An Gottes Segen ist alles gelegen

Wir Pfarrer denken ja, die Predigt sei das Wichtigste am Gottesdienst, die Auslegung des biblischen Textes. Für eine große Zahl von Besuchern ist das Wichtigste allerdings etwas anderes, der Segen, der am Ende gesprochen wird, die Zusage, dass Gott mit uns ist, dass wir nicht verloren, sondern gehalten sind. Am kommenden Sonntag wird der Segen allerdings nicht nur gespendet, sondern es wird darüber auch gepredigt.

Predigttext am 26. Mai 2013 ist 4.Mose 6, 22-27.

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Pfingsten: You’ll never walk alone

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Am Berg Horeb auf dem Sinai. Hier wurde Moses Last auf siebzig weitere Schultern verteilt. (Foto: Treiber)

Man muss nicht alles alleine machen. Das wissen wir, und denken doch, dass wir es selbst am besten können, dass wir das doch alleine machen müssen und uns keiner helfen kann. Überforderung und Hilflosigkeit können die Folgen sein. Aber wenn selbst der charismatische Anführer des Volkes Israel, Mose, siebzig namenlose Helfer zur Seite gestellt bekommt, dann wird sich auch für uns jemand finden, der uns unterstützt. Das ist toll. Und nicht umsonst werden von dem Musical-Hit „You’ll never walk alone“ aus dem Jahr 1945 bis heute Cover-Versionen aller Art produziert.

Für Interessierte: Predigttext am Pfingstfest ist 4.Mose 11, 11-25.

Pfarrer Matthias Treiber predigt jeden Sonntag um 9:30 Uhr in der Matthäuskirche in Heilbronn-Sontheim.

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Abschied und Anfang

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Der Abschied von Vertrautem fällt oft schwer – Kiliansfenster von Xenia Hausner (Entwurf – Foto: Gesamtkirchengemeinde Heilbronn)

Leben heißt, Abschied nehmen. Das ist zuweilen die schlimmste Erkenntnis von allen, die man gewinnen kann, die elementarste aller Ängste. Nichts bleibt, wie es war. Alles wird anders. Wie soll es weitergehen?

„Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne…“ dichtete Hermann Hesse, oft leichtfertig zitiert aber meist tief empfunden. Zu unserem großen Glück sind die meisten Abschiede tatsächlich Möglichkeit für neue Anfänge. Nur, wer sein (altes) Leben bewahren will, wird es verlieren, wer aber jeden Tag die neuen Möglichkeit sucht, wird das Leben in seiner Fülle finden.

Predigttext für den kommenden Sonntag ist Johannes 14, 15-19.

Pfarrer Matthias Treiber predigt jeden Sonntag um 9:30 Uhr in der Matthäuskirche in Heilbronn-Sontheim.

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Der Glaube ist nicht stärker, je länger das Gebet ist

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Wer weiß schon, wohin unsere Gebete gehen. Geplappere ist deshalb unangebracht. (Foto: (c) Treiber)

Das Dauergeplappere der Schopping-Queens geht mir genauso auf den Geist wie das der Bewohner von Köln 50667 . Und am schlimmsten finde ich das Gequassel in den Polittalkshows und die Wichtigtuerei der Weltverbesserer. Aber offenbar kann man sich dem Medienzirkus kaum entziehen. (Außer bei Twitter, da ist zum Glück nach 140 Zeichen Schluss.)

Deshalb gibt es solch Geplapper leider auch in der Kirche. Aber der Glaube ist nicht stärker, je länger das Gebet ist. Wohltuend empfinde ich deshalb die Worte Jesu, der erklärt, wie man beten soll: Im stillen Kämmerlein und ohne viele Worte. Das Vaterunser reicht. Da war Jesus nicht nur seiner, sondern auch unserer Zeit voraus……..

Für Interessierte: Predigttext am kommenden Sonntag, 5. Mai 2013 ist Matthäus 6, 5-15.

Pfarrer Matthias Treiber predigt jeden Sonntag um 9:30 Uhr in der Matthäuskirche in Heilbronn-Sontheim.

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Über Dank nachdenken

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Dank für den Halt, den der Glaube gibt – Fensterentwurf für die Kilianskirche von Xenia Hausner (Foto: Gesamtkirchengemeinde Heilbronn)

Im Nachhinein scheint es oft selbstverständlich, dass das Blatt sich zum Guten gewendet hat. Der Junge hat doch noch das Abitur geschafft; der Befund beim Arzt war doch harmlos und die Firmenchefs konnten die Pleite doch noch abwenden, so dass der eigene Arbeitsplatz erhalten bleibt.

Manchmal merkt man allerdings in der Erleichterung mehr: So muss sich Erlösung anfühlen, wenn einem Lasten von den Schulter genommen werden und Steine vom Herzen fallen.

Dafür dem Ewigen zu danken, dass wir im Zeitlichen bestehen, ist allemal des Nachdenkens wert. Dass wir leben, ist nicht selbstverständlich. Und dass unser Leben sinnvoll sein kann, auch nicht.

Der Predigttext für den kommenden Sonntag ist mehr als ein frommes, altes Lied…

Predigttext am kommenden Sonntag ist Jesaja 12, 16, „Das Danklied der Erlösten“.

