
Foto: iStock
Wozu Kirche und Religion gut sind? Vielleicht auch dazu, dass sie sich dem Thema Leid und Tod stellen. Niemand redet davon gerne oder denkt gerne daran, aber das, was im Leben an Finsternis möglich ist, zu ignorieren, ist genauso wenig sinnvoll, wie auf Allgemeinplätze zurückzugreifen. Immerhin kann man der Religion zugute halten, dass sie sich seit Tausenden von Jahren dem Thema stellt und es durchdacht hat. Und dass Menschen dadurch Trost gefunden haben, der ihnen Leben ermöglichte. Darauf kann man auch selbst aufbauen.
Niemand weiß, was nach dem Tod kommt, und niemand kann beweisen, dass das Leben sinnvoll ist. Aber der gläubige Mathematiker und Philosoph Blaise Pascal hat zu einer Wette eingeladen, deren Ergebnis deutlich macht, dass es in jedem Fall sinnvoller ist, zu glauben, als nicht zu glauben. Wer glaubt mag sich täuschen, aber er führt in jedem Fall ein erfülltes Leben. Wer nicht glaubt, mag am Ende recht haben, aber ein Leben zu führen, das ich als sinnlos empfinde, möchte ich mir nicht vorstellen müssen.
Das macht Leid nicht leichter und den Tod nicht erträglicher – aber es hält einen fest, wenn alles wankt. Es ist gewiss, dass weder Tod noch Leben uns vom Grund unseres Seins, von Gott trennen können.
Predigttext am Ewigkeitssonntag, 24. November 2019, ist Matthäus 25, 1-13.
Pfarrer Treiber predigt sonntags um 10 Uhr in der Matthäuskirche Heilbronn-Sontheim.

Liebet eure Feinde! heißt es im Predigttext am kommenden Sonntag, und dass das nicht so einfach ist, weiß jeder. Manchmal muss man Feinden mit Gewalt entgegentreten.Es war nötig, dass die Allierten den Kampf gegen Nazideutschland mit Waffen geführt haben; es wäre ein Verbrechen gewesen, jesidischen Frauen in Syrien den Schutz durch Waffengewalt zu verwehren; es ist dringend nötig, dass Politik und Polizei mit aller legitimen Gewalt den Untaten bei uns entgegentreten. So steht es auch in einem unserer Bekenntnisse, der Barmer Theologischen Erklärung von 1934.
„Die Saurier hatten einfach Pech, weil Sie zu groß für die Arche Noah waren. Deshalb sind sie ausgestorben, als vor 5000 Jahren die Sintflut kam.“



Vor ein paar Jahren hat eine Australierin interessante Interviews geführt und Menschen, die in der Ruhestand gingen, gefragt, was sie am meisten in ihrem Leben bereuen. Erwartet wurden Antworten wie „Ich habe zu viel gearbeitet und mich zu wenig um meine Familie gekpümmert“ oder „Ich habe viel zu sehr darauf geachtet, was andere von mir denken.“ Aber die Mehrheit der Befragten bereute etwas ganz anderes und sagte: „Ich habe mir in meinem Leben viel zu viele Sorgen gamacht.“