Menschlich sein, heißt endlich sein

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Gemauerte Unmenschlichkeit – Albert Speers für die Ewigkeit konzipierten Nazi-Bauten in Nürnberg. (Foto: Treiber)

Menschlich sein, heißt endlich sein. Der Satz geht mir erstaunlich leicht über die Lippen. Dabei leiden wir Menschen doch vor allem unter den Grenzen, die uns gesetzt sind, körperliche und psychische Grenzen, Krankheit und Tod, aber auch Grenzen im Zusammenleben, Missverständnisse, Fixierungen und all die Hamsterräder, in denen wir uns in unserem Leben drehen.

Sein wollen wir Gott, ist in der Bibel die große Versuchung des Menschen; alles bestimmen zu können, alles machen zu können heißt der große Traum. Aber das können wir nicht. Und jeder, der sich diesem Irrglauben hingibt, bringt seine Menschlichkeit in Gefahr, sein Verständnis für die Schwachen, für die Kranken, für die Armen.

Heißt Mensch zu sein also, alles einfach so hinzunehmen, wie es ist? Einfach nichts tun und alle Grenzen akzeptieren? Dagegen wehrt sich in mir alles. Wenn ich etwas kann, möchte ich darin gerne besser werden, und wenn ich Leid sehe, möchte ich machen, dass es aufhört. Wir Menschen sind dafür gemacht, an unsere Grenzen zu gehen und die Grenzen zu verschieben. Das ist gut so und hat unser Leben auf Erden um so vieles besser gemacht. Gestalten sollen wir unsere Welt so gut wir es können, auch das steht in der Bibel. Eine letzte Grenze aber bleibt, die die uns menschlich macht, weil wir wissen, dass es diese letzte Grenze gibt: Wir werden nie sein, wie Gott.

Predigttext am Sonntag, 5. März 2017, ist 1.Mose 3, 1-19.

Pfarrer Treiber predigt sonntags um 10:00 Uhr in der Matthäuskirche in Heilbronn-Sontheim

Über mtreiber

Matthias Treiber ist Pfarrer und Journalist. Matthias Treiber is a minister in the Lutheran Church of Wuerttemberg and journalist.
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