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Dass aus Erfahrung Zukunft wird

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Im Petersdom in Rom ist Petrus eine alte Statue; in Wirklichkeit war er ein Mensch, der für die Zukunft lebte. (Foto: Treiber)

Man kann an seinen schlechten Erfahrungen, und vor allem an denen mit sich selbst, kleben bleiben, oder man sie als Ausgangspunkt für Neues nehmen. Petrus, der Mittelpunkt des Predigttextes am kommenden Sonntag, ist da ein gutes Vorbild: Nicht von der Vergangenheit reden, sondern von der Gegenwart; nicht an alte Wunden denken, sondern an die bessere Zukunft. Dankbar sein für das, was gut ist, und ansonsten bereit sein, immer wieder neu anzufangen, Dinge neu zu sehen und anderen Menschen neu zu begegnen. Eben: Jeden Tag neu als Geschenk annehmen.

Für Interessierte: Predigttext am kommenden Sonntag ist Johannes 21, 15-19.

Pfarrer Matthias Treiber predigt jeden Sonntag im Gottesdienst um 9:30 Uhr in der Matthäuskirche in Heilbronn-Sontheim.

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Wir sehen nur, was wir glauben.

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Smiley für den Auferstandenen (Foto: Treiber)

Den Satz „Ich glaube nur, was ich sehe“ habe ich immer für sinnlos gehalten. Das Gegenteil, „Wir sehen nur, was wir glauben“, hält dagegen eine Wahrheit für uns bereit: Der Glaube bestimmt, wie wir die Welt verstehen, ob für uns die anderen Mitmenschen oder Konkurrenten sind, ob uns die Welt insgesamt lebenswert oder lebensfeindlich erscheint. Und was ist der Glaube an die Auferstehung anderes als diese Weltsicht:

Das Leben und die Liebe, das Gute und die Hoffnung auf das Gute sind die einzigen Dinge, die wirklich zählen. Das Schlechte ist Lug und Trug und vergeht. Halten wir uns also damit nicht auf, sondern suchen das wahre Leben in der Liebe, in der Freundlichkeit und in dem Bewusstsein, dass jeder Tag ein Geschenk ist!

Predigttext am 7. April 2013 ist Markus 16, 9 bis 14.

Pfarrer Treiber predigt jeden Sonntag um 9:30 Uhr in der Matthäuskirche in Heilbronn-Sontheim.

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Zärtliches Osterfest

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Blick aus einem Grab in Jerusalem (Foto: Treiber)

Zärtlich wird es zu Ostern mit einem der schönsten Geschichten der Bibel dazu, die Begegnung Maria Magdalenas mit dem auferstandenen Jesus. Geschichten, die so unser Herz berühren, lassen die Frage, ob und wie und überhaupt das stimmen kann, verstummen. Es stimmt, sagt unser Herz dann: Christus ist auferstanden. Es hat sich bewahrheitet: Leben und Liebe sind das Wichtigste, das einzig Wahre, der einzige Sinn. Und wer dazu noch ein schönes Gedicht lesen mag, sei an Hanns Dieter Hüsch verwiesen.

Die Geschichte von Maria Magdalena aus Johannes 20 finden Sie hier auf www.die-bibel.de.

Das schöne Gedicht „Utopie“ von Hanns Dieter Hüsch finden Sie hier.

Und falls Sie an der Auferstehung Jesu zweifeln, dann seien Sie eingeladen,  ein paar Gedanken dazu zu lesen.

Pfarrer Treiber predigt jeden Sonn- und Feiertag um 9:30 in der Matthäuskirche Heilbronn-Sontheim, Lauffener Straße 1

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Wenn wir nicht mehr weiter wissen

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Darstellung heutigen Leidens – Fenster für die Heilbronner Kilianskirche von Xenia Hausner (Bild aus dem Entwurfsprospekt / Kirche Heilbronn)

Dass Menschen leiden, braucht uns niemand zu erzählen. Lebensbedrohliche Krankheiten, tödliche Unfälle, seelische Nöte sind allgegenwärtig. Wir müssen uns nur umschauen, wenn wir nicht gar, Gott bewahre!, selbst davon betroffen sind. Ist Leiden nun ein Zeichen, dass man Pech hatte, versagt hat oder einem einfach die Götter nicht wohlgesonnen sind? Mir hilft keiner dieser Gedanken, sondern nur der christliche: Dass wir Gott gerade in den dunklen Stunden nahe sind und gehalten werden, wo wir nicht mehr weiter wissen.

Für Interessierte: Predigttext am Karfreitag ist Matthäus 27, 33-51.

Pfarrer Matthias Treiber predigt jeden Sonn- und Feiertag um 9:30 Uhr in der Matthäuskirche in Heilbronn-Sontheim, Lauffener Straße 1.

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Inspiriert sein Leben führen

Inspiration lässt manchem Künstler ein Licht aufgehen (wie hier Urs Fischer in New York) – uns Normalsterbliche befähigt es zu einem guten Leben (Foto: Treiber)

Ein Leben, das anders ist, ist meist kein Ruhekissen. Im Gegenteil: Wer sein Leben selbst bestimmen will, wird zunächst ruhelos und zweifelnd Wege suchen. Warum tut man das also? Biblisch gesprochen, weil Gottes Geist uns erfüllt. Mit einem Fremdwort klingt das weniger abgehoben:  weil wir inspiriert sind. Inspiriert durch Jesus, der (wie im Predigttext des kommenden Sonntags gesagt wird) diese Aufgabe unter den Menschen erfüllt hat. Er hat Menschen inspiriert, ihr Leben frei und gut, verantwortungsbewusst und liebevoll zu führen.

Was bleibt uns? Die Möglichkeit, unser Leben mutig, gelassen und frei zu führen.

Für Interessierte: Predigttext am kommenden Palmsonntag ist Johannes 17, 1+6-8.

Pfarrer Matthias Treiber predigt jeden Sonntag um 9:30 Uhr in der Matthäuskirche in Heilbronn-Sontheim, Lauffener Straße 1.

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