Büchse der Pandora – Sonntagsgedanken zum 1.Advent 2023

Ist Hoffnung eigentlich etwas Gutes oder etwas Schlechtes?

Für die Griechen steckte die Hoffnung in der „Büchse der Pandora“, wo alle Übel der Welt versammelt waren.

Für den Apostel Paulus dagegen gehört Hoffnung zusammen mit Glaube und Liebe zum Größten, was wir Menschen haben können.

Vielleicht stimmt beides: Hoffnung, die die Augen vor der Wirklichkeit schließt, ist gefährlich; 

Hoffnung aber, die weiß, was möglich ist, solche Hoffnung braucht man, um zu leben. 

Jeden Tag brauchen wir diese Hoffnung.

Jeden Tag, an dem uns Probleme und Sorgen das Leben schwer machen, an denen Angst und Krankheit uns bedrängt.

Jeden Tag brauchen wir Hoffnung und wir sollten sie uns nicht nehmen lassen.

Advent heißt Hoffnung zu haben, weil Gottes Licht die Welt erleuchtet hat.

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Persönliche Trauer – Gedanken zum Totensonntag

Der Totensonntag ist wohl der persönlichste aller Gedenktage. Denn hier erinnern wir uns als einzelne Menschen und Familien an einzelne andere Menschen, die verstorben sind. Oder wir nehmen Teil an der Trauer anderer. Keine große Zahl verschlingt das persönliche Schicksal. Der Einzelne zählt – sein Leben, sein Sterben, sein Verlust.

Und was noch zählt, ist unsere Trauer.

In der Kirche ist dies alles gut aufgehoben. Bei Gott, dem Ewigen, den wir nicht fassen können, und von dem wir nur wissen, dass wir unsere Hoffnung durch ihn haben.

Predigttext am Sonntag, 26. November 2023 ist 2.Petrus 3, 3-13.

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Gottverdammte Fundamentalisten – Sonntagsgedanken zum 19. November 2023

Es haben sich schon Menschen, man verzeihe den Ausdruck, gegenseitig den Schädel eingeschlagen wegen der Frage, wie man Gott erkennen kann. Die Geschichte der Religionen scheint in zwei Welten parallel gelaufen zu sein. Auf der einen Seite die Fundamentalisten und Besserwisser, die für den richtigen Glaubenssatz andere umzubringen bereit sind, und auf der anderen Seite die Geschichte der Kirchen als Orte, in denen die Nächstenliebe und abendländische Kultur erst zur heutigen Form – mit Krankenhäusern, Sozialstaat und Schule für alle – entwickelt wurde.

Wo begegnet man Gott? Oder anders gefragt: Wo zeigt sich der wahre Glaube? Die christliche Antwort im Bibeltext für nächsten Sonntag sagt eindeutig: Da, wo man anderen Menschen hilft und zugute ist.

Und alle anderen, alle, die sich der Liebe verweigern, – da ist der Text nicht minder eindeutig –All die gottverdammten Terroristen sollen in der Hölle schmoren! Man verzeihe auch diesen Ausdruck, aber das sagt Jesus nicht minder deutlich.

Bleiben Sie behütet!

Predigttext am Sonntag, 19. November 2023, ist Matthäus-Evangelium 25, 31-46

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Halb voll mit Hoffnung – Sonntagsgedanken zum 12. November 2023

Es haben sich schon Menschen, man verzeihe den Ausdruck, gegenseitig den Schädel eingeschlagen wegen der Frage, wie man Gott erkennen kann. Die Geschichte der Religionen scheint in zwei Welten parallel gelaufen zu sein. Auf der einen Seite die Fundamentalisten und Besserwisser, die für den richtigen Glaubenssatz andere umzubringen bereit sind, und auf der anderen Seite die Geschichte der Kirchen als Orte, in denen die Nächstenliebe und abendländische Kultur erst zur heutigen Form – mit Krankenhäusern, Sozialstaat und Schule für alle – entwickelt wurde.

Wo begegnet man Gott? Oder anders gefragt: Wo zeigt sich der wahre Glaube? Die christliche Antwort im Bibeltext für nächsten Sonntag sagt eindeutig: Da, wo man anderen Menschen hilft und zugute ist.

Und alle anderen, alle, die sich der Liebe verweigern, – da ist der Text nicht minder eindeutig –All die gottverdammten Terroristen sollen in der Hölle schmoren! Man verzeihe auch diesen Ausdruck, aber das sagt Jesus nicht minder deutlich.

