Glaube ist Mut zum Sein – Sonntagsgedanken zum 26. Oktober 2025

Manchmal mache ich Dinge richtig, und weiß nicht wie.
Manchmal geht es mir gut, und es liegt nicht an mir.
Manchmal spüre ich daran tief im Innersten, dass ich glaube.

Glauben heißt nicht, etwas für wirklich zu halten, das nicht ist, sondern Glauben ist innere Kraft, die uns liebevoll sein lässt, ist Mut zum Sein, der uns Kraft gibt, und ist Gottvertrauen, das unser Leben zuweilen verändert.

Deshalb kann ich sagen: Ohne Glaube wäre mir das Leben ein Irrtum.

Predigttext am Sonntag, 26. Oktober 2025 ist Johannes-Evangelium 5, 1-16.

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Was nicht zur Tat wird, hat keinen Wert – Sonntagsgedanken zum 19. Oktober 2025

„Was nicht zur Tat wird, hat keinen Wert“, lautete das Motto von Gustav Werner. Und als er die Not elternloser Kinder sah, quittierte er – eher unfreiwillig – den Pfarrdienst und gündete eine Waisenhaus. (Später nahm er dort den in Heilbronn geborenen Wilhelm Maybach auf, der bei Werkstattleiter Gottlieb Daimler lernte…. Sie wissen vielleicht, wie die Geschichte weiterging.)

Tatsächlich halte ich von Leuten, die guten Absichten haben, denen aber die Konsequenzen egal sind, nicht viel. Heuchler und Moralisten können einem doch wirklich gestohlen bleiben. Wichtig ist, dass man sieht, was helfen würde, und tut, was notwendig ist. So wie Gustav Werner.

Predigttext am Sonntag, 19. Oktober 2025 ist Jakobus 2, 14-26.

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Gutes zählt, egal aus welchen Gründen wir es tun – Sonntagsgedanken zum 12. Oktober 2025

In Schubladen könnte man die Frau leicht stecken: Prostituierte, Hausbesitzerin, vielleicht sogar Kapitalistin – dazu Verräterin und sie hilft anderen nur, wenn ihr selbst auch geholfen wird. Aber sie hilft anderen, und darauf kommt es an.

Rahab heißt die Frau, im biblischen Buch Josua wird von ihr erzählt, und ich finde es erstaunlich, das dabei nichts beschönigt wird. Wichtig ist allein, was dabei rauskommt: Rettung.

Heute wird von nahezu jedem, der in der Öffentlichkeit wirkt, moralische Vollkommenheit gefordert. (Nur bei den eigenen Leuten drückt man natürlich ein Auge zu.) Dabei geht es doch nicht darum Gutes zu beabsichtigen, sondern Gutes zu tun. Die Konzentrations- und Umerziehungslager dieser Welt wurden von Idealisten erbaut. In der Geschichte von Rahab zählt nur die Praxis. Das finde ich gut und daran kann ich glauben.

Predigttext am Sonntag, 12. Oktober 2025, ist Josua 2, 1-21.

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Danke – Sonntagsgedanken zum 5. Oktober 2025

Wie schnell man doch vergisst! Bang hat man auf das Ergebnis beim Arzt gewartet, ängstlich an die Zukunft der Firma gedacht, sorgenvoll die Krise in der Partnerschaft erlitten. Und im Jahr darauf ist schon fast vergessen, dass Krankheit kuriert ist, der Arbeitsplatz gesichert und dass man wieder viele glückliche Momente in der Ehe erlebt.

Dass wir das Gute als selbstverständlich nehmen, ist zunächst oft weniger das Problem, als dass wir die Momente der Bedrohung so schnell vergessen. Das sind ja häufig die Situationen, in denen wir merken, dass wir leben und dass wir ein gutes Leben haben wollen und bereit sind, darum zu ringen. Das sind die Situationen, in denen wir etwas lernen können; vor allem den Unterschied zwischen dem, was im Leben wichtig ist, und was nur so dazugehört oder nicht. Streit um Nachbars Apfelbaum lohnt nicht, Ringen um ein erfülltes Leben schon.

Um zu erkennen, was im eigenen Leben wichtig ist, gehört wohl auch das Bewusstsein, dass man das Glück in seinem Leben letztlich nicht selbst geschaffen hat, sondern geschenkt bekommt, als Leben, als Liebe und als Erfahrung.

Das könnte dieses Jahr der Erntedank sein: Im Herzen Gott Danke zu sagen für das Gute in unserem Leben – und unseren Liebsten zu danken für alle Liebe.

