Wie Hoffnung wieder kommt

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Jim Dine: The Black Rainbow (Foto: Treiber)

Ich wünsche uns allen, dass wir das nicht so oft erleben und dass das Gefühl hoffentlich zur Zeit ziemlich fremd ist, aber manchmal fühlt sich das Leben so an, als würde man nach unten gedrückt: Sorgen und Probleme – manche ernst, manche vielleicht auch nur übertrieben wahrgenommen. Jedenfalls scheint es nicht mehr vorwärts und aufwärts zu gehen, sondern eher in die andere Richtung, und man muss wohl noch froh sein, wenn es nicht schlimmer wird.

Zum Glück ist das Leben allerdings nicht so statisch. Irgendwie ist immer noch eine Bewegung zu spüren – nach oben oder zumindest nach vorne: Der Sonnenstrahl, der einen hinaus unter den blauen Himmel lockt, die Enkelin, die einen im Krankenhaus besucht, oder das Gefühl, dass wir geliebt werden, auch wenn wir es gar nicht wahrhaben wollen.

In den Bedrängnissen unseres Lebens lernen wir, geduldig zu sein, und spüren, wie sie wieder kommt: unsere Hoffnung.

Predigttext am Sonntag, 21. Februar 2016, ist Römerbrief, Kapitel 5, die Verse 1 bis 6.

Pfarrer Treiber predigt jeden Sonntag in der Matthäuskirche in Heilbronn-Sontheim.

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Was im Leben gefragt ist

Alte Fotos

Erfahrung lehrt einen, seine Grenzen zu respektieren. (Foto: iStock)

„Wenn man morgens aufsteht, und es tut einem nichts weh, ist man tot!“ heißt es in einer etwas derb formulierten Lebensweisheit, der man wohl ab einem gewissen Alter zusammen kann. Dass wir schwach sind und an Grenzen stoßen, gehört zum Menschsein dazu und bringt die Lebenserfahrung mit sich.

Schwach sind wird und wollen dennoch den Beschwernissen des Lebens mit Macht begegnen. Probleme wollen wir lösen, obwohl wir manche unserer wirklich ernsthaften Probleme nicht lösen können, sondern nur lernen sollten, damit zu leben.

Stärke ist gut, aber im Leben sind von uns vor allem Liebe, Mut und Besonnenheit gefragt. Dinge, von denen ich überzeugt bin, dass der Glaube sie mit sich bringt.

Predigttext am Sonntag, 14. Februar 2016, ist Hebräerbrief 4, 14-16

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Unser Wissen ist Stückwerk – Liebe nicht

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(Foto: iStock)

Über den schönsten Text aus der Bibel wird am nächsten Sonntag gepredigt. Sie sollten ihn einfach selbst lesen:

Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete und hätte die Liebe nicht, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle. Und wenn ich prophetisch reden könnte und wüsste alle Geheimnisse und alle Erkenntnis und hätte allen Glauben, sodass ich Berge versetzen könnte, und hätte die Liebe nicht, so wäre ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe und hätte die Liebe nicht, so wäre mir’s nichts nütze.

Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf, sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu, sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit; sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles.

Die Liebe hört niemals auf, wo doch das prophetische Reden aufhören wird und die Erkenntnis aufhören wird. Denn unser Wissen ist Stückwerk und unser prophetisches Reden ist Stückwerk.

Wir sehen jetzt durch einen Spiegel ein dunkles Bild; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, wie ich erkannt bin.

Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.

Wundervoll!

