Die Hartherzigkeit der Heuchler

Young couple sitting on the grass back to back

(Foto: iStock)

Einer der Dauerbrenner kirchlicher Moral ist das sogenannte Verbot der Ehescheidung, das Jesus ausgesprochen hat. Religionen haben daraus Gesetze gemacht und Menschen ins Unglück gestürzt. Denn Eheglück lässt sich nicht erzwingen, sondern erzeugt nur Heuchelei, wie sie ja gerade in den Kirchen und Religionen am meisten verbreitet ist, die am rigidesten die Moral hochhalten.

Eine paar kleine Worte Jesu werden dabei gerne übersehen. Mit seinem Verbot, die Frau einfach nach Lust und Laune per Brief wegschicken zu können, wendet er sich ausdrücklich gegen die Hartherzigkeit, die dahinter steht.

Paare teilen ein gemeinsames Schicksal, gemeinsames Leben, gemeinsame Kinder, gemeinsames Wachsen; das darf man nicht einfach beiseite schieben. Aber es kann auch einmal an ein Ende kommen. Dann gilt es, fair, ehrlich und so weit möglich weichherzig zu bleiben.

Es ist das große Verdienst der reformatorischen Kirchen, dass sie das Gewissen und die Liebe der einzelnen Menschen über die Paragraphen kirchlicher Moral gestellt haben. Das hätte Jesus auch getan.

Scheidungen verletzen und sind deswegen häufig schlimm, aber viel viel schlimmer sind die Heuchler, die von anderen fordern, was sie selbst nicht beachten.

Predigttext am Sonntag, 18.10.2015 ist Markusevangelium 10, 2-16.

Über mtreiber

Matthias Treiber ist Pfarrer und Journalist. Matthias Treiber is a minister in the Lutheran Church of Wuerttemberg and journalist.
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