Das beste Argument ist Glaubwürdigkeit – Sonntagsgedanken zum 11. Februar 2024

Manchmal kann ich mich bei Debatten so richtig ereifern. Keine Angst, immer noch zivilisiert, aber doch so, dass ich das Gefühl habe: Jetzt platzt mir gleich der Kragen. Dann tippe ich unter den entsprechenden Facebook-Beitrag mal einen saftigen Kommentar – und poste ihn dann doch nicht, weil es den Ärger nicht lindert.

Was mich meistens so ärgert, ist Heuchelei: Gut erscheinen und schlecht handeln. Die Öko-Prediger, die mit ihren alten TDIs zur Tagung kommen, ebenso wie die selbsternannten Retter des Abendlands, die vor Jahrzehnten selbst hier eingewandert sind. Dabei ist klar: Man darf sagen und (mit Respekt vor der Freiheit der anderen) tun, was man will. Aber beides muss übereinstimmen!

Doch dann fasse ich mich an meine eigene Nase: Bei keinem stimmen Reden und Handeln immer überein. Manchmal sieht man zwar den Splitter im Auge des anderen, aber den Balken vor den eigenen Augen sieht man nicht. Diese Einsicht kühlt manchen Eifer deutlich ab und man erkennt, was in Diskussionen immer das beste Argument ist: Glaubwürdigkeit.

Predigttext am Sonntag, 11. Februar 2024, ist Amos 5, 21-24.

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Alles wird gut – Sonntagsgedanken zum 4. Februar 2024

„Freu dich auf die beste Zukunft aller Zeiten!“ hieß ein schöner Werbesprüche vor ein paar Jahren. Dann wurde er offenbar wieder zurückgezogen und heute scheint er gar nicht mehr in die Zeit zu passen. Dabei haben wir Grund genug, optimistisch in die Zukunft zu blicken, allem Üblem zum Trotz.

Das Gute, das sich entwickelt, übersieht man oft. Manchmal deswegen, weil schlechte Nachrichten eben eher berichtet werden als gute („Only bad news are good news!“ heißt ein alter Journalisten-Lehrsatz), manchmal auch deswegen, weil wir das Gute in unserem Leben als selbstverständlich nehmen und nicht darüber nachdenken.

Für Gott allerdings ist es tatsächlich selbstverständlich, dass sich alles zum Guten entwickelt. Das Reich Gottes wächst im Verborgenen, in all den kleinen, guten Dingen, die geschehen, durch all die Liebe, die wir tun und die andere uns angedeihen lassen.

Predigttext am Sonntag, 4. Februar 2024, ist Markus 4, 26-29.

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Keiner sagt, dass das Leben leicht ist – Sonntagsgedanken zum 28. Januar 2024

Den Schatz unseres Lebens haben wir tatsächlich in „irdenen Gefäßen“, also in zerbrechlichen Hüllen. Das Leben kann so toll sein, schön, liebevoll, bereichernd, dynamisch und jeden Tag neu. Doch zugleich ist es jeden Tag auch zerbrechlich, gefährdet und belastet. Jeden Tag stehen wir vor einem neuen Problem, das uns klar macht, dass wir unser Leben und sein Gelingen nicht selbst in der Hand haben, sondern Gott verdanken. Deshalb sollen wir keine Angst haben und uns keine Sorgen machen.

Das ist leichter gesagt als getan. Aber vielleicht hilft der Ratschlag, nicht heute schon an die Sorgen von morgen zu denken, sondern Probleme, die man lösen kann, heute zu lösen, und mit Problemen, die man nicht lösen kann, leben zu lernen.

Keiner sagt, dass das Leben leicht ist, aber die Bibel sagt, dass wir mit unserem Leben nicht alleine sind.

Predigttext am Sonntag, 28. Januar 2024, ist 2.Korintherbrief 4, 6-10.

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Wunder gibt es immer wieder – Sonntagsgedanken zum 21. Januar 2024

Naturgesetze gelten, keine Frage. Deswegen gibt es gute Gründe, Wundergeschichten zu misstrauen, und man kann ein tief glaubender Mensch sein, ohne es für wahr zu halten, dass ein Leprakranker tatsächlich von einem Propheten geheilt wurde.

