Nicht behindernd sein

behindert„Nicht behindert zu sein, ist kein Verdienst, sondern ein Geschenk, das einem täglich genommen werden kann.“ hat der frühere Bundespräsident Richard von Weizsäcker einmal geäußert, und es hat mich gefreut, als ich dieses Zitat wieder in einer Schule am Schwarzen Brett las. Zumindest deshalb haben wir allen Grund, Mitmenschen mit Handicap nicht auszugrenzen, sondern einzubeziehen.

Peinlich laut hat ein Blinder einmal Jesus um Hilfe gebeten, so dass seine wohlmeinendem Nachbarn ihn zum Schweigen verdonnern wollten, um den „hohen“ Gast nicht zu belästigen. Aber Jesus tat genau das, was richtig war und Vorbild ist. Er wandte sich dem zu, der ausgegrenzt werden sollte.

Predigttext am Sonntag, 23. Februar 2020, ist Lukas 18, 31-43.

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Auf dem falschen Dampfer

2020-02-16„Tausendmal berührt und tausendmal ist nix passiert!“ hat Klaus Lage mal gesungen, und manchmal macht es tatsächlich „boom!“. Manchmal kann man es tatsächlich anders machen. Besser, liebevoller, verantwortlicher.Die Geduld dazu, scheinen viele zu verlieren. Aber wenn man etwas für richtig hält, sollte man geduldig dafür einstehen, auch wenn nicht alle anderen gleich Hurra schreien. Mit der Nächstenliebe hatte Jesus recht – und seine Kirche nach ihm, auch wenn das häufig immer noch nicht verstanden ist. Das Gute braucht eben Zeit, und die, die dafür einstehen, ebenso.Und das natürlich nur nur, weil die anderen so langsam reagieren, sondern weil auch wir manchmal auf dem falschen Dampfersind und es bei uns dauert, bis wir etwas anders und besser machen.

Predigttext am Sonntag, 16. Februar 2020, ist Ezechiel 2 und 3 (in Auszügen).
Pfarrer Treiber predigt sonntags um 10 Uhr in der Matthäuskirche Heilbronn-Sontheim

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Das Leben ist ungerecht

476px-John_F._Kennedy_3c17124u_originalGleicher Lohn für gleiche Arbeit! lautet eine der wichtigsten Forderungen der Gewerkschaften. Richtig so, selbstverständlich. Bei Gott oder im Leben als Ganzes, könnte man auch sagen, gelten allerdings andere Regeln, zuweilen welche, die wir nicht durchschauen und auch nicht gut finden können. Wer zwölfmal so viel tut wie ein anderer bekommt trotzdem noch genau so viel. Wer anderen Gutes tut, hat genauso viel vom Leben wir der, der sich kaum für andere rührt? Das ärgert, das kann und will man nicht verstehen.

In der Bibel steht die provozierende Geschichte von den „Arbeitern im Weinberg“ – und wir können sie nur ratlos anhören. Ja, manche müssen schwer dafür arbeiten, dass ihr Leben gelingt, und anderen fällt die Gnade Gottes scheinbar in den Schoß. Das ist hart. Aber es ist so: Gott hat uns unser Leben gegeben, so wie wir sind: arm oder reich, gesund oder krank, beliebt oder einsam, gelassen oder geplagt.

Vielleicht beruhigt uns ja ein Zitat ein wenig, das gerne John F. Kennedy (Foto: gemeinfrei) zugeschrieben wird: „Das Leben ist ungerecht. Aber vergiss nicht: Nicht immer zu deinen Ungunsten!“

Predigttext am Sonntag, 9. Februar 2020, ist Matthäus 20, 1-16a.

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Hoffnung jenseits

2020-02-02Menschen, die Gott spielen, gibt es zu Genüge, die macht- (und meist auch geld-)gierigen Autokrat*innen ebenso wie die moralischen Besserwisser*innen, die sich im Besitz der Wahrheit glauben und über andere erheben. Und arm dran ist, wer solchen Gestalten nachläuft und sich auf sie verlässt. Denn es gibt keinen Grund, auf diese allzuirdischen Prophet*innen oder Götzen zu hören. Das hat die Geschichte immer wieder gezeigt. Und selbst im Alltag nerven uns die kleinen Götter, die sich in unser Leben einmischen oder es zumindest beurteilen wollen. Es lohnt nicht auf sie zu hören, auch wenn das zunächst verspricht, dass unsere Zweifel aufhören.

