22.05.2020 – Bleiben Sie……?

Ich habe das noch nie gemocht. Wenn ich niesen muss, ich habe manchmal Heuschnupfen, rufen mir die Leute „Gesundheit!“ zu. Ein gut gemeinter Wunsch, aber krank bin ich ja eigentlich nicht. Mir wäre es lieber, man würde den kleinen Allergie-Defekt einfach übersehen.

Noch mehr Probleme habe ich, wenn ich ihn diesen Tagen den Gruß lese: „Bleiben Sie gesund“. Gerne würde ich dem Ratschlag ja folgen, aber es liegt nicht in meiner Hand, ob ich krank werde. Ich weiß, es ist nett gemeint, als Wunsch. Aber mich erinnert es daran, dass ich jederzeit auch krank werden kann. Der Gruß lässt einen etwas verloren in der Welt zurück.

„Bleiben Sie behütet!“ habe ich bisher selbst oft geschrieben. Damit ist zumindest hörbar, dass das jemand anderes machen muss, mich behüten.

Aber dann kann ich es ja auch gleich direkt sagen und Ihnen wünschen:
Gott behüte Sie!

Ihr Pfarrer
Matthias Treiber

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20-05-2020 – Dach über dem Kopf

Morgen ist Himmelfahrt und ich werde die Predigt in einer Kirche in der Nachbargemeinde halten. Die Feier wird gestreamt und man kann sie zuhause anschauen. (www.ekg-flein.de). Ausgerechnet an Himmelfahrt, wo normalerweise mehrere hundert Besucher im Freien auf einer Wiese feiern. Aber es wäre völlig unverantwortlich, so etwas organisatorisch auch nur zu versuchen. Nun also in einer Kirche, wo man beim Blick nach oben eine Holzdecke sieht. Und die Zuschauer zuhause zwischen Wänden und unter Rauhfaser-Decken sitzen.

Irgendwie sind wir vielleicht aber doch auch Höhlenmenschen. So gerne man draußen ist, so gut tut es, zu wissen, dass einem der Himmel nicht auf den Kopf fallen kann. Die Gallier mögen da Schilder über sich halten. Ich halte mich an die Bibel, wo steht: „Wer im Schutz des Höchsten wohnt und ruht im Schatten des Allmächtigen, der sagt zu Gott: Du bist für mich Zuflucht und Burg, mein Gott, dem ich vertraue!“

Einen schönen Himmelfahrtstag wünsche ich Ihnen.

Ihr Pfarrer
Matthias Treiber

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19-05-2020 – 190 Jahre Rasenmäher

Ein großes Jubiläum ist dieses Jahr zu feiern. Vor allem für Männer. Vor genau 190 Jahren wurde der Rasenmäher erfunden, patentiert und erstmals produziert. Seit dem schultert der Mann samstags nicht mehr die Sense, wenn er in den Garten geht, sondern rollt den Rasenmäher aus der Garage.

Und wissen Sie, wer den Rasenmäher erfunden hat? Ich denke, das wäre eine Frage bei Günther Jauch. Edwin Beard Budding, ein englischer Textilingenieur war es. Seinen Namen wird kaum jemand kennen.

Aber so ist das mit den großen Erfindern. Ihre Werke kennt man, ihre Namen kaum. Vermutlich wird es auch den Entwicklern eines Corona-Impfstoffs so gehen. Ihre Namen kennt man kaum, während jeder dämliche Musiker seine Verschwörungstheorien über die Medien verbreiten kann.

Die Wissenschaftler werden ihre Befriedigung darin finden, Millionen Menschenleben zu retten. Anderen zu dienen ist nicht nur für Christen das höchste Ethos Und wir könnten uns zumindest vornehmen, die Arbeit der Mediziner und Pharmazeuten nicht zu vergessen, wenn wir, so Gott will, in ein paar Monaten geimpft werden.

Ihr Pfarrer
Matthias Treiber

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18-05-2020 – Vulkan-Ausbruch

Eine gewaltige Explosion erschütterte heute vor 40 Jahren den Nordosten Amerikas. Am 18. Mai 1980 brach der Vulkan Mount St. Helens aus. Die Bergspitze rutsche ab und eine riesige Menge an Asche, Geröll und Staub flog in die Luft. Mit der Natur ist nicht zu spaßen. Sie ist allemal mächtiger als wir und überrascht uns in unserem Wissen. Dabei ist die Natur weder gut noch böse. Sie ist einfach, und es überlebt der, der am besten angepasst ist und das nötige Glück hat. In Corona-Zeiten konnte das jeder von uns spüren.
Und der Virus- wie der Vulkanausbruch erinnern uns daran, dass wir der Natur vor allem eines sind: Völlig gleichgültig.
Auch deswegen glaube ich an Gott: Weil ich denke, dass es jenseits der gleichgültigen Natur etwas gibt, das unserem Gehirn Geist und unserem Leben Bedeutung gibt. Gott, von dem wir Leben und Liebe, Hoffnung und Zukunft haben. Und Regeln für unser Leben. Wir sollen füreinander da sein und das Leben, so gut es geht, meistern.

