Keiner hat die Wahrheit gepachtet

Man sollte es sich mit der Verurteilung anderer nicht so einfach machen. Schnell richtet man heute über „die“ Banker, „die“ Politiker, „die“ anderen. Dabei haben auch andere gute Gründe für oder gegen etwas zu sein. Für Stuttgart 21 oder dagegen, für Kernkraft oder dagegen, für die Fenster in der Kilianskirche oder dagegen. Wie lässt sich eine Entscheidung fällen?

Heute wissen wir, dass demokratische Rechtswege dem Frieden am meisten dienen. Zur Zeit Jesu gab es das nicht. So entschied sich der Hohe Rat aus Angst und Überheblichkeit, Jesus durch die Römer hinrichten zu lassen. Muss man seine Mitglieder deshalb verurteilen?

Für mich sind sie eher ein warnendes Beispiel, wie falsch man liegen kann, wenn man vorschnell urteilt und denkt, man habe die Wahrheit gepachtet.

Für Interessierte: Predigttext am kommenden Sonntag ist Johannes 11, 47-53.

Pfarrer Treiber predigt jeden Sonntag um 9:30 Uhr in der Matthäuskirche in Heilbronn-Sontheim.

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Du kannst nichts mitnehmen!

Nur die Welt und nichts dahinter? Soll wirklich nur das im Leben zählen, was wir sind und können? Was wir erreicht haben? Und dann? „Du kannst nichts mitnehmen!“ (Hat das eigentlich Haindling gesungen?) Da scheint mir ein Leben doch sinnvoller, das sich nicht im Nichts verliert, sondern vom Grund allen Seins getragen weiß. Und das ist keine verkopfte Theorie, sondern sichtbares Leben; es ist Liebe, Hoffnung und eben auch der Glaube, dass Jesus aus Nazareth es vorgelebt hat. Am kommenden Sonntag wird er deshalb als „Brot des Lebens“ beschrieben.

Für Interessierte: Predigttext am kommenden Sonntag ist Johannes 6, 47-51.

Pfarrer Treiber predigt jeden Sonntag um 9:30 Uhr in der Matthäuskirche in Heilbronn-Sontheim.

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Sich treu bleiben

Wer zu sich selbst steht, zu dem, was er ist, wie er ist und was er will, darf nicht immer mit Applaus rechnen, sondern wird häufig auf Widerstand stoßen. Nachgeben oder seiner Berufung treu bleiben, heißt dann die Frage. Eines muss dabei klar sein: Wer gegen den Strom schwimmt, darf nicht damit rechnen, dass dieser die Richtung ändert (Stanisław Lec). Der Predigttext des kommenden Sonntags zeigt dies am Beispiel des Propheten Jeremia, der genau darunter gelitten hat und sich unter Mühen dennoch treu blieb.

Für Interessierte: Predigttext am Sonntag, 3. März 2013 ist Jeremia 20, 7-11a.

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Gott = Liebe

Wie ist Gott? – Gott ist Liebe. / Was sind wir Menschen? – Wesen, die Liebe brauchen und Liebe schenken können. / Was dürfen wir hoffen? – Dass alle Liebe bleibt. / Was sollen wir tun? – Lieben. / Gibt es Gott? – Natürlich, es gibt ja die Liebe. / Und wenn uns Liebe fehlt? – Dann sollten wir auf Jesus schauen, der Liebe wie kein anderer verkörpert.

🙂 Gar nicht so kompliziert, das Johannesevangelium, aus dem der Predigttext für den kommenden Sonntag stammt.

Für Interessierte: Predigttext am 24. Februar 2013 ist Johannes 8, 21-30

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Demut vs. Selbstüberschätzung

Der alte Tennisstar, der durch die Medien irrlichtert; der Journalist, der Politiker mit ihren Doktorarbeiten abschießt; die Filmdiva, die weiß, wo der Klimawandel herkommt – wohlvertraute Erscheinungen unserer Mediengesellschaft, die eines verbindet: eine grandiose Selbstüberschätzung.

Keinem dürfte es ganz fremd sein, mehr vorzugeben, als man ist und mehr zu versprechen, als man halten kann. Im Predigttext des kommenden Sonntags spielt Petrus diese Rolle und erinnert uns mit seinem Versagen daran, dass wir alle fehlbare Wesen sind und uns deshalb ein bisschen mehr Demut – oder nennen wir es in der heutigen Gesellschaft: Zurückhaltung – in den meisten Fällen gut anstünde.

