Von Wut und Liebe – Sonntagsgedanken zum 3. März 2024

Nüchtern bleiben und gelassen sein soll man, wenn man am kommenden Sonntag auf den Apostel Paulus hört. Klingt eigentlich ganz gut und wird einem auch außerhalb der Kirche oft empfohlen. Aber mal ehrlich: Wenn es tatsächlich um etwas geht, man sich bedrängt fühlt oder falsch behandelt, dann fällt einem das furchtbar schwer.

Ich glaube auch nicht, dass er darum geht, seine Gefühle zu unterdrücken, Angst und Ärger müssen raus. Aber wenn sich die Wut dann gelegt hat, sollte man sich fragen, ob es einem nun wirklich besser geht. Von Konrad Adenauer ist folgende Erkenntnis überliefert: Wer sich ärgert, büßt die Sünden anderer Menschen.

Auch aus Selbstschutz ist es also nötig, sich Gelassenheit zu verordnen. Das macht die Seele frei dafür, das Richtige zu wollen und bei der Suche nach Schuld, in der Konfrontation mit anderen und dem Ringen mit den eigenen Ängsten dem Geist Gottes zu vertrauen, in dem Gerechtigkeit und Liebe eins sind.

Predigttext am Sonntag, 3. März 2024, ist 1.Petrusbrief 1, 13-21.

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Was einen krank macht – Sonntagsgedanken zum 25. Februar 2024

Soll man das, was einen krank macht, anschauen, oder sich abwenden? In allem, was uns persönlich belastet, kann es jedenfalls so sein, dass Verdrängen so wenig hilft wie schonungsloses Aufdecken. Alte Geschichten, manche Verletzungen aus der Jugendzeit zum Beispiel, hat man vielleicht aus gutem Grunde verdrängt, oder was soll es bringen, damit zu hadern, dass man damals in der 9. Klasse nicht sonderlich geachtet war? Andererseits sollte man frühere Jugendzeiten auch nicht glorifizieren. Die Zeit zwischen 12 und 22 ist vermutlich die härteste im Leben.

Doch wenn einen die Vergangenheit wirklich und zu recht krank macht? Dann kann man heute und sollte professionelle Hilfe in Anspruch nehmen, keine Frage.

Diese Möglichkeit hatten die alten Israeliten nicht, als sie vor lauter Angst vor Schlangen in der Wildnis schier vergingen. Bildhaft ist hier von Ängsten erzählt, die nicht vergehen. In dieser Situation errichtet Mose eine Schlange aus Metall, die lehren soll, Ängste auszuhalten.

So einfach ist es vermutlich nicht, aber ein wichtiger Hinweis: Man muss lernen, den Ängsten in die Augen sehen zu können, sonst drohen sie, zu bleiben.

Predigttext am Sonntag, 25. Februar 2024, ist 4.Mose 21, 4-9.

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Wenn uns der Teufel reitet – Sonntagsgedanken zum 18. Februar 2024

Hat Sie schon mal der Teufel geritten? Was umgangssprachlich noch durchaus üblich ist, gilt religiös heute meist als befremdlich. Wer glaubt schon an den Teufel? Aber dass wir manchmal zu Dingen verleitet werden, die wir nicht wollen, kennen wir gut: zu laut gewesen im Streit, zu ungeduldig mit den Kindern, zu unnachgiebig in der Diskussion, zu nachlässig bei wichtigen Dinge, zu oft auf Kosten anderer etwas getan.

Eigensinn und Macht verführen uns. Und wer denkt, dass ihn das nicht betrifft, sei an andere Todsünden erinnert: Neid und Überheblichkeit zum Beispiel.

Dagegen hilft nur: Glauben. Zu glauben an die Liebe und an das Leben. Alles andere ist dann zweitrangig.

Predigttext am Sonntag, 18. Februar 2024 ist Matthäus 4, 1-11.

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Das beste Argument ist Glaubwürdigkeit – Sonntagsgedanken zum 11. Februar 2024

Manchmal kann ich mich bei Debatten so richtig ereifern. Keine Angst, immer noch zivilisiert, aber doch so, dass ich das Gefühl habe: Jetzt platzt mir gleich der Kragen. Dann tippe ich unter den entsprechenden Facebook-Beitrag mal einen saftigen Kommentar – und poste ihn dann doch nicht, weil es den Ärger nicht lindert.