Predigttext am Sonntag, 7. Februar 2016, ist 1.Korintherbrief, Kapitel 13

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Du musst dein Leben ändern

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Statue des Perseus im Museum von Ostia (Foto: Treiber)

Der Dichter Rainer Maria Rilke, so wird erzählt, ist einmal verstört von einem Museumsbesuch zurückgekehrt. Eine griechische Steinskulptur hatte ihn beeindruckt, als sei er einem lebendigen Menschen begegnet. Rilke schreibt dazu: „Denn da ist keine Stelle, die dich nicht sieht. Du musst dein Leben ändern.“

Dass Gott „alles sieht“, hat man früher Kindern gesagt, um sie zu gefügigen Untertanen zu machen. Es ist aber aller schwarzen Pädagogik zum Trotz auch eine Erfahrung: Manchmal fühlen wir uns wirklich ertappt, spüren, dass unser Innerstes berührt ist und wir etwas – uns? – ändern müssen. Und wenn unser Innerstes anderen auch verschlossen ist, vor uns selbst, unserem Gewissen, können wir uns nicht verstecken.

Ich denke, es ist gut, wenn man sich selbst nichts vormacht. Auch wenn es manchmal wehtut, bis wir endlich merken: „Du musst dein Leben ändern.“

Predigttext am Sonntag, 31. Januar 2016, ist Hebräerbrief 4, 12+13.

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Was mich an Sport stört

50km gehen

(Screenshot Youtube)

Sport ist zwar nicht Mord, aber doch eine zwiespältige Sache. Auf der einen Seite ist es verrückt, welche Millionensummen unter welch korrupten Bedingungen dabei im Spiel sind, wo es doch nur darum geht, besser als andere zu sein – und auf der anderen Seite lässt uns die Sportschau an elementaren Momenten teilhaben, da wo sich alles verdichtet auf die Frage: Sieg oder Niederlage?

So sehr man sich über einen Sieg freut – wachsen tut man nur an seinen Niederlagen, jedenfalls dann, wenn man mit Ihnen umzugehen lernt. In den Niederlagen entwickeln wir Verständnis für die Unterlegenen, für die, denen im Leben etwas nicht gelingt. In den Niederlagen erfahren wir unsere Grenzen und lernen, dass man sie akzeptieren muss. Niederlagen können uns menschlicher machen.

Was mich am meisten am Sport stört: Dass es nur einen Sieger geben kann. Beim Zieleinlauf des 50 km Gehens in Tokio 1991 haben die Schiedsrichter verhindert, dass sich zwei Läufer den Sieg teilten. Das finde ich erbärmlich. Und unsere Lebenserfahrung ist klüger: Am wichtigsten im Leben sind solche Dinge, von denen alle etwas haben können: Liebe und Freiheit. Dazu muss man niemanden besiegen, im Gegenteil, man muss die anderen mitnehmen.

Predigttext am Sonntag, 24. Januar 2016, ist 1. Korintherbrief 9, 24-27.

Pfarrer Treiber predigt sonntags um 10:00 Uhr in der Matthäuskirche Heilbronn-Sontheim.

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Keiner sagt, dass das Leben leicht ist…

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(Foto: wikipedia/commonfree/Thigruner)

Den Schatz unseres Lebens haben wir tatsächlich in „irdenen Gefäßen“, also in zerbrechlichen Hüllen. Das Leben kann so toll sein, schön, liebevoll, bereichernd, dynamisch und jeden Tag neu. Doch zugleich ist es jeden Tag auch zerbrechlich, gefährdet und belastet. Jeden Tag stehen wir vor einem neuen Problem, das uns klar macht, dass wir unser Leben und sein Gelingen nicht selbst in der Hand haben, sondern Gott verdanken. Deshalb sollen wir keine Angst haben und uns keine Sorgen machen.

Das ist leichter gesagt als getan. Aber vielleicht hilft der Ratschlag, nicht heute schon an die Sorgen von morgen zu denken, sondern Probleme, die man lösen kann, heute zu lösen, und mit Problemen, die man nicht lösen kann, leben zu lernen.

Keiner sagt, dass das Leben leicht ist, aber die Bibel sagt, dass wir mit unserem Leben nicht alleine sind.

Predigttext am Sonntag, 17. Januar 2016, ist 2.Korintherbrief 4, 6-10.