Andererseits: Wunder gibt es immer wieder. Nicht so, wie wir sie erwarten, oft nicht einmal dort, wo wir sie erhoffen. Aber nach Jahren vergeblicher Suche begegnet man doch plötzlich der Frau fürs Leben, und in einem finsteren Gefängnis aus Sorgen, Leid und Angst öffnet sich plötzlich doch eine Türe hinaus. Alles erklärbar? Hinterher vielleicht, aber näher liegt mir hier, auf Dr. Marcus Brody, den Historiker aus den  „Indiana Jones“-Filmen, zu hören: „Je älter ich werde, desto mehr bin ich bereit, manche Dinge einfach zu glauben.“

Das bedeutet nicht, sich falsche Hoffnungen zu machen, aber es heißt: Ich weiß nie, was kommen wird. Aber ich hoffe, dass es gut wird.

Predigttext am Sonntag, 21. Januar 2024, ist 2.Kön. 5, 1-19a.

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Das Ziel ist der Weg – Sonntagsgedanken zum 14. Januar 2024

Der Weg ist das Ziel heißt ein seit Jahren modischer Ausdruck, der wohl von Bergsteigern in die Welt gesetzt wurde, die begründen, warum sie Strapazen auf sich nehmen, wenn Sie am Ende doch wieder am Ausgangspunkt ankommen.

Aufs Leben übertragen ist das nicht unproblematisch. Wir sollen uns schließlich nicht im Kreise drehen und auch nicht in einem kurzzeitigen Hype die Erfüllung suchen, sondern unser Leben soll tief erfüllt sein von einem Ziel, von Liebe, von Glaube und von Hoffnung. Damit ist aber nicht nur das Ziel genannt, sondern auch der Weg dahin, denn nur Liebe führt zur Liebe. Sozusagen: Das Ziel ist der Weg.

Wir sind schon längst da, sagt der Predigttext für nächsten Sonntag. Immer dann, wenn wir glauben, lieben und hoffen.

Predigttext am Sonntag, 14. Januar 2023 ist Hebräer 12, 12-25a.

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Genies – Sonntagsgedanken zum 7. Januar 2024

Wie ein Apostel der Mittelmäßigen lässt der greise Komponist Salieri sich in dem unvergessenen Film „Amadeus“ feiern. Gegen den genialen Mozart ist er nur mittelmäßig – und jeder andere sowieso. 

Wir bewundern die Genies, gieren nach sportlichen Höchstleistungen und lassen uns von im wahren Sinne außer-ordentlichen Künstlern inspirieren. 

Und wie in dem legendären Apple-Werbespot aus dem Jahr 1997 sind es offenbar die „crazy ones“, die Verrückten, die unsere Welt verändern.

Doch Vorsicht! ruft der Apostel Paulus. Was in der Welt als genial verehrt wird, muss nichts Gutes sein. Da kann einer noch so gute Lieder singen. Die machen die antisemitischen Hasspredigten des Rockmusikers so wenig ungeschehen wie die Vergewaltigung einer 13jährigen durch einen genialen Regisseur.

Und da mag einer noch so hehre politische Ziele verfolgen. Massenmord wird das nie rechtfertigen.

Woran erkennt man also ein wirkliches Genie? Vielleicht daran, dass es seine Grenzen kennt. Alle Begabungen die wir haben, wir Mittelmäßigen wie die Genies, haben wir uns nicht verdient, sondern qua Geburt geschenkt bekommen. 

Wer viel davon hat, von dem darf man deshalb auch erwarten, dass er sein Genie für andere einsetzt. Und wer dafür Ruhm erntet, der sollte ihn Gott weitergeben.

Predigttext am Sonntag, 7. Januar 2024, ist 1.Korintherbrief 1, 16-21.

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Alles was ihr tut, geschehe in Liebe!

„Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe.“ heißt die biblische Losung für das Jahr 2024.

Das ist nicht zu viel verlangt, denke ich, sondern sehr sinnvoll.

Was wir tun, ist manchmal ziemlich schräg. Wir wissen ja nich timmer, was richtig ist. Wissen auch nicht immer, ob es tatsächlich nützt und zum Guten führt.

Aber eines weiß ich: Was aus Liebe geschieht, ist niemals falsch.

Denn wo wir lieben, sind wir echt.

Das Leben ist gut und erfüllt, wenn man liebt – das Leben liebt, sich selbst und die anderen.

Ohne Liebe, erfüllt von Hass, Gewalt und Dummheit ist das Leben ein Irrtum. Es ist einfach nur grund-falsch geführt. 

Ich denke, das lässt sich auch spüren: Wer liebt, lebt richtig. Das bedeutet nicht, dass Liebe leicht ist. Manchmal bleibt sie ohne Antwort oder man wird ausgenutzt. 

