Furcht vor dem Menschsein

800px-Flag_of_Israel.svgMan glaubt es nicht, aber wir müssen in Deutschland tatsächlich wieder über den Judenhass reden, den der Mob auf der Straße ebenso verbreitet wie beschränkte Popstars, die ihren braunen Vorläufern gleich zum Boykott Israels und nun sogar des Eurovision Song Contest aufrufen, der nächstes Jahr in Tel Aviv sein soll.

Uns Christen muss das besonders weh tun. Nicht nur, weil es sogar kirchliche Einrichtungen gibt, die in dieses Horn blasen, sondern weil der Antisemitismus immer auch ein Kampf gegen das Christentum ist. Wer Juden verfolgt, beginnt irgendwann auch einmal, Christen zu verfolgen.

Woher diese offenbar unausrottbare geistige Seuche des Antisemitismus kommt? Jean-Paul Sartre hat dazu etwas interessantes gesagt. „Der Antisemitismus ist die Furcht vor dem Menschsein.“ Es ist die Furcht vor dem Menschsein, wie es Judentum und daraus auch das Christentum entwachsen sehen: Wir sind fehlbare Wesen, auf Liebe und Gnade angewiesen und haben einen Maßstab für unser Zusammenleben bekommen: „Liebe Deinen Nächsten wie dich selbst!“ (3.Mose 19,18b und Markus 12,31)

Die Evangelische Kirche in Deutschland hat deshalb erst jüngst den Antisemitismus als Gotteslästerung bezeichnet. Am Sonntag wird darüber zu predigen sein, dass Israel Licht und Heil für die Welt ist.

Predigttext am Sonntag, 23. September 2018, ist Jesaja 49, 1-6

Über mtreiber

Matthias Treiber ist Pfarrer und Journalist. Matthias Treiber is a minister in the Lutheran Church of Wuerttemberg and journalist.
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