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Einen Sch… muss ich

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(Abb. Fischer-Verlag)

Mögen Sie es auch nicht, wenn Ihnen dauernd jemand sagt, Sie müssten dies oder jenes tun: mehr Sport treiben und weniger Fleisch essen? Oder Sie müssten dies oder jenes denken: über die Lösung der Flüchtlingskrise oder das Weltklima? Die einzig angemessene Reaktion auf solche Zumutungen hat der Autor Tommy Jaud in einem Buchtitel festgehalten (auch wenn man das vornehmer ausdrücken kann): Einen Sch… muss ich!

Es geht, denke ich, tatsächlich darum, sich von Zumutungen und Bevormundungen nicht unterkriegen zu lassen, nicht der Menge hinterherzurennen, sich nicht „der Welt gleich zu stellen“, wie schon der Apostel Paulus schrieb. Selbst zu glauben und selbst zu denken ist immer ein Wagnis und macht einen nicht immer bei anderen beliebt. Aber es ist das einzig richtige Leben: frei zu sein und sich nicht verbiegen zu lassen. Eines muss man also vielleicht doch: selbst glauben und an sich selbst glauben.

Predigttext am Sonntag, 10. Januar 2016, ist Römerbrief 12, 1-3.

Pfarrer Treiber predigt sonntags um 10 Uhr in der Matthäuskirche Heilbronn-Sontheim.

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2015 im Rückblick

Die WordPress.com-Statistik-Elfen haben einen Jahresbericht 2015 für dieses Blog erstellt.

Hier ist ein Auszug:

Eine Cable Car in San Francisco fasst 60 Personen. Dieses Blog wurde in 2015 etwa 2.000 mal besucht. Eine Cable Car würde etwa 33 Fahrten benötigen um alle Besucher dieses Blogs zu transportieren.

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.

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Ein gesegnetes neues Jahr!

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(Foto: Haufer-Murrweiss)

Eigentlich möchte ich das neue Jahr fröhlich beginnen. Aber ich bin Realist genug, um zu wissen, dass Probleme, Ängste und Nöte nicht ausbleiben werden. Das sind oft Situationen, in denen man sich Gott einfach anvertrauen muss. Und dass er dann mit jedem von uns ist, ist die Verheißung der biblischen Jahreslosung:

Gott spricht: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet. (Jenaja 66, 13)

So wünsche ich Ihnen neben Gesundheit und Gründen zur Fröhlichkeit ein hoffentlich von Gott gesegnetes Jahr 2016.

Mit den besten Wünschen

Ihr Pfarrer
Matthias Treiber

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Gesegnete Weihnacht!

IMG_3981Dass das Leben manchmal im Dunkeln ist, braucht uns keiner zu sagen, so wenig wie den Hirten, die da eines Nachts bei ihren Herden saßen, als sie plötzlich einen Engelsgesang hörten, der die Welt veränderte: „Ehre sei Gott in der Höhe, und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.“ Gott lässt uns also nicht im Dunkeln sitzen, in Angst und Einsamkeit und mit all unserem Scheitern.

Es ist gut mit dir und deinem Leben, sagen die Engel. Es wird gut mit euch und mit eurer Welt. Die Erde wird nicht vergehen, solange Gott seine schützende Hand über uns hält. Unser Leben ist nicht verloren. Es ist zuweilen bedroht, uns fällt uns zuweilen schwer. Aber Gott kommt zu uns, ist mit uns, geht mit uns.

Und dann sagen uns die Engel auch: Öffne die Augen! Blicke aus deinem Herzen heraus! Sieh all das Gute, das dir widerfährt. Sieh all das Sinnvolle, das du tun kannst. Sieh all die Liebe, die wirklich ist. Sieh all die Liebe, die tätig ist. Sieh all die Liebe, die möglich ist.

Ich wünsche Ihnen eine fröhliche, selige, Gnaden bringende, und von Liebe erfüllte Weihnachtszeit. 

Matthias Treiber

Die Weihnachtsgeschichte steht in Lukas 2, 1-20.

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