Das Bessere sehen

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In Warschau der höchste Aussichtspunkt – der Kulturpalast. (Foto: Treiber)

Bei einer Reise in eine neue Stadt ist mit das erste, was ich tue: Ich gehe auf einen Aussichtspunkt oder eine Aussichtsterasse auf einem hohen Gebäude. Vom Kulturplalast aus bekommt man einfach einen guten Überblick über Warschau, von der Kuppel des Petersdoms aus hat man den Vatikanstaat zu Füßen liegen und vom Hügel Lykavittos sieht man über ganz Athen bis nach Piräus. Von oben sieht man einfach mehr.

Das gilt auch übertragen: Es ist im Leben oft nötig, den Überblick nicht zu verlieren, nicht im Kleinklein der Probleme unterzugehen, sondern über die Alltagslasten hinaus zu sehen. Dazu gilt es Abstand und Höhe zu gewinnen.

Wenn ich bete, habe ich das Gefühl, dass das gelingen könnte. Wenn ich Gott erkläre, was mich belastet, werde ich dadurch selbst  – wenn auch nur kurz – in eine Sphäre des Jenseits gezogen, von der aus Abstand möglich ist und Überblick gewonnen werden kann. Die Landung danach ist, auch das eine Erfahrung, immer weich, auch wenn die Probleme nicht einfach verschwunden sind. Ob Gott wirklich zuhört, kann man beim Beten nicht wissen, aber dass es hilft, kann man erfahren; und Kraft daraus gewinnen, das Bessere im Leben für möglich zu halten.

Predigttext am Sonntag, 6. August 2017, ist Jesaja 2, 1-5.

Über mtreiber

Matthias Treiber ist Pfarrer und Journalist. Matthias Treiber is a minister in the Lutheran Church of Wuerttemberg and journalist.
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