Weil wir im Leben immer wieder an Grenzen stoßen, brauchen wir Hoffnung. Ohne die Zuversicht, dass etwas anders oder gottseidank besser werden kann, möchte ich nicht leben und könnte ich nicht leben. Diese Hoffnung aber können Menschen nicht machen. Sie wird geschenkt und lässt sich erahnen. Hinter der Mauer unserer Sorgen liegt das andere,das Jenseits, die Ewigkeit, wo das Sein-Selbst – Gott – unsere Nähe sucht. Und zu uns ausstrahlt in Glaube, Liebe und Hoffnung.

Predigttext am Sonntag, 2. Februar 2020, ist Offenbarung 1, 9-18.

Pfarrer Treiber predigt sonntags um 10 Uhr in der Matthäuskirche Heilbronn-Sontheim.

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Wer will, ist dabei

2020-01-26Ein weißer alter Mann und eine junge schwarze Frau, ein bunter Vogel und ein grauer Kater, eine Arme und ein Reicher, eine aus gutem Hause und einer aus dem Trailer-Park, eine kluge Ärztin und ein naiver Tropf, ein Ami, ein Syrer und ein Deutscher, Kartoffel und Kümmel, jung und alt – es ist egal, wo jemand herkommt. Wichtig ist, wo er hin will: Zur Freiheit, zur Liebe, zum Glück. Und wie er das machen will: In Glaube, Liebe und Hoffnung.

Der christliche Glaube war seit Petrus und Paulus immer davon gekennzeichnet, dass Herkunft und Hautfarbe, sozialer Status und Geschlecht keine Rolle für ihn spielen (dürfen). Menschen dürfen nicht durch ihr Herkommen auf ihr Leben festgelegt werden. Wer leben will, wie Jesus es verheißen hat, ist willkommen und dabei. So steht es für den nächsten Sonntag in der Bibel.

Predigttext am Sonntag, 26. Januar 2020, ist Apostelgeschichte 10, 21-35.

Pfarrer Treiber predigt sonntags um 10 Uhr in der Matthäuskirche Heilbronn-Sontheim.

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Im Schützengraben gibt es keine Atheisten.

2020-01-19„There are no atheists in foxholes“ (Im Schützengraben gibt es keine Atheisten.) lautet ein Aphorismus des Feldgeistlichen William T. Cummings aus einem Gottesdienst während des Zweiten Weltkriegs auf den Philippinen. Und so wenig sich damit Gott beweisen lässt, so sehr bin ich auch aus eigenen Erfahrung davon überzeugt, dass in den Stunden der Not jeder auf je seine Weise sich an eine höhere Macht wendet oder daran glaubt.

Manchmal allerdings bleibt diese Hinwendung zu Gott auf halbem Wege stecken, in einer Leere, die uns Gott unendlich fern scheinen lässt. Diesem „abwesenden“ Gott ist schon Martin Luther begegnet, als seine Tochter starb und er in Verzweiflung stürzte.

„Du musst halt glauben!“ hilft da wenig. Eher schon die Zusage: „Auch wenn du gerade nicht glauben kannst, dass Gott es gut mit dir meint, so ist er in jedem Fall bei Dir. Das lass dir gesagt sein.“

Predigttext am Sonntag, 19. Januar 2020, ist Jeremia 14, 1-9.

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Zum Glück glauben

2020-01-12Was wäre, wenn es den christlichen Glauben nicht mehr gäbe? Wie wäre eine Welt ohne Barmherzigen Samariter und den Glauben an die Gleichheit aller Menschen vor Gott? Welches Gewissen hätte man, wenn man nur sich selbst gegenüber verantwortlich ist? Eine solche Welt käme mir schreckliche vor, schrecklich einsam wären wir und nur so viel wert, wie wir leisten können oder uns andere zubilligen.

Dem steht der Glaube gegenüber, dass wir alle Gottes Kinder sind, mit Fehlern und mit Würde, frei und doch mit Bezug zu dem, was jenseits von Raum und Zeit und unserer sichtbaren Welt ist.