Ihr Pfarrer
Matthias Treiber

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16-05-2020 – 150 Jahre Brooklyn Bridge

Vor genau 150 Jahren, 1870, wurde in New York mit dem Bau der Brooklyn Bridge begonnen. Geleitet wurde das vor allem von einer Frau. Geplant hatte sie Johannes August Röbling aus Mühlhausen in Thüringen, der seit 1831 in den USA lebte. Eine grandiose Konstruktion, unvorstellbar damals. Röbling selbst starb bei Vermessungen noch vor Baubeginn, sein Sohn übernahm die Leitung, erkrankte aber infolge der Arbeiten unter Wasser schwer, so dass schließlich seine Frau Emily Warren das Projekt ab 1872 betrieb. 1883 überquerte sie als erster Mensch die fertig gestellte Brücke, damals die längste Hängebrücke der Welt.

Als Emily die Leitung übernahm, brachte sie sich zunächst einmal selbst Mathematik und Ingenieurkenntnisse bei. Eine unglaubliche Leistung und eine gigantische und wunderschöne Brücke.

Ich denke, man muss immer wieder daran erinnern, zu was wir Menschen fähig sind, was wir können. Wir können Brücken bauen und so Flüsse überqueren, wir können zum Mond fliegen und den Anfang des Universums sehen, wir können Milliarden Menschen zu Wohlstand führen und immer mehr Krankheiten immer besser kurieren.

Es gibt, denke ich, keinen Grund, warum das nicht auch in Zukunft so sein sollte. Gott hat uns den Auftrag gegeben, unsere Welt zu gestalten – zum Guten hin. Und die meisten von uns wollen dies und tun dies.

Ihr Pfarrer
Matthias Treiber

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15-05-2020 – Harry Potter

Harry Potter ist für die Generation der Millennials wohl der Schlüsselroman. Manche haben damals extra eifrig Englisch gelernt, um die einzelnen Bände gleich nach dem Erscheinen lesen zu können – und in den Universal Studios in Los Angeles stehen sie heute an, um einen Plastikzauberstab zu kaufen.

Die Weisheiten der Bücher haben aber nicht nur diese Generation geprägt. „Schon bald müssen wir entscheiden – zwischen dem richtigen Weg und dem leichten,“ sagt Albus Dumbledore, die Vaterfigur Harry Potters.

Der Satz trifft es wohl. Einfache Lösungen sind oft falsch. Und leichte Wege sind meist nicht die richtigen. Das Leben bürdet uns manch Schweres auf, wirtschaftliche Not und Krankheit, persönliche Sorgen und berufliche Frustration. So leicht lässt sich das nicht ignorieren.

Aber was wir alleine aufgeladen bekommen, müssen wir nicht alleine Tragen. „Einer trage des andern Last“ heißt es in der Bibel. Einer geht für andere einkaufen. Eine ruft eine andere an, die alleine zuhause ist. Einer verzichtet darauf, seine Freiheit auszukosten bis zum Rand.Einer nimmt Rücksicht auf den anderen. „So werden wir das Reich Gottes Ererben“ heißt es.

Bleiben Sie dabei!

Ihr Pfarrer
Matthias Treiber

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14-05-2020 – James Dean

Vor 65 Jahren, 1955, erschienen die beiden besten Filme mit James Dean. In „Denn sie wissen nicht, was sie tun“ spielt er einen jugendlichen Rebellen. Das Denkmal am Observatorium in Los Angeles erinnert daran, dass hier eine Schlüsselszene des Films spielt. Und dann natürlich „Jenseits von Eden“, die Geschichte zweier Brüder, die um die Liebe des Vaters ringen.