Für Interessierte: Predigttext am Sonntag, 17. Februar 2013 ist Lukas 22, 31-34.

Pfarrer Treiber predigt jeden Sonntag um 9:30 Uhr in der Matthäuskirche in Heilbronn-Sontheim.

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Optimismus als christliche Grundhaltung

Ob man sein Leben als gut oder als schlecht empfindet, ist eine Frage der Haltung. Man kann sich dem Guten im Leben eben auch verschließen. Deshalb haben Pessimisten im Zweifel immer recht: Wenn ich das Gute nicht sehen will, sehe ich es auch nicht.

Die Frage ist aber, was besser ist: Granteln und nur das Schlechte sehen – oder das Gute suchen und bereit sein, sein Glück am Schopf zu packen und festzuhalten, wie es der Predigttext am kommenden Sonntag schildert. Die lapidare Feststellung Jesu zu einem Menschen, der Gutes erlebt hat, heißt ja ganz einfach: Dein Glaube hat dir geholfen.

Obgleich Optimismus bei uns gerne denunziert wird, ist es die christliche Grundeinstellung schlechthin: Gott ist für uns, wer kann da gegen uns sein?

Für Interessierte: Predigttext am 10.Februar 2013 ist Lukas 18, 31-43.

Pfarrer Treiber predigt jeden Sonntag um 9:30 Uhr in der Matthäuskirche in Heilbronn-Sontheim, Lauffener Straße 1

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Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt

„Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt“ hat – vermutlich – Wilhelm Busch einmal festgestellt und diese Erfahrung ist keinem fremd. Das Leben lässt sich letztlich nicht planen. Was wir unbedingt wollten, kriegen wir nicht; was wir niemals wollten, wird zum Glücksfall und manchmal stehen wir vor schier unerträglichen Herausforderungen. Das geht jedem und jeder so. Entscheidend ist, wie wir damit umgehen.

Stehen hinter den Unwägbarkeiten des Lebens nur blinde Zufälle? Das würde vieles schwerer und alles sinnlos machen. Da ist mir der Gedanke schon lieber, dass hinter allem Gott steht, auch wenn seine „Gedanken“ nicht unsere Gedanken sind, wie es im Predigttext für nächsten Sonntag heißt.

Für Interessierte: Predigttext am kommenden Sonntag ist Jesaja 55, 6-12a.

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Sünder rufen, nicht Gerechte

Urteile über andere sind schnell gesprochen: Deppen, Loser, Egoisten, Lumpenpack … (oder heute eher „Heuschrecken“ ?). Der erhobene Zeigefinger, mit Urteilen vorsichtig zu sein, bewirkt oft nichts, denn manchmal haben wir ja recht: Der andere ist einfach unmöglich und manches Verhalten inakzeptabel. Jesus zeigt solchen Leuten gegenüber ein interessantes Verhalten: Er beschönigt und erklärt nichts, sondern sagt: Stimmt! Und gerade deshalb kümmere ich mich um diese Leute.

Für Interessierte: Predigttext am kommenden Sonntag ist Matthäus 9, 9-13. (Da in einigen Kirchen ökumenische Gottesdienste zum Bibelsonntag stattfinden, kann es sein, dass dort über einen anderen Text gepredigt wird.)

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Vertrauen ist der Schlüssel zu allem

Vertrauen ist der Schlüssel zu allem – zum Herzen anderer Menschen ebenso wie zur eigenen Zukunft. Dieser Satz gilt umso mehr, als wir ja täglich erfahren, dass nichts wirklich sicher ist. Dann bleibt uns eben nur das Vertrauen: in die Zuneigung anderer Menschen, in unsere eigenen Fähigkeiten und vor allem anderen in Gott, dessen Licht uns leiten will und sich in Jesus gezeigt hat. So sagt des der Predigttext am letzten Sonntag der Weihnachtszeit.

Für Interessierte: Predigt am kommenden Sonntag ist Johannes 12, 34-36

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Platz machen ganz ohne Neid

Platz machen für jemanden, der etwas besser kann, der besser ankommt – ganz ohne Neid? Idealtypisch wird das von Johannes dem Täufer erzählt, der obgleich erfolgreich als Wanderprediger Jesus nicht als Konkurrenten, sondern als Erfüllung seiner Vorstellungen sieht. Wenn es doch immer so leicht fiele, sich nicht groß, sondern klein zu machen …..

Für Interessierte: Predigttext am 1. Sonntag nach dem Erscheinuingsfest ist Johannes 1, 29-34.

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