Da Antisemiten eh‘ nicht lesen können…..

Wow! Israel ist das „Licht der Heiden“. Dieses Bibelwort möchte man den Antisemiten von rechts und links ins Stammbuch schreiben, – aber die meisten dieser Gestalten können ja eh nicht lesen….. Also doch eine unpolitische Auslegung in der Predigt am kommenden Sonntag? Vielleicht ausgehend von der Frage: Für wen tun wir das Gute, das wir tun? Für uns selbst und die unseren – oder zeigt sich darin nicht doch auch das Gute für alle Menschen?

„Da hab‘ ich sie echt bewundert!“ sagt man manchmal zu anderen, die schwere Situationen gemeistert, Krankheiten tapfer überstanden oder im Umgang mit schwierigen Menschen Souveränität und Gelassenheit gezeigt haben. Und so ein klein bisschen in Gottes Auftrag zum Heil für alle Menschen geworden sind, wie es im Predigttext aus dem Buch des Propheten Jesaja heißt.

Für Interessierte: Predigttext am Sonntag, 30. September 2012 ist Jesaja 49, 1-6.

Veröffentlicht unter Altes Testament | Verschlagwortet mit , , | Hinterlasse einen Kommentar

Verfolgung und Schmähung haben die Kirche geprägt

Wer wissen will, wie die christliche Religion tickt und was sie von anderen Religionen unterscheidet, muss die Apostelgeschichte lesen. Das Christentum ist tief geprägt von den ersten dreihundert Jahren seiner Existenz, als es verfolgt, geschmäht und verboten wurde. Immer wieder hat man sich die Geschichte von Petrus im Gefängnis – den Predigttext des kommenden Sonntags – erzählt, und davon wie er wunderbar befreit wurde.

Freiheit und die Erfahrung, dass Wahrheit sich nicht mit Gewalt durchsetzen lässt, haben unseren Glauben geprägt (auch wenn dies immer wieder und viel zu oft vergessen wurde.) Heute ist das immer noch aktuell in der weltweiten Christenverfolgung, in der Konfrontation mit religiösem Terror und dem Versuch, Religion mit Gewalt zu verbreiten oder gegen „Beleidigung“ zu schützen.

Wie also darauf reagieren? Zunächst jedenfalls einmal mit dem tiefen Wissen, dass nur die Liebe Recht hat und dass Freiheit immer der Prüfstein für Wahrheit ist.

Für Interessierte: Predigttext ist Apostelgeschichte 12, 1-11

Pfarrer Matthias Treiber predigt jeden Sonntag um 9:30 Uhr in der Matthäuskirche Heilbronn-Sontheim.

Veröffentlicht unter Sonstige Schriften | Hinterlasse einen Kommentar

Wie man hineinruft, so schallt es zurück

Schon als Jugendlicher habe ich den Satz gelernt: Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus. Das Leben, vor allem das Zusammenleben mit anderen, ist in vielem ein Echo darauf, wie wir sind oder was wir tun.

Sind wir ängstlich, werden wir immer einen Grund zur Furcht finden; sind wir fröhlich, wird uns die schöne Welt jeden Tag küssen; sind wir kleinlich, werden uns auch andere das Leben nicht leicht machen – und wenn wir großzügig sind, werden auch die anderen lockerer werden. Und: Wenn wir das Leben schwer nehmen, droht uns seine Last zu erdrücken.

Was wir sehen, werden wir ernten. So steht es schon im Galaterbrief – und spannend für die Predigt am kommenden Sonntag ist die Frage, welche Schlussfolgerungen wir daraus für unser Leben ziehen.

Für Interessierte: Predigttext ist Galaterbrief 5, 25+26;6, 1-3+7-10

Pfarrer Matthias Treiber predigt jeden Sonntag um 9:30 Uhr in der Matthäuskirche Heilbronn-Sontheim.

Veröffentlicht unter Neues Testament, Paulus | Verschlagwortet mit | Hinterlasse einen Kommentar

Erwählt am Ende der Sommerferien

Nächste Woche sind die Sommerferien auch für die Schulkinder wieder vorbei und auch für die meisten Erwachsenen ist nun wieder normaler „Alltagsbetrieb“. Der Urlaub hat uns, so er gut war, aus dem Trott herausgenommen und hoffentlich begeistert – mit dem Fremdwort: inspiriert – also gezeigt, wie die Welt sein könnte oder jedenfalls, wie wir sie auch wahrnehmen könnten.