Predigttext am Sonntag, 19. November 2023, ist Matthäus-Evangelium 25, 31-46

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Gut und böse, wenn das doch so einfach wäre – Sonntagsgedanken zum 5. November 2023

Wer von uns hat sich nicht schon einmal vor einer nötigen Entscheidung gedrückt, hat versucht, alles so laufen zu lassen wie bisher und gehofft, dass es sich von selbst löst? Manchmal funktioniert das auch, jedenfalls eine Zeit lang. Letztlich aber müssen wir uns dann doch entscheiden: Ja oder Nein? So oder anders? Schwarz oder weiß, irgendwann einmal muss man ja Farbe bekennen, weil man vor sich selber klar und wahr sein soll.

Aber die Welt ist nicht schwarz oder weiß, sondern tatsächlich bunt.  Und sich da vom Bösen fernzuhalten, wie es im Predigttext heißt, ist gar nicht so einfach. Weil sich gut und böse so oft vermischen. Aber ich glaube, wenn man wirklich etwas falsches tut, dann merkt man das schon. Das Gewissen ist da ein ganz guter Ratgeber, wenn es darum geht, sich vom Bösen fernzuhalten.

Predigttext am Sonntag ist 1.Joh. 2, 12-14.

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Mensch sein heißt frei sein – Sonntagsgedanken zur Reformation 2023

„Wir halten diese Wahrheiten für selbstverständlich, dass alle Menschen gleich erschaffen worden, dass sie von ihrem Schöpfer mit gewissen unveräußerlichen Rechten begabt worden, worunter sind Leben, Freiheit und das Streben nach Glückseligkeit.“

Diese Sätze von Thomas Jefferson aus der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung sind wahrscheinlich nach der Bibel die wichtigsten Worte, die je geschrieben wurden. Freiheit ist der Kern des Menschseins. Freiheit bekommen wir nicht von anderen, sondern wir sind mit unserer Freiheit von Gott geschaffen, und wenn man uns Freiheit vorenthält, müssen und dürfen wir sie uns einfach nehmen – ohne zu fragen.

Die Gefahr heute ist allerdings eher, dass wir gar nicht merken, wie bedroht die Freiheit ist: Von autoritären Staatschefs ebenso wie von der Gleichgültigkeit. Und von den rechten Hetzern und dem roten Mob natürlich sowieso.

Die Kirche stand politisch häufig nicht auf der richtigen Seite, das wird man zugeben müssen, – aber der christliche Glaube hatte stets Recht mit seiner Betonung der Nächstenliebe und der Erkenntnis, dass der Glaube vor allem anderen befreit. So steht es im Predigttext des kommenden Sonntags: „Christus hat uns befreit. Und in Christus gilt nur der Glaube, der sich in der Liebe zeigt.“

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Hartherzige Heuchler – Sonntagsgedanken zum 22. Oktober 2023

Einer der Dauerbrenner kirchlicher Moral ist das sogenannte Verbot der Ehescheidung, das Jesus ausgesprochen hat. Religionen haben daraus Gesetze gemacht und Menschen ins Unglück gestürzt. Denn Eheglück lässt sich nicht erzwingen, sondern erzeugt nur Heuchelei, wie sie ja gerade in den Kirchen und Religionen am meisten verbreitet ist, die am rigidesten die Moral hochhalten.

Eine paar kleine Worte Jesu werden dabei gerne übersehen. Mit seinem Verbot, die Frau einfach nach Lust und Laune per Brief wegschicken zu können, wendet er sich ausdrücklich gegen die Hartherzigkeit, die dahinter steht.

Paare teilen ein gemeinsames Schicksal, gemeinsames Leben, gemeinsame Kinder, gemeinsames Wachsen; das darf man nicht einfach beiseite schieben. Aber es kann auch einmal an ein Ende kommen. Dann gilt es, fair, ehrlich und so weit möglich weichherzig zu bleiben.

Es ist das große Verdienst der reformatorischen Kirchen, dass sie das Gewissen und die Liebe der einzelnen Menschen über die Paragraphen kirchlicher Moral gestellt haben. Das hätte Jesus auch getan.

Scheidungen verletzen und sind deswegen häufig schlimm, aber viel viel schlimmer sind die Heuchler, die von anderen fordern, was sie selbst nicht beachten.