Wer anderen in Freundlichkeit begegnet – dem Bettler auf der Straße (gleichgültig, ob man ihm etwas gibt oder nicht) ebenso wie der ruppigen Dränglerin im Stadtbus, wer solchen Menschen gegenüber dennoch freundlich bleibt, der wird sich hinterher sicher besser fühlen, als wenn er der Liebe ade gesagt hätte und sein Unverständnis oder seinen Ärger einfach so rausgelassen hätte.

Alle Menschen zu lieben, geht nicht, meinen Sie? 

Aber zunächst geht es vielleicht ganz einfach darum, nicht auf Kosten anderer zu leben, anderen gegenüber offen und für sich selbst verantwortlich zu sein und auch mal darauf achten, wie es dem anderen geht.

„Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe.“ heißt es in diesem Jahr für uns Christen. Ganz genau!

Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes Jahr 2024!

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Gesegnete Weihnacht 2023!

Dass das Leben manchmal im Dunkeln ist, braucht uns keiner zu sagen, so wenig wie den Hirten, die da eines Nachts bei ihren Herden saßen, als sie plötzlich einen Engelsgesang hörten, der die Welt veränderte: „Ehre sei Gott in der Höhe, und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.“ Gott lässt uns also nicht im Dunkeln sitzen, in Angst und Einsamkeit und mit all unserem Scheitern.

Es ist gut mit dir und deinem Leben, sagen die Engel. Es wird gut mit euch und mit eurer Welt. Die Erde wird nicht vergehen, solange Gott seine schützende Hand über uns hält. Unser Leben ist nicht verloren. Es ist zuweilen bedroht, uns fällt uns zuweilen schwer. Aber Gott kommt zu uns, ist mit uns, geht mit uns.

Und dann sagen uns die Engel auch: Öffne die Augen! Blicke aus deinem Herzen heraus! Sieh all das Gute, das dir widerfährt. Sieh all das Sinnvolle, das du tun kannst. Sieh all die Liebe, die wirklich ist. Sieh all die Liebe, die tätig ist. Sieh all die Liebe, die möglich ist.

Ich wünsche Ihnen eine fröhliche, selige, Gnaden bringende, und von Liebe erfüllte Weihnachtszeit. 

Ihr Matthias Treiber

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Heile, heile Segen – Sonntagsgedanken zum 3. Advent 2023

Den melancholischen Schunkel-Schlager „Heile, heile Segen“ bei „Mainz bleibt Mainz“ zu hören, fand ich zwar schon als Kind unerträglich, zugleich hatte sein Text aber auch etwas sehr beruhigendes: Schmerz vergeht, die Zeit heilt alle Wunden.

Oft genügt es allerdings nicht, einfach nur auf bessere Zeiten zu warten. Manches Elend im Leben wird durch Warten eher schlimmer, eine verkorkste Beziehung wird durch Warten ebenso wenig besser, wie eine Sackgasse, in die man sich manövriert hat, sich einfach auflöst. Wer Mist gebaut hat, sollte möglichst bald versuchen, das wieder in Ordnung zu bringen, und wer von anderen gehänselt wird, sollte sich dagegen wappnen und wo nötig, etwas ändern.

„Ist mit dir Erlösung schon da, oder sollen wir noch warten?“, ließ Johannes der Täufer Jesus fragen. Sie ist schon da, heißt die Antwort. Die Welt wird zwar auch in diesem Jahr am Weihnachtsmorgen keine andere sein, aber sie kann eine bessere sein, wenn wir die Weihnachtsbotschaft nur in unsere Herzen und es damit verändern lassen.

In einer Woche ist es so weit.

Predigttext am 3.Adventssonntag, 17. Dezember 2023, ist Matthäus 11, 2-10

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Fenster oder Türe – Sonntagsgedanken zum 2. Advent 2023

Fenster oder Türe? heißt es beim Blick auf den Adventskalender. Ganz klar: Für mich sind das dort Türchen. Ein morgendlicher Blick durch das Fenster in eine bessere Welt mag ja ganz schön sein, aber durch eine Türe kann man gehen. Advent öffnet uns die Türen zu einem besseren Leben, zu Hoffnung, zu Glaube, zu Liebe.

Manchmal fehlt uns nur der Mumm, tatsächlich hindurch zu treten durch die Adventstüre, und so das Schlechte hinter uns zu lassen und das Neue zu begehen.

Die Bildersprache des Advents ist einfach toll! Und in allem geht es darum, dass Weihnachten nicht nur „besinnlich“ wird, sondern fröhlich, weil es uns eine neue Welt eröffnen kann.

Predigttext am 2. Advent, 10. Dezember 2023, ist Offenbarung 3, 7-13.

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