Das Leben ist ungerecht. Aber vergiss nicht: Nicht immer zu deinen Ungunsten

Manche behaupten ja, in keinem Land der Welt sei Neid so ausgeprägt, wie bei uns. Und tatsächlich schimmert in vielen Formulierungen und Argumentationen – so berechtigt sie im einzelnen auch sein mögen – tatsächlich diese widerliche Haltung durch, die nicht umsonst in der kirchlichen Tradition als eine der Todsünden gilt: der Neid. Man gönnt dem anderen nicht, dass er mehr besitzt, besser ist oder einfach mehr Glück im Leben hat. Das aber stört nicht nur das menschliche Zusammenleben, sondern frisst den, der neidet, innerlich geradezu auf. Der Predigttext für den kommenden Sonntag, die Geschichte von Kain und Abel, zeigt das in aller Klarheit.
So, wie sich Kain hilflos als zu unrecht zurückgesetzt empfindet, geht es im Leben eben zu, und wie in der Geschichte von Kain und Abel werden wir daran nichts ändern können. Den einen sieht Gott gnädig an, den anderen nicht, lautet der harte Satz der Bibel, dem wir zwar mit aller Macht widersprechen möchten, der aber dennoch wahr bleibt. So ist es eben im Leben. Wir müssen das akzeptieren und darauf hoffen, dass Jesus ja gerade bei denen ist, die in Not sind.

Als kleiner Trost für den Alltag – wo wir uns oft viel mehr benachteiligt fühlen, als wir tatsächlich sind – mag das Wort von John F. Kennedy stehen: „Das Leben ist ungerecht. Aber vergiss nicht: Nicht immer zu deinen Ungunsten.“

Für Interessierte: Predigttext am Sonntag, 2. September 2012 ist 1.Mose 4, 1-16a

Über mtreiber

Matthias Treiber ist Pfarrer und Journalist. Matthias Treiber is a minister in the Lutheran Church of Wuerttemberg and journalist.
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