Predigttext am Sonntag ist Markusevangelium 10, 2-16.

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Beten meint vertrauen – Sonntagsgedanken zum 15. Oktober 2023

Das kennen Sie vielleicht auch. Etwas läuft so schief, dass man eigentlich nur klagen kann. Manche beklagen sich dann über andere – aber das ist oft nicht der richtige Weg. Andere sollte man gegebenenfalls zur Rede stellen – aber vielleicht sind sie auch gar nicht dafür verantwortlich, dass es mir schlecht geht. Dann schüttet man sein Herz bei anderen aus, klagt dort über dieses und jenen…. Es ist schön, wenn man liebe Menschen hat, bei denen man sich beklagen kann.

Aber manchmal ist man auch verflucht allein mit dem, was einen bedrückt. Man hat schon darüber geredet. Die Freundin weiß bescheid. Das alles tut gut. Doch letztlich spürt man. Ich muss da doch auch alleine mit klar kommen. Andere können mich stützen, aber tragen muss ich meine Sorgen für mich. Und viel mehr Menschen, als man denkt, tun dann eines: Sie beten. Nicht unbedingt laut, nicht in wohlformulierter Sprache – aber mit dem Gefühl. Ich muss das jetzt sagen, ich muss es Gott sagen, oder jener Macht, die größer ist als ich. Oder ich weiß nicht warum, ich bete. „Ich bete, obwohl ich eigentlich gar nicht an Gott glaube.“ hat mir mal jemand gesagt.

Ich denke, Gott würde dazu sagen: „Das genügt schon mal. Hab Vertrauen!“

Der Predigttext am Sonntag ist Jakobus 5, 13-16

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Darf man lügen? – Sonntagsgedanken zum 8. Oktober 2023

Darf man lügen, um ein unschuldiges Menschenleben zu retten? Natürlich nicht! Man muss immer die Wahrheit sagen, forderte der hoch verehrte deutsche Philosoph Immanuel Kant, und meinte, er würde sogar einen unschuldig Verfolgten seinen Häschern ausliefern, wenn diese nach ihm fragen.

So ein Quatsch! Im Mittelpunkt von Geboten muss immer der Mensch stehen. Wir sollen etwas nicht aus Prinzip tun, sondern damit es anderen nützt. Und wer aus Liebe etwas tut, handelt nie verwerflich. So hat Martin Luther die einzelnen Gebote erklärt, über die am Sonntag in den Kirchen gepredigt wird.

Allerdings, dies muss angefügt werden, sind viel weniger Notlügen nötig, als man denkt. 

Predigttext am Sonntag sind die Zehn Gebote in 2. Mose 20, 1-17.

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Wie schnell man doch vergisst – Sonntagsgedanken zum 1. Oktober 2023

Wie schnell man doch vergisst! 

Bange hat man auf das Ergebnis beim Arzt gewartet, ängstlich an die Zukunft der Firma gedacht, sorgenvoll die Krise in der Partnerschaft erlitten. Und im Jahr darauf ist schon fast vergessen, dass Krankheit kuriert ist, der Arbeitsplatz gesichert und dass man wieder viele glückliche Momente in der Ehe erlebt.

Dass wir das Gute als selbstverständlich nehmen, ist zunächst oft weniger das Problem, als dass wir die Momente der Bedrohung so schnell vergessen. Das sind ja häufig die Situationen, in denen wir merken, dass wir leben und dass wir ein gutes Leben haben wollen und bereit sind, darum zu ringen. Das sind die Situationen, in denen wir etwas lernen können; vor allem den Unterschied zwischen dem, was im Leben wichtig ist, und was nur so dazugehört oder nicht. Streit um Nachbars Apfelbaum lohnt nicht, Ringen um ein erfülltes Leben schon.

Um zu erkennen, was im eigenen Leben wichtig ist, gehört wohl auch das Bewusstsein, dass man das Glück in seinem Leben letztlich nicht selbst geschaffen hat, sondern geschenkt bekommt, als Leben, als Liebe und als Erfahrung.

Das könnte dieses Jahr der Erntedank sein: Im Herzen Gott Danke zu sagen für das Gute in unserem Leben – und unseren Liebsten zu danken für alle Liebe.

Predigttext zu Erntedank in diesem Jahr ist Lukas 12, 13-21

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