Predigttext am Sonntag, 12. Januar 2020, ist Matthäus-Evangelium 3, 13-17.

Pfarrer Treiber predigt sonntags um 10 Uhr in der Matthäuskirche in Heilbronn-Sontheim.

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Vertrauen 2020

2020-01-01Glauben Sie an das neue Jahr? Glauben Sie, dass 2020 ein gutes Jahr für Sie wird? Ich wünsche es Ihnen jedenfalls. Glauben heißt übrigens nicht, „denken, dass“, sondern glauben heißt vertrauen (im Bibelgriechisch ist dies dasselbe Wort.) Vertrauen ich darauf, dass ich gesund bleibe? Vertraue ich darauf, dass die Menschen mir auch in diesem Jahr wohlgesonnen sein werden? Vertraue ich darauf, dass ich mit den Problemen, die dieses Jahr zweifellos auch bringen wird, so umgehen kann wie mit denen des zurückliegenden Jahres?

Aber… wer weiß? Niemand weiß, was kommt, und niemand, wie er sich vielleicht verändert. „Ich glaube; hilf meinem Unglauben.“ heißt die biblische Losung für 2020. Man könnte auch beten: „Ich vertraue Dir, Gott; schenke mir dieses Vertrauen.“

Gottes Segen für 2020 wünsche ich Ihnen und ebenso Gesundheit und Glück.

Ihr
Matthias Treiber

Die Jahreslosung stammt aus Markus-Evangelium 9 Vers 24.

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Frohe Weihnacht!

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Der Stern symbolisiert die Nähe Gottes. (Foto: Treiber)

Dass das Leben manchmal im Dunkeln ist, braucht uns keiner zu sagen, so wenig wie den Hirten, die da eines Nachts bei ihren Herden saßen, als sie plötzlich einen Engelsgesang hörten, der die Welt veränderte: „Ehre sei Gott in der Höhe, und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.“ Gott lässt uns also nicht im Dunkeln sitzen, in Angst und Einsamkeit und mit all unserem Scheitern.

Es ist gut mit dir und deinem Leben, sagen die Engel. Es wird gut mit euch und mit eurer Welt. Die Erde wird nicht vergehen, solange Gott seine schützende Hand über uns hält. Unser Leben ist nicht verloren. Es ist zuweilen bedroht und fällt uns zuweilen schwer. Aber Gott kommt zu uns, ist mit uns, geht mit uns.

Und dann sagen uns die Engel auch: Öffne die Augen! Blicke aus deinem Herzen heraus! Sieh all das Gute, das dir widerfährt. Sieh all das Sinnvolle, das du tun kannst. Sieh all die Liebe, die wirklich ist. Sieh all die Liebe, die tätig ist. Sieh all die Liebe, die möglich ist.

Ich wünsche Ihnen eine fröhliche, selige, Gnaden bringende, und von Liebe erfüllte Weihnachtszeit.

Ihr
Matthias Treiber

Die Weihnachtsgeschichte steht in Lukas 2, 1-20.

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Ja-Sager

Frau spritzt Wasser

Einfach Ja sagen zu sich und andern:

Ja, ich mag dich. Ja, ich verstehe dich. Ja, ich vergebe dir.
Oder auch: Ja, das möchte ich. Ja, so bin ich. Ja, das habe ich gut gemacht.
Ja sagen: Zum Leben, zur Liebe und zur Freiheit.

Und zum Glauben.
Denn Gott sagt Ja zu uns. So steht es im zweiten Brief des Paulus an die Korinther.

(Eine Anmerkung möchte ich noch machen. Sogenannte „Ja-Sager“, also Menschen, die ohne eigenes Denken anderen nachlaufen, haben einen schlechten Ruf und das zurecht. Tatsächlich sind das aber in der Regel „Nein-Sager“, da sie Nein zur Freiheit sagen, Nein zum eigenen Denken und Nein zum Vertrauen in Gott, in die Zukunft und in das Gute im Menschen.)

Predigttext am 4. Advents-Sonntag, 22. Dezember, ist 2.Korinther 1, 18-22.

Pfarrer Treiber predigt sonntags um 10 Uhr in der Matthäuskirche Heilbronn-Sontheim.

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