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Always look on the bright side of life – Sonntagsgedanken zum 28. September 2025

Vor ein paar Jahren hat eine Australierin interessante Interviews geführt und Menschen, die in der Ruhestand gingen, gefragt, was sie am meisten in ihrem Leben bereuen. Erwartet wurden Antworten wie „Ich habe zu viel gearbeitet und mich zu wenig um meine Familie gekümmert“ oder „Ich habe viel zu sehr darauf geachtet, was andere von mir denken.“ Aber die Mehrheit der Befragten bereute etwas ganz anderes und sagte: „Ich habe mir in meinem Leben viel zu viele Sorgen gemacht.“

Diese Weisheit fehlt mir ehrlich gesagt noch. Ich mache mir dauernd Sorgen – über alles Mögliche. Und wenn konkrete Anlässe fehlen, genügt ein Blick in mögliche Krankheitsstatistiken und ich glaube, ein kommendes Zipperlein zu spüren. Lächerlich eigentlich, aber ich denke, ich bin da nicht allein.

Da wünsche ich mir, dass mein Glaube ruhig etwas fester sein könnte. „All eure Sorge werft auf Gott.“ heißt es in der Bibel. Richtig werfen! Loswerden mit Schmackes! Manchmal klappt es. Nicht immer, aber immer öfters. Also sollte ich mir als nächstes ums Sorgen-Loswerden auch keine Sorgen machen, sondern dem Ruf einfach folgen: „All Deine Sorgen wirf auf Gott!“ und „Always look on the bright side of life.“

Im Krankenhaus waren das ganz hilfreiche Sätze.

Predigttext am Sonntag, 28. September 2025 ist 1.Petrusbrief 5, 5b-11.

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Stairway to heaven – Sonntagsgedanken zum 21. September 2025

Die Stairway to Heaven bestimmt diesen Sonntag in den Predigten, die Himmelsleiter, die nächtens dem Jakob erscheint, der auf der Flucht vor seinem Bruder ist, den er betrogen hat.

Während der Song von Led Zeppelin allerdings in mystischer Unklarheit bleibt, führt der Traum des Jakob zu Klarheit: Gott ist mit uns, auch wenn wir Mist bauen.

Darauf zu vertrauen, lernt man, wenn man auf die Zeichen achtet, die Gott uns schickt. Manchmal sind das Träume, häufig Bibeltexte und in der Regel andere Menschen, die uns in Liebe begegnen.

Predigttext am Sonntag, 21. September 2025, ist 1.Mose 28, 10-19a

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Alle Menschen werden Brüder – Sonntagsgedanken zum 14. September 2025

Klassik-Musik gefällt nicht jedem, aber praktisch jeder kennt „Freude schöner Götterfunken“ von Beethoven zum Text von Friedrich Schillers Ode an die Freude. Zum 60. Geburtstag der Bundesrepublik Deutschland 2009 stand ich in einer großen Menge Menschen vor dem Brandenburger Tor, es wurde gelacht und gefeiert, tolle Stimmung, und als der Schlussteil der 9. Symphonie anfing, schwiegen alle ergriffen und manche sangen die bekanntesten Zeilen auch mit. Der Klang war zwar suboptimal, aber von der Bedeutung her war das Klassik at it’s best. Viele Menschen, die zusammen davon singen, dass alle Menschen Brüder werden und von dem Gedanken ergriffen sind, dass alle Menschen zusammengehören – was will man mehr!

Dieser Gedanken ist im Westen, genauer in der Aufklärung entwickelt worden: Wir Menschen sind alle gleich, weil wir alle Kinder eines Schöpfers sind. Thomas Jefferson und der Marquis de Lafayette haben daraus die Menschenrechte formuliert. Eine der wichtigsten Ursprünge der Menschenrechte stammt von Jesus Christus (auch wenn seine Kirche dies oft genug verraten hat und verrät), der Gedanke, dass alle Brüder und Schwestern sind, dass Blutsverwandtschaft dabei nichts zählt und wir deshalb gerade in aller Verschiedenheit zusammengehören und Kinder eines Schöpfers sind (die Aufklärer würden ergänzen: egal, wen wir für den Schöpfer halten.)

Ich mag den Gedanke übrigens lieber konkret in Kurzfassung: Ich bin Gottes Kind und jeder andere Mensch auch.

Predigttext am Sonntag, 14. September 2025, ist Markus-Evangelium 3, 31-35.

