Vom Teufel geritten

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Wer weiß, dass er fehlbar ist, kann auch anderen Fehler vergeben. (Foto: (c) iStock)

Hat Sie auch schon mal der Teufel geritten? Das meint ja, dass man etwas getan hat, das gefährlich oder unüberlegt war. Jedenfalls war man offenbar völlig daneben, als man es getan hat, nicht Herr seiner Handlungen. Man tut eben manchmal Dinge, die man eigentlich gar nicht tun möchte.

Die Redewendung geht wohl auf Martin Luther zurück, für den der Mensch entweder von Gott oder vom Teufel geritten wird. Zwar sind wir frei in unserem Willen, aber was wir dann tatsächlich tun, folgt oft nicht unserem Wollen oder Verstand, sondern unbewussten Trieben und sachfremden Antrieben. Das ist einfach so.

Und wie könnte man Luther verstehen? Ich denke: Wer vom Teufel geritten wird, denkt, dass nur er recht hat und nur er das Richtige will oder tut. Wer Gott als seinen Reiter sieht, der weiß dagegen, dass er die Wahrheit nicht gepachtet hat und nie alles überblickt. Er sieht, dass er nicht immer das Richtige tut, und deshalb Gottes Gebote ebenso braucht wie seine Vergebung. Und Verständnis und Respekt den Mitmenschen gegenüber sowieso.

Predigttext am Sonntag, 10. August 2014 ist Römerbrief 6, 19-23.

Pfarrer Treiber predigt jeden Sonntag um 10:00 Uhr in der Matthäuskirche Heilbronn-Sontheim.

Über mtreiber

Matthias Treiber ist Pfarrer und Journalist. Matthias Treiber is a minister in the Lutheran Church of Wuerttemberg and journalist.
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