Eines jedenfalls möchte ich aus dieser Zeit möglichst lange bewahren: Nicht wieder achtlos in einen geistlosen Trott zurückzufallen. Dazu ist unser Leben viel zu wertvoll. Schließlich sind wir, wie im Predigttext des kommenden Sonntags zu lesen ist, von Gott geliebt und erwählt. Das nimmt zwar die Alltagssorgen nicht weg, aber macht manches leichter und jeden von uns jedenfalls wertvoll.

Für Interessierte: Predigttext am Sonntag, 9. September 2012 ist 1.Thessalonicher 1, 2-10.

Veröffentlicht unter Paulus | Verschlagwortet mit , | Hinterlasse einen Kommentar

Das Leben ist ungerecht. Aber vergiss nicht: Nicht immer zu deinen Ungunsten

Manche behaupten ja, in keinem Land der Welt sei Neid so ausgeprägt, wie bei uns. Und tatsächlich schimmert in vielen Formulierungen und Argumentationen – so berechtigt sie im einzelnen auch sein mögen – tatsächlich diese widerliche Haltung durch, die nicht umsonst in der kirchlichen Tradition als eine der Todsünden gilt: der Neid. Man gönnt dem anderen nicht, dass er mehr besitzt, besser ist oder einfach mehr Glück im Leben hat. Das aber stört nicht nur das menschliche Zusammenleben, sondern frisst den, der neidet, innerlich geradezu auf. Der Predigttext für den kommenden Sonntag, die Geschichte von Kain und Abel, zeigt das in aller Klarheit.
So, wie sich Kain hilflos als zu unrecht zurückgesetzt empfindet, geht es im Leben eben zu, und wie in der Geschichte von Kain und Abel werden wir daran nichts ändern können. Den einen sieht Gott gnädig an, den anderen nicht, lautet der harte Satz der Bibel, dem wir zwar mit aller Macht widersprechen möchten, der aber dennoch wahr bleibt. So ist es eben im Leben. Wir müssen das akzeptieren und darauf hoffen, dass Jesus ja gerade bei denen ist, die in Not sind.

Als kleiner Trost für den Alltag – wo wir uns oft viel mehr benachteiligt fühlen, als wir tatsächlich sind – mag das Wort von John F. Kennedy stehen: „Das Leben ist ungerecht. Aber vergiss nicht: Nicht immer zu deinen Ungunsten.“

Für Interessierte: Predigttext am Sonntag, 2. September 2012 ist 1.Mose 4, 1-16a

Veröffentlicht unter Altes Testament | Verschlagwortet mit , | Hinterlasse einen Kommentar

Die Augen nicht verschließen vor den Möglichkeiten

Auch wenn es manchmal nicht leicht fällt, ist es wichtig, den Dingen ins Gesicht zu sehen, dem Konflikt nicht auszuweichen, vor der Not nicht die Augen zu verschließen, manches mit den Augen der anderen zu sehen oder jedenfalls die andere Seite auch zu sehen. Eine ganze Bildersprache – in mir zunächst noch etwas ungeordnet; tut sich mit einem Satz aus dem Predigttext des kommenden Sonntags auf, als Petrus zu einem Bettler sagt: „Sieh uns an!“

Das zeigt dann auch die andere Seite dieser Bilderwelt: Nicht zu übersehen, welche Möglichkeiten man immer hat; die Augen vor der Freundlichkeit und Liebe, die einem begegnet, nicht zu verschließen, und vor allem in der Not die Augen nicht aus Scham zu senken. Mit erhobenen Haupt und offenem Blick sollen wir durchs Leben gehen – auch dazu hat uns Christus befreit.

Für Interessierte: Predigttext am Sonntag, 26. August 2012 ist Apostelgeschichte 3.

Veröffentlicht unter Sonstige Schriften | Verschlagwortet mit , | Hinterlasse einen Kommentar

Versager oder Heiliger ist keine sinnvolle Alternative

Bekommt jeder im Leben, was er verdient? „Leider nicht“, denke ich beim Blick auf viele Mitmenschen, die redlich ihr Leben führen, fröhlich und freundlich sind, und dennoch vom Schicksal getroffen werden. „Zum Glück nicht“, jubelt es in mir, wenn ich an das denke, was schief läuft. Wie sollten wir Menschen auch vor dem Ewigen, vor den harten Gesetzen, vor den kritischen Augen anderer bestehen?

