sagt eindeutig: Da, wo man anderen Menschen hilft und zugute ist.

Und alle anderen, alle, die sich der Liebe verweigern, – da ist der Text nicht minder eindeutig –All die gottverdammten Terroristen sollen in der Hölle schmoren! Man verzeihe auch diesen Ausdruck, aber das sagt Jesus nicht minder deutlich.

Bleiben Sie behütet!

Predigttext am Sonntag, 19. November 2023, ist Matthäus-Evangelium 25, 31-46

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Halb voll mit Hoffnung – Sonntagsgedanken zum 12. November 2023

Es haben sich schon Menschen, man verzeihe den Ausdruck, gegenseitig den Schädel eingeschlagen wegen der Frage, wie man Gott erkennen kann. Die Geschichte der Religionen scheint in zwei Welten parallel gelaufen zu sein. Auf der einen Seite die Fundamentalisten und Besserwisser, die für den richtigen Glaubenssatz andere umzubringen bereit sind, und auf der anderen Seite die Geschichte der Kirchen als Orte, in denen die Nächstenliebe und abendländische Kultur erst zur heutigen Form – mit Krankenhäusern, Sozialstaat und Schule für alle – entwickelt wurde.

Wo begegnet man Gott? Oder anders gefragt: Wo zeigt sich der wahre Glaube? Die christliche Antwort im Bibeltext für nächsten Sonntag sagt eindeutig: Da, wo man anderen Menschen hilft und zugute ist.

Und alle anderen, alle, die sich der Liebe verweigern, – da ist der Text nicht minder eindeutig –All die gottverdammten Terroristen sollen in der Hölle schmoren! Man verzeihe auch diesen Ausdruck, aber das sagt Jesus nicht minder deutlich.

Predigttext am Sonntag, 19. November 2023, ist Matthäus-Evangelium 25, 31-46

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Gut und böse, wenn das doch so einfach wäre – Sonntagsgedanken zum 5. November 2023

Wer von uns hat sich nicht schon einmal vor einer nötigen Entscheidung gedrückt, hat versucht, alles so laufen zu lassen wie bisher und gehofft, dass es sich von selbst löst? Manchmal funktioniert das auch, jedenfalls eine Zeit lang. Letztlich aber müssen wir uns dann doch entscheiden: Ja oder Nein? So oder anders? Schwarz oder weiß, irgendwann einmal muss man ja Farbe bekennen, weil man vor sich selber klar und wahr sein soll.

Aber die Welt ist nicht schwarz oder weiß, sondern tatsächlich bunt.  Und sich da vom Bösen fernzuhalten, wie es im Predigttext heißt, ist gar nicht so einfach. Weil sich gut und böse so oft vermischen. Aber ich glaube, wenn man wirklich etwas falsches tut, dann merkt man das schon. Das Gewissen ist da ein ganz guter Ratgeber, wenn es darum geht, sich vom Bösen fernzuhalten.

Predigttext am Sonntag ist 1.Joh. 2, 12-14.

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Mensch sein heißt frei sein – Sonntagsgedanken zur Reformation 2023

„Wir halten diese Wahrheiten für selbstverständlich, dass alle Menschen gleich erschaffen worden, dass sie von ihrem Schöpfer mit gewissen unveräußerlichen Rechten begabt worden, worunter sind Leben, Freiheit und das Streben nach Glückseligkeit.“

Diese Sätze von Thomas Jefferson aus der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung sind wahrscheinlich nach der Bibel die wichtigsten Worte, die je geschrieben wurden. Freiheit ist der Kern des Menschseins. Freiheit bekommen wir nicht von anderen, sondern wir sind mit unserer Freiheit von Gott geschaffen, und wenn man uns Freiheit vorenthält, müssen und dürfen wir sie uns einfach nehmen – ohne zu fragen.

Die Gefahr heute ist allerdings eher, dass wir gar nicht merken, wie bedroht die Freiheit ist: Von autoritären Staatschefs ebenso wie von der Gleichgültigkeit. Und von den rechten Hetzern und dem roten Mob natürlich sowieso.

Die Kirche stand politisch häufig nicht auf der richtigen Seite, das wird man zugeben müssen, – aber der christliche Glaube hatte stets Recht mit seiner Betonung der Nächstenliebe und der Erkenntnis, dass der Glaube vor allem anderen befreit. So steht es im Predigttext des kommenden Sonntags: „Christus hat uns befreit. Und in Christus gilt nur der Glaube, der sich in der Liebe zeigt.“

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Hartherzige Heuchler – Sonntagsgedanken zum 22. Oktober 2023

Einer der Dauerbrenner kirchlicher Moral ist das sogenannte Verbot der Ehescheidung, das Jesus ausgesprochen hat. Religionen haben daraus Gesetze gemacht und Menschen ins Unglück gestürzt. Denn Eheglück lässt sich nicht erzwingen, sondern erzeugt nur Heuchelei, wie sie ja gerade in den Kirchen und Religionen am meisten verbreitet ist, die am rigidesten die Moral hochhalten.

Eine paar kleine Worte Jesu werden dabei gerne übersehen. Mit seinem Verbot, die Frau einfach nach Lust und Laune per Brief wegschicken zu können, wendet er sich ausdrücklich gegen die Hartherzigkeit, die dahinter steht.

Paare teilen ein gemeinsames Schicksal, gemeinsames Leben, gemeinsame Kinder, gemeinsames Wachsen; das darf man nicht einfach beiseite schieben. Aber es kann auch einmal an ein Ende kommen. Dann gilt es, fair, ehrlich und so weit möglich weichherzig zu bleiben.

Es ist das große Verdienst der reformatorischen Kirchen, dass sie das Gewissen und die Liebe der einzelnen Menschen über die Paragraphen kirchlicher Moral gestellt haben. Das hätte Jesus auch getan.

Scheidungen verletzen und sind deswegen häufig schlimm, aber viel viel schlimmer sind die Heuchler, die von anderen fordern, was sie selbst nicht beachten.

Predigttext am Sonntag ist Markusevangelium 10, 2-16.

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