Was mich meistens so ärgert, ist Heuchelei: Gut erscheinen und schlecht handeln. Die Öko-Prediger, die mit ihren alten TDIs zur Tagung kommen, ebenso wie die selbsternannten Retter des Abendlands, die vor Jahrzehnten selbst hier eingewandert sind. Dabei ist klar: Man darf sagen und (mit Respekt vor der Freiheit der anderen) tun, was man will. Aber beides muss übereinstimmen!

Doch dann fasse ich mich an meine eigene Nase: Bei keinem stimmen Reden und Handeln immer überein. Manchmal sieht man zwar den Splitter im Auge des anderen, aber den Balken vor den eigenen Augen sieht man nicht. Diese Einsicht kühlt manchen Eifer deutlich ab und man erkennt, was in Diskussionen immer das beste Argument ist: Glaubwürdigkeit.

Predigttext am Sonntag, 11. Februar 2024, ist Amos 5, 21-24.

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Alles wird gut – Sonntagsgedanken zum 4. Februar 2024

„Freu dich auf die beste Zukunft aller Zeiten!“ hieß ein schöner Werbesprüche vor ein paar Jahren. Dann wurde er offenbar wieder zurückgezogen und heute scheint er gar nicht mehr in die Zeit zu passen. Dabei haben wir Grund genug, optimistisch in die Zukunft zu blicken, allem Üblem zum Trotz.

Das Gute, das sich entwickelt, übersieht man oft. Manchmal deswegen, weil schlechte Nachrichten eben eher berichtet werden als gute („Only bad news are good news!“ heißt ein alter Journalisten-Lehrsatz), manchmal auch deswegen, weil wir das Gute in unserem Leben als selbstverständlich nehmen und nicht darüber nachdenken.

Für Gott allerdings ist es tatsächlich selbstverständlich, dass sich alles zum Guten entwickelt. Das Reich Gottes wächst im Verborgenen, in all den kleinen, guten Dingen, die geschehen, durch all die Liebe, die wir tun und die andere uns angedeihen lassen.

Predigttext am Sonntag, 4. Februar 2024, ist Markus 4, 26-29.

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Keiner sagt, dass das Leben leicht ist – Sonntagsgedanken zum 28. Januar 2024

Den Schatz unseres Lebens haben wir tatsächlich in „irdenen Gefäßen“, also in zerbrechlichen Hüllen. Das Leben kann so toll sein, schön, liebevoll, bereichernd, dynamisch und jeden Tag neu. Doch zugleich ist es jeden Tag auch zerbrechlich, gefährdet und belastet. Jeden Tag stehen wir vor einem neuen Problem, das uns klar macht, dass wir unser Leben und sein Gelingen nicht selbst in der Hand haben, sondern Gott verdanken. Deshalb sollen wir keine Angst haben und uns keine Sorgen machen.

Das ist leichter gesagt als getan. Aber vielleicht hilft der Ratschlag, nicht heute schon an die Sorgen von morgen zu denken, sondern Probleme, die man lösen kann, heute zu lösen, und mit Problemen, die man nicht lösen kann, leben zu lernen.

Keiner sagt, dass das Leben leicht ist, aber die Bibel sagt, dass wir mit unserem Leben nicht alleine sind.

Predigttext am Sonntag, 28. Januar 2024, ist 2.Korintherbrief 4, 6-10.

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Wunder gibt es immer wieder – Sonntagsgedanken zum 21. Januar 2024

Naturgesetze gelten, keine Frage. Deswegen gibt es gute Gründe, Wundergeschichten zu misstrauen, und man kann ein tief glaubender Mensch sein, ohne es für wahr zu halten, dass ein Leprakranker tatsächlich von einem Propheten geheilt wurde.

Andererseits: Wunder gibt es immer wieder. Nicht so, wie wir sie erwarten, oft nicht einmal dort, wo wir sie erhoffen. Aber nach Jahren vergeblicher Suche begegnet man doch plötzlich der Frau fürs Leben, und in einem finsteren Gefängnis aus Sorgen, Leid und Angst öffnet sich plötzlich doch eine Türe hinaus. Alles erklärbar? Hinterher vielleicht, aber näher liegt mir hier, auf Dr. Marcus Brody, den Historiker aus den  „Indiana Jones“-Filmen, zu hören: „Je älter ich werde, desto mehr bin ich bereit, manche Dinge einfach zu glauben.“

Das bedeutet nicht, sich falsche Hoffnungen zu machen, aber es heißt: Ich weiß nie, was kommen wird. Aber ich hoffe, dass es gut wird.

Predigttext am Sonntag, 21. Januar 2024, ist 2.Kön. 5, 1-19a.

