Sonntagsgedanken 31-01-2021 Fake News und Gottes Größe

Fake News, erfunden Geschichten, sind zu einer echten Gefahr geworden. Falsche Nachrichten und unwahre Behauptungen bedrohen unsere Gesellschaft. Immer noch. Meldungen über Flüchtlinge und Impfgefahren von russischen Hackern und kochenden Verschwörungstheoretikern.

Und darin steckt auch für einzelne Menschen eine Gefahr. Letzte Woche ging ich beim Sport im Freien an zwei älteren Frauen vorbei. Aus drei Metern Abstand konnte ich nur aufschnappen, dass es da um Überlegungen ging, ob man sich impfen lassen soll. Wie kann das für 80jährige eine Frage sein, habe ich mich gefragt. Offenbar hatten die Frauen irgendwelche Fake News gehört über angebliche Todesfälle beim Impfen.

Erfundene Geschichten sind eine echte Bedrohung. Das weiß auch der Schreiber des 2.Petrusbriefs. Erfundene Geschichten wiegen einen in falscher Sicherheit oder führen einen auf die falsche Spur.

Wir sind auf keine Fake-News hereingefallen, heißt es da in der Bibel, als wir angefangen haben, an Jesus zu glauben. Wir haben seine Größe mit eigenen Augen gesehen. Wir haben es erlebt.

Wir haben es erlebt. Jeder von uns. Gott ist groß.

Ein kleines Kind, eben auf die Welt gekommen. Es in der Armen halten zu können. Ein Wunder! sagt man. Weil jeder spürt. Da stupst uns Gott persönlich an. Dein Kind. Sieh es an. Halte es. Liebe es. Und lass dich von seinem Blick verzaubern.

Ich glaube, alles Glück, was wir empfinden, ist Erweis der Größe Gottes. 

Überlegen Sie mal: Haben Sie schon mal das Gefühl gehabt, dass das Leben Sie liebt? Dieses tiefe Glücksempfinden, wenn Sie von der Liebsten geküsst werden. Der Stolz, wenn man ein Projekt erfolgreich abgeschlossen hat. Die Zufriedenheit, wenn ein Problem endlich gelöst ist.

Moment mal, sagen Sie. Was hat das mit der Größe Gottes zu tun? Das war doch ich oder das waren andere Menschen.

Natürlich – ohne Fleiß kein Preis.

Aber dass wir so sind, wie wir sind, dass wir das können, was wir können, und dass uns die Liebe begegnet, die wir ergreifen können – das haben wir nicht uns selbst zu verdanken.

Da meint es jemand gut mit uns. Da meint es das Leben gut mit uns. Da meint es Gott gut mit uns. Seien wir dankbar. Gott ist groß – und wir können das jeden Tag spüren, an dem er uns das Leben hält, dass er uns gegeben hat.

Und wenn alles schief geht? Mit dem was wir tun und wollten?

Oder mit uns? wenn wir krank werden, nicht mehr können.

Da ist wohl ganz speziell „die wahre Größe“ Gottes gefragt, wie es im Petrusbrief heißt.

Gott, der sich zeigt, wenn wir in der Kirche auf das Kreuz blicken.

Der Trost, den wir spüren, wenn andere uns nahe sind.

Die Hilfe, die wir erhalten, soweit sie möglich ist.

Die Hoffnung, dass jedes Leid ein Ende hat.

Menschen haben die Größe Gottes erlebt, gerade dann, als sie ganz unten waren:

Der Gelähmte, der am Teich Bethesda saß und jede Hoffnung aufgegeben hatte – bis ihm dann Jesus die Hand reichte.

Maria und Martha, die verzweifelt den Tod ihres Bruders beklagen, als Jesus kommt.

Der an Aussatz erkrankte, den niemand wollte.

Gründe, zum verzweifeln, haben wir allemal genug.

Ich sitze im Krankenhaus und warte ängstlich auf die Diagnose – und sie kommt, wie befürchtet.

Der Stress mit den Kindern zuhause, dem Ehepartner, dem Beruf – alles wird einem zu viel und es hört nicht auf.

Und dann geht es doch weiter, haben wir doch Kraft, gewinnen doch Hoffnung – und Mut, den Mut, vielleicht etwas anders zu machen, anders zu sehen.

Ich glaube, dass sich darin in unserem Leben die Größe Gottes zeigt, wenn wir über das Hinausblicken, was ist und spüren, was sein könnte.

Wenn wir uns bewusst machen, was gut ist, wie viele Menschen uns mögen, welche Liebe wir erfahren.

Einen Bibelspruch habe ich mir dazu mal an die Wand geschrieben:

Gott hat uns nicht den Geist der Furcht gegeben, sondern den Geist der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.

Seien wir doch in diesen Coronazeiten so groß, wie der große Gott uns macht, groß durch die Liebe, die wir zeigen, und durch die Besonnenheit, die unser Denken und Handeln bestimmt.

Seien Sie behütet!

Predigttext am Sonntag, 31. Januar 2021, ist 2.Petris 1, 16-19.

Über mtreiber

Matthias Treiber ist Pfarrer und Journalist. Matthias Treiber is a minister in the Lutheran Church of Wuerttemberg and journalist.
Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s