Auf die biblische Geschichte der Vertreibung aus dem Paradies und der Brüder Kann und Abel wird hier angespielt. James Dean in der Rolle dessen, der seinen Bruder in den Abgrund treibt. In der Bibel stellt Gott daraufhin Kain zur Rede. „Wo ist dein Bruder?“ Und Kain antwortet ziemlich frech: „Woher soll ich das wissen. Soll ich meines Bruders Hüter sein“

Ja, genau, das sollen wir:

Aufpassen auf unsere Brüder und Schwestern, auf die Menschen, die uns anvertraut sind, auf die, die auf uns angewiesen sind.

Lieber einmal zu viel einen Mundschutz tragen, als einmal zu wenig.
Lieber zwei Meter Abstand halten als nur 1 Meter 40.
Lieber telefonieren als anderen mit der Tür ins Haus zu fallen.

Soll ich meines Bruders Hüter sein? Ja, selbstverständlich!

Bleiben Sie behütet!

Ihr Pfarrer
Matthias Treiber

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13-05-2020 – Besser machen

Gestern habe ich gesagt: Nur wer nichts macht, macht keine Fehler. Heute ergänze ich das: Man kann denselben Fehler nie zweimal machen. Beim zweiten Mal ist es nämlich kein Fehler, sondern eine Entscheidung.

Ziemlich deftig. Wir tappen doch immer wieder ins gleiche Fettnäpfchen. Unüberlegt teure Schuhe zu kaufen, die ich nicht anziehe, war ein Fehler – und in vier Wochen später kaufe ich ein Buch, das ich nicht lese. Dem Freund einen ungebetenen Ratschlag zu geben war ein Fehler, und gleich danach erklären wir der Nachbarin, warum sie sich irrt. In beiden Fällen hätte man es doch wissen müssen. Das ist dann tatsächlich kein Fehler wegen Nicht-Wissens, sondern eine Entscheidung für das Falsche.

Manchmal ist es wirklich so, dass einem da ein Teufelchen auf der Schulter sitzt und einflüstert. Aber schon Martin Luther hat über diesen sogenannten Teufel gesagt. „Ein Wörtlein kann ihn fällen.“ Und das Wörtlein heißt: „Nein, ich mach es besser!“

Ihr
Pfarrer Matthias Treiber

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12-05-2020 – Fehler machen

Man will anderen ja nichts unterstellen, aber der Satz stimmt, denke ich: Wer keine Fehler macht, macht wahrscheinlich auch sonst nichts. Fehler zu machen, gehört zum Leben dazu. Wir wissen nicht alles, wir können nicht alles – und wir sind immer darauf angewiesen, dass andere uns vergeben. Die Politiker, jedenfalls die fähigen, wissen das in der gegenwärtigen Situation nur zu gut. Unser Gesundheitsminister hat ja völlig zurecht schon darauf hinweisen, dass wir uns nach der Corona-Krise gegenseitig wohl einiges zu vergeben haben werden. Und gute Wissenschaftler wissen, dass jede Erkenntnis vorläufig ist. Wir wissen halt nur das, was wir wissen. Und schlimmer als einen Fehler zu machen, ist es, gar nichts zu tun. Zuschauen und andere dann kritisieren.

Der Apostel Paulus hat 12 Jahre lang völlig erfolglos gepredigt – bis er es dann anderswo probierte und ziemlich erfolgreich war. Den Mut, etwas zu versuchen, sollte man sich nie nehmen lassen. Weder beruflich noch privat, bei einer Ausbildung ebensowenig, wie bei der Frage, wie man leben will.

Gott weiß das, und macht uns Mut!

Herzlichst

Ihr Pfarrer
Matthias Treiber

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11-05-2020 – Katzenbilder

Wenn Sie im Internet möglichst viele Klicks wollen, müssen Sie Katzenbilder auf Facebook stellen. Katzenfotos gehen immer. Sie sind ja auch süß. Katzen sind aufmerksam und aktiv, haben ein Fell zum Streicheln und die Kleinen sind total verspielt. Und man kann in ihr Verhalten alles mögliche hineininterpretieren. Klug wirken sie manchmal und eigensinnig.

In der Bibel kommen Katzen praktisch nicht vor – aber immerhin hat Franz von Assisi wohl auch zu ihnen gepredigt. Was er dabei gesagt hat? Vielleicht dies: Gott hat dich, liebes Kätzchen, als freies Wesen geschaffen. Du zeigst deine Unabhänigkeit. Gerade deshalb aber ist es gut, wenn du dich auch mal streicheln lässt und den anderen damit sagst: Ich brauche dich, ich mag dich – auch wenn ich manchmal meine Wege gehe.

Herzlichst

Ihr Pfarrer
Matthias Treiber

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