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Das Ziel ist der Weg – Sonntagsgedanken zum 14. Januar 2024

Der Weg ist das Ziel heißt ein seit Jahren modischer Ausdruck, der wohl von Bergsteigern in die Welt gesetzt wurde, die begründen, warum sie Strapazen auf sich nehmen, wenn Sie am Ende doch wieder am Ausgangspunkt ankommen.

Aufs Leben übertragen ist das nicht unproblematisch. Wir sollen uns schließlich nicht im Kreise drehen und auch nicht in einem kurzzeitigen Hype die Erfüllung suchen, sondern unser Leben soll tief erfüllt sein von einem Ziel, von Liebe, von Glaube und von Hoffnung. Damit ist aber nicht nur das Ziel genannt, sondern auch der Weg dahin, denn nur Liebe führt zur Liebe. Sozusagen: Das Ziel ist der Weg.

Wir sind schon längst da, sagt der Predigttext für nächsten Sonntag. Immer dann, wenn wir glauben, lieben und hoffen.

Predigttext am Sonntag, 14. Januar 2023 ist Hebräer 12, 12-25a.

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Genies – Sonntagsgedanken zum 7. Januar 2024

Wie ein Apostel der Mittelmäßigen lässt der greise Komponist Salieri sich in dem unvergessenen Film „Amadeus“ feiern. Gegen den genialen Mozart ist er nur mittelmäßig – und jeder andere sowieso. 

Wir bewundern die Genies, gieren nach sportlichen Höchstleistungen und lassen uns von im wahren Sinne außer-ordentlichen Künstlern inspirieren. 

Und wie in dem legendären Apple-Werbespot aus dem Jahr 1997 sind es offenbar die „crazy ones“, die Verrückten, die unsere Welt verändern.

Doch Vorsicht! ruft der Apostel Paulus. Was in der Welt als genial verehrt wird, muss nichts Gutes sein. Da kann einer noch so gute Lieder singen. Die machen die antisemitischen Hasspredigten des Rockmusikers so wenig ungeschehen wie die Vergewaltigung einer 13jährigen durch einen genialen Regisseur.

Und da mag einer noch so hehre politische Ziele verfolgen. Massenmord wird das nie rechtfertigen.

Woran erkennt man also ein wirkliches Genie? Vielleicht daran, dass es seine Grenzen kennt. Alle Begabungen die wir haben, wir Mittelmäßigen wie die Genies, haben wir uns nicht verdient, sondern qua Geburt geschenkt bekommen. 

Wer viel davon hat, von dem darf man deshalb auch erwarten, dass er sein Genie für andere einsetzt. Und wer dafür Ruhm erntet, der sollte ihn Gott weitergeben.

Predigttext am Sonntag, 7. Januar 2024, ist 1.Korintherbrief 1, 16-21.

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Alles was ihr tut, geschehe in Liebe!

„Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe.“ heißt die biblische Losung für das Jahr 2024.

Das ist nicht zu viel verlangt, denke ich, sondern sehr sinnvoll.

Was wir tun, ist manchmal ziemlich schräg. Wir wissen ja nich timmer, was richtig ist. Wissen auch nicht immer, ob es tatsächlich nützt und zum Guten führt.

Aber eines weiß ich: Was aus Liebe geschieht, ist niemals falsch.

Denn wo wir lieben, sind wir echt.

Das Leben ist gut und erfüllt, wenn man liebt – das Leben liebt, sich selbst und die anderen.

Ohne Liebe, erfüllt von Hass, Gewalt und Dummheit ist das Leben ein Irrtum. Es ist einfach nur grund-falsch geführt. 

Ich denke, das lässt sich auch spüren: Wer liebt, lebt richtig. Das bedeutet nicht, dass Liebe leicht ist. Manchmal bleibt sie ohne Antwort oder man wird ausgenutzt. 

Wer anderen in Freundlichkeit begegnet – dem Bettler auf der Straße (gleichgültig, ob man ihm etwas gibt oder nicht) ebenso wie der ruppigen Dränglerin im Stadtbus, wer solchen Menschen gegenüber dennoch freundlich bleibt, der wird sich hinterher sicher besser fühlen, als wenn er der Liebe ade gesagt hätte und sein Unverständnis oder seinen Ärger einfach so rausgelassen hätte.

Alle Menschen zu lieben, geht nicht, meinen Sie? 

Aber zunächst geht es vielleicht ganz einfach darum, nicht auf Kosten anderer zu leben, anderen gegenüber offen und für sich selbst verantwortlich zu sein und auch mal darauf achten, wie es dem anderen geht.

„Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe.“ heißt es in diesem Jahr für uns Christen. Ganz genau!

Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes Jahr 2024!

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