Versager oder Heiliger ist keine sinnvolle Alternative. Gott akzeptiert uns wie er will und wie wir sind. Der Predigttext für kommenden Sonntag aus dem Galaterbrief, Kapitel 2, nennt das Gnade. Sie ist nicht immer leicht zu verstehen, aber zum Glück oft genug zu spüren. Dann nämlich, wenn wir etwas bekommen, was wir nicht verdient können: Leben und Liebe.

Für Interessierte: Predigttext am kommenden Sonntag, 19. August 2012 ist Galaterbrief 2, 16-21

Veröffentlicht unter Paulus | Verschlagwortet mit , , | Hinterlasse einen Kommentar

Statt unerquicklichem politischem Streit auf der Kanzel lieber Hermann Hesse?

Die Gottesdienste am kommenden Sonntag könnten politisch brisant werden. Die Kirche begeht den „Israelsonntag“. Theologisch sind die Bibeltexte aus dem Römerbrief dazu recht eindeutig, politisch dagegen herrscht Konfusion: Während der kirchliche Antisemitismus der Vergangenheit beklagt wird, findet man heute in christlichen Kreisen sogar den Aufruf zum Boykott jüdischer Waren. Dazu die aktuelle Diskussion um ein Verbot der Beschneidung. Was würde Paulus dazu sagen?

Ein zweites Thema für die Predigt am kommenden Sonntag ist dagegen weniger konfliktträchtig: Hermann Hesse starb in dieser Woche vor 50 Jahren. Der Pietistensohn aus Calw prägte eine ganze Generation mit seinen Texten, die christliche Tradition in spiritualisierte Lebensweisheit überführen. So lese ich manche seiner Werke jedenfalls.

Für Interessierte: Predigttext am Israelsonntag, 12. August 2012 ist Römerbrief 9, 1-5 & 10, 1-4.

Pfarrer Treiber predigt jeden Sonntag um 9.30 Uhr in der Matthäuskirche, Heilbronn-Sontheim, Lauffener Straße 1

Veröffentlicht unter Paulus | Verschlagwortet mit , | Hinterlasse einen Kommentar

Nicht Querdenker, sondern misfits and crazy ones

Wer bei uns „Querdenker“ genannt wird, ist meist das Gegenteil. Er kritisiert Dinge, die eh in jeder Zeitung kritisiert werden, und darf deswegen gut bezahlt sonntagabends in der Talkshow herumpoltern. Also nur langweiliger Mainstream mit Revoluzzerattitüde!

Ganz anders dagegen die „Außenseiter“, die „crazy ones“, von denen der legendäre Apple-Werbespot erzählt, die abgelehnt werden und dennoch die Welt verändern.

Jeremia gehört, wie der Predigttext des kommenden Sonntags zeigt, eindeutig in die zweite Kategorie. Aber wollte ich da auch sein? Bei denen, die von anderen abgelehnt werden, weil sie auf Wahrheit beharren?

Für Interessierte: Predigttext am Sonntag, 5. August 2012, ist Jeremia 1, 4-10.

Pfarrer Treiber predigt jeden Sonntag um 9.30 Uhr in der Matthäuskirche, Heilbronn-Sontheim, Lauffener Straße 1

Veröffentlicht unter Altes Testament | Verschlagwortet mit , , | Hinterlasse einen Kommentar

Viel zu selbstverständlich nehmen wir heute in Deutschland unsere Freiheit

Einem Schicksal entkommen wir nicht: Wir sind verantwortlich. Für das, was wir tun und das, was wir nicht tun. Für das, was wir aus unserem Leben machen und wo wir anderen das Leben schwer machen. Daran erinnert der Predigttext des kommenden Sonntags, und das kann einem wie eine Last vorkommen, die „Last der Verantwortung“.

Die hat aber auch eine andere, sehr erfreuliche Seite: Unsere Freiheit. Nur weil wir Menschen von Natur aus freie Geschöpfe Gottes sind, können wir auch verantwortlich für unser Tun sein – sonst könnte man uns unsere Taten ja nicht anrechnen.

Viel zu selbstverständlich nehmen wir heute in Deutschland unsere Freiheit (die uns von anderen erkämpft wurde). Aber es ist ein großes Geschenk, dass wir wir unser Leben frei gestalten und tun können, was gut und richtig ist. Was hindert uns also daran?

Für Interessierte: Predigttext am kommenden Sonntag, 29. Juli 2012, ist 1.Korinthernbrief 6, 9-20

Veröffentlicht unter Neues Testament, Paulus | Verschlagwortet mit , , | Hinterlasse einen Kommentar