Freiheit bekommt man nicht geschenkt, sondern Freiheit muss man sich nehmen. Auch deswegen haben sich hunderttausende von Flüchtlingen auf den Weg nach Europa gemacht: Um sich die Freiheit zu nehmen, das eigene Glück zu suchen. Und offenbar vermuten Sie es im Westen, der oft als neoliberal-kapitalistisch verleumdet wird, aber offenbar nicht eiskalt, sondern herzenswarm ist.
Mit der Ankunft ist die Freiheit aber noch nicht gewonnen, sondern Freiheit muss oft mühsam gegen die Herkunft und Tradition verteidigt werden. Auch das eigene Denken und der eigenen Glauben stehen der Freiheit oft im Wege. Der größte Feind unserer Freiheit sind wir oft selbst.
Weil wir Angst vor ihr haben.Weil Menschen sich verstecken hinter angeblich göttlichen Regeln und Vorschriften.
Aber Gott will unsere Freiheit. Das jedenfalls war die Grunderfahrung des Volkes Israel beim Auszug aus Ägypten. Und es ist eine Erfahrung, die sogar Jesus mühsam machen musste, wie die Predigt am Sonntag zeigt. Mit einer ausländischen Frau wollte er nichts zu tun haben, dazu war er zu sehr in seiner Tradition gefangen. Doch sie bringt ihm bei, dass Gott Grenzen und Gesetze überwindet. Alle Menschen sollen von dem Gott hören, der frei macht. „Zur Freiheit hat uns Christus befreit“, heißt die biblische Botschaft. Christen müssen für die Freiheit stehen.