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Anders als man denkt – Sonntagsgedanken zum 7. September 2025

„Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.“ heißt eine vielzitierte Lebensweisheit, die gelegentlich Wilhelm Busch zugeschrieben wird. Religiös hat das schon der Mathematiker Blaise Pascal auf den Punkt gebracht: „Wenn du Gott zum Lachen bringen willst, erzähl ihm von deinen Plänen.“ Beides ist uns klar und dennoch denken wir immer wieder, wir könnten planen: Unser Leben und das unserer Kinder, den Ruhestand und unsere Gesundheit. Aber Prognosen haben eben das Grundproblem, dass niemand weiß, wie die Zukunft aussieht. 1962 meinte eine große Plattenfirma, dass die Beatles bald aus der Mode kommen. 1975 haben Wissenschaftler noch eine neue Eiszeit propagiert und die Fehlprognosen des Club of Rome sind Legion. Politisch sollten wir also lieber versuchen, die heutigen Probleme zu lösen, als uns die morgigen möglichst schrecklich auszumalen.

Privat gilt das natürlich genauso. Unser Erwartungen und oft auch Befürchtungen haben mit der Wirklichkeit oft wenig zu tun. Am besten ist es, heute offen zu sein für das, was geschieht und von uns verlangt ist. Um den morgigen Tag brauchen wir uns nicht zu kümmern, hat Jesus gesagt. Wenn es um die Zukunft geht, sollten wir keine Pläne machen, sonder besser Gott im wahrsten Sinn des Wortes „einen guten Mann“ sein lassen. Wie es dem Gelähmten aus der Bibel ergeht, der Petrus und Johannes um Geld anbettelt – und am Ende geheilt dasteht. Manchmal ist es doch gut, wenn es anders kommt, als man denkt.

Predigttext am Sonntag, 7. September 2025, ist Apostelgeschichte 3, 1-10.

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Lass Hoffnung nicht vergeblich sein – Sonntagsgedanken zum 31. August 2025

Eine Sache ist mir aufgefallen, als ich vor ein paar Jahren mit einer Krebserkrankung zu kämpfen hatte. Die Frage, die ich mir zuvor klischeehaft vorgestellt hatte: „Warum gerade ich? Und wie kann Gott das zulassen?“ hat sich mit nie gestellt. Krankheit ist nie und nimmer eine Strafe, sondern Teil des Lebens, ein Teil, den wir nicht wollen, und eines Lebens, das wir uns anders und besser vorstellen.

Die mit der Krankheit verbundenen Ängste lassen sich nicht dadurch überwinden, dass man sich als Opfer eines ungerechten Gottes sieht. Meinen Ängsten stand damals eine Hoffnung gegenüber, die mir eine innere Stimme immer ins Gedächtnis rief. Das Bibelwort aus Psalm 119 schwirrte mir, ohne dass ich es überlegt hatte, als Gebet durch den Kopf: „Gott, lass meine Hoffnung nicht zuschanden werden.“

Predigttext am Sonntag, 31. August 2025, ist das Buch Hiob, Kapitel 23.

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Eine echte Zwickmühle – Sonntagsgedanken zum 24. August 2025

Der Mann steckt in einer echten Zwickmühle: Seiner sterbenskranken Frau kann nur noch ein Medikament helfen, das aber seine Versicherung nicht bezahlt, er sich nicht leisten kann und leihen tut ihm auch niemand so viel Geld. Soll er das Medikament stehlen?

Dieses Gedankenexperiment von Lawrence Kohlberg ist als „Heinz-Dilemma“ in der Sozialpsychologie bekannt. Darf man stehlen, um Leben zu retten? Welches Gebot ist höher: Nicht stehlen oder nicht töten? Je mehr man drüber nachdenkt, desto mehr spürt man die Zwickmühle. Wenn zwei Gebote sich widersprechen, dann bleibt uns nur eines: Wir müssen nach unserem Gewissen entscheiden.

Aber hat unser Gewissen eine Richtung? Für Jesus war das ganz klar: „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst!“ Das ist das höchste Gebot – zusammen mit der Ehrfurcht vor Gott, und das heißt doch hier wohl: zusammen mit dem, was uns der Heilige Geist in unserem Gewissen sagt.

Was das jeweils konkret heißt, ist nicht leicht zu beantworten. Aber alles, was in Liebe geschieht, kann jedenfalls nicht ganz falsch sein.

Predigttext am Sonntag, 24. August 2025 ist Markus-Evangelium 12, 28-34.

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