An die Hoffnung glauben

15492509_160704147744692_6644531617479749194_n„Beten für Berlin“ heißen zahlreiche Seiten auf Facebook und #hashtags auf Twitter, auf denen schon wenige Stunden nach dem Terroranschlag Menschen sich versammelten und, ich vermute, ihrer Hilflosigkeit und ihrem Entsetzen Ausdruck verleihen wollten. Beten für die Opfer und die Betroffenen legt sich uns Christen nahe. Wir suchen Halt bei Gott angesichts einer barbarischen und erschütternden Tat.

Lauten Debatten möchte ich dagegen aus dem Weg gehen. Die rechten Populisten, die den Anschlag als Munition gegen unser freies Land nutzen wollen, finde ich genauso widerlich wie die wohlmeinenden Besserwisser, die den Eindruck erwecken, als würden sie Entsetzen und Trauer nicht wirklich ernst nehmen.

Stille ist in diesen Tagen angesagt, stille Gebete und stilles Gedenken mit Blick auf Weihnachten. Wir Christen haben dem politischen und religiösen Terror etwas entgegen zu setzen: Unsere Hoffnung. Den kleinen Menschen, der vor 2000 Jahren in Bethlehem zur Welt kam. Die Gewissheit, dass Gott Liebe ist – und dass alles, was dem widerspricht, dummer Aberglaube ist und noch schlimmer: religiöser Irrsinn.

Was bleibt außer beten? Die Hoffnung von Weihnachten, die sich nicht unterkriegen lässt. Wir „werden sicher wohnen und er wird der Friede sein“ heißt es im Predigttext zum Weihnachtsfest. Liebe hat Recht und Terror hat immer unrecht. Für diese Gewissheit danke ich Gott.

Und danken möchte ich all den Menschen, die uns oft unser Einsatz ihres Lebens helfen und schützen, den Männern und Frauen bei der Feuerwehr und den Notfalldiensten, bei der Polizei, den Spezialkräften und den Geheimdiensten. Sie schützen nicht nur uns, sondern auch unser Recht, an die Hoffnung zu glauben.

Predigttext am Weihnachtsfest, 25. Dezember 2016, ist Micha 5, 1-4

Pfarrer Treiber predigt jeden Sonntag um 10:00 Uhr in der Matthäuskirche Heilbronn-Sontheim

Über mtreiber

Matthias Treiber ist Pfarrer und Journalist. Matthias Treiber is a minister in the Lutheran Church of Wuerttemberg and journalist.
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