02-05-2020 – Meins, meins, meins

Möwen haben einen schlechten Ruf. Obwohl sie eigentlich schön aussehen, sind sie ungeliebte Allesfresser und Räuber – und hemmungslose Egoisten. Im Film „Findet Nero“ haben Sie das vielleicht mal gehört. Ihr Schreien heißt dort „meins, meins, meins“.

Nach sechs Wochen Corona-Schutdown lässt sich Egoismus wohl schwer vermeiden. Bei Lockerungen muss jeder schauen, wo er bleibt. Vor allem, wenn es um wirtschaftliches Überleben geht, gilt „meins“ vor „deins“. Und „systemrelevant“ fühlten sich nicht nur die, die für Essen, Infrastruktur und Gesundheit sorgen, sondern jeder wollte so sein. Auch das kann man verstehen.

Die Kirche hat da auch etwas mitgespielt, muss ich selbstkritisch zugeben. Manche waren ziemlich empört, dass wir keine Gottesdienste in den Kirchen feiern durften. Aber letztlich machen wir gerade das Beste daraus. Und meine Kirche zeigt ihre Verantwortung, indem die Hygiene-Auflagen für zukünftige Gottesdienste umfangreicher sind, als vom Staat verlangt.

„Meins, meins, meins“ zu rufen, hilft wenig. Am Schluss sitzen die Möwen nämlich trotzdem alle nebeneinander. Und auch wenn einer dem anderen manchmal einen Bissen wegschnappt, am liebsten sind sie wohl als Schwarm zusammen.

Bleiben Sie behütet!

Ihr Pfarrer
Matthias Treiber

Über mtreiber

Matthias Treiber ist Pfarrer und Journalist. Matthias Treiber is a minister in the Lutheran Church of Wuerttemberg and journalist.
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