Tears in Heaven

Hausner1

Fenster für die Kilianskirche von Xenia Hausner (Entwurf)

Es gibt Songs, die ich nicht vergessen kann, wie (There’ll be no more) tears in heaven, bei dem mir heute noch die Augen feucht werden, wenn ich ihn höre. Eric Clapton hat die Ballade für einen Film im Jahre 1992 geschrieben, aber eigentlich hat er darin die Trauer über den Tod seines vierjährigen Sohnes bearbeitet, der ein Jahr zuvor aus einem Hochhausfenster gefallen war. Unvorstellbar, damit leben zu müssen! Wie soll es danach weitergehen? Wie soll man aus dem Gefängnis von Trauer und Schuld herauskommen?

Clapton erzählt in dem Lied von einem Weg, den so ähnlich wohl viele gehen, die von Leid getroffen sind. Er leidet am Verlust und fragt sich, ob sein Sohn ihn wohl im Himmel wieder erkennen würde. Zugleich ist er sich klar, dass er mit dem Verlust weiterleben muss. Alleine aus dieser Erkenntnis kann so etwas wie Kraft wachsen. Und aus der Gewissheit, dass es im Himmel keine Tränen gibt. Danach, und das berührt mich am meisten, kommt noch einmal die erste Strophe. Die Gewissheit, dass es im Himmel keine Tränen geben wird, ist eben kein Happy End und auch keine billige Vertröstung, sondern ein Glaube, der nicht von dieser Welt ist. Im Himmel sind wir noch nicht, das Leiden bleibt – aber die Hoffnung wächst, dass es Befreiung von allem Elend gibt, die von jenem Ort zu uns kommt, wo es keine Tränen gibt. Die Gefängnistore von Angst und Schuld werden sich öffnen und wir werden Lieder anstimmen, die uns trösten und dankbar sein lassen.

Predigttext des kommenden Sonntags, 19. Mai 2019, ist Apostelgeschichte 16, 23-34.

Pfarrer Treiber predigt sonntags um 10:00 Uhr in der Matthäuskirche Heilbronn-Sontheim.

Über mtreiber

Matthias Treiber ist Pfarrer und Journalist. Matthias Treiber is a minister in the Lutheran Church of Wuerttemberg and journalist.
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