18-05-2020 – Vulkan-Ausbruch

Eine gewaltige Explosion erschütterte heute vor 40 Jahren den Nordosten Amerikas. Am 18. Mai 1980 brach der Vulkan Mount St. Helens aus. Die Bergspitze rutsche ab und eine riesige Menge an Asche, Geröll und Staub flog in die Luft. Mit der Natur ist nicht zu spaßen. Sie ist allemal mächtiger als wir und überrascht uns in unserem Wissen. Dabei ist die Natur weder gut noch böse. Sie ist einfach, und es überlebt der, der am besten angepasst ist und das nötige Glück hat. In Corona-Zeiten konnte das jeder von uns spüren.
Und der Virus- wie der Vulkanausbruch erinnern uns daran, dass wir der Natur vor allem eines sind: Völlig gleichgültig.
Auch deswegen glaube ich an Gott: Weil ich denke, dass es jenseits der gleichgültigen Natur etwas gibt, das unserem Gehirn Geist und unserem Leben Bedeutung gibt. Gott, von dem wir Leben und Liebe, Hoffnung und Zukunft haben. Und Regeln für unser Leben. Wir sollen füreinander da sein und das Leben, so gut es geht, meistern.

Ihr Pfarrer
Matthias Treiber

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16-05-2020 – 150 Jahre Brooklyn Bridge

Vor genau 150 Jahren, 1870, wurde in New York mit dem Bau der Brooklyn Bridge begonnen. Geleitet wurde das vor allem von einer Frau. Geplant hatte sie Johannes August Röbling aus Mühlhausen in Thüringen, der seit 1831 in den USA lebte. Eine grandiose Konstruktion, unvorstellbar damals. Röbling selbst starb bei Vermessungen noch vor Baubeginn, sein Sohn übernahm die Leitung, erkrankte aber infolge der Arbeiten unter Wasser schwer, so dass schließlich seine Frau Emily Warren das Projekt ab 1872 betrieb. 1883 überquerte sie als erster Mensch die fertig gestellte Brücke, damals die längste Hängebrücke der Welt.

Als Emily die Leitung übernahm, brachte sie sich zunächst einmal selbst Mathematik und Ingenieurkenntnisse bei. Eine unglaubliche Leistung und eine gigantische und wunderschöne Brücke.

Ich denke, man muss immer wieder daran erinnern, zu was wir Menschen fähig sind, was wir können. Wir können Brücken bauen und so Flüsse überqueren, wir können zum Mond fliegen und den Anfang des Universums sehen, wir können Milliarden Menschen zu Wohlstand führen und immer mehr Krankheiten immer besser kurieren.

Es gibt, denke ich, keinen Grund, warum das nicht auch in Zukunft so sein sollte. Gott hat uns den Auftrag gegeben, unsere Welt zu gestalten – zum Guten hin. Und die meisten von uns wollen dies und tun dies.

Ihr Pfarrer
Matthias Treiber

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15-05-2020 – Harry Potter

Harry Potter ist für die Generation der Millennials wohl der Schlüsselroman. Manche haben damals extra eifrig Englisch gelernt, um die einzelnen Bände gleich nach dem Erscheinen lesen zu können – und in den Universal Studios in Los Angeles stehen sie heute an, um einen Plastikzauberstab zu kaufen.

Die Weisheiten der Bücher haben aber nicht nur diese Generation geprägt. „Schon bald müssen wir entscheiden – zwischen dem richtigen Weg und dem leichten,“ sagt Albus Dumbledore, die Vaterfigur Harry Potters.

Der Satz trifft es wohl. Einfache Lösungen sind oft falsch. Und leichte Wege sind meist nicht die richtigen. Das Leben bürdet uns manch Schweres auf, wirtschaftliche Not und Krankheit, persönliche Sorgen und berufliche Frustration. So leicht lässt sich das nicht ignorieren.

Aber was wir alleine aufgeladen bekommen, müssen wir nicht alleine Tragen. „Einer trage des andern Last“ heißt es in der Bibel. Einer geht für andere einkaufen. Eine ruft eine andere an, die alleine zuhause ist. Einer verzichtet darauf, seine Freiheit auszukosten bis zum Rand.Einer nimmt Rücksicht auf den anderen. „So werden wir das Reich Gottes Ererben“ heißt es.

Bleiben Sie dabei!

Ihr Pfarrer
Matthias Treiber

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14-05-2020 – James Dean

Vor 65 Jahren, 1955, erschienen die beiden besten Filme mit James Dean. In „Denn sie wissen nicht, was sie tun“ spielt er einen jugendlichen Rebellen. Das Denkmal am Observatorium in Los Angeles erinnert daran, dass hier eine Schlüsselszene des Films spielt. Und dann natürlich „Jenseits von Eden“, die Geschichte zweier Brüder, die um die Liebe des Vaters ringen.

Auf die biblische Geschichte der Vertreibung aus dem Paradies und der Brüder Kann und Abel wird hier angespielt. James Dean in der Rolle dessen, der seinen Bruder in den Abgrund treibt. In der Bibel stellt Gott daraufhin Kain zur Rede. „Wo ist dein Bruder?“ Und Kain antwortet ziemlich frech: „Woher soll ich das wissen. Soll ich meines Bruders Hüter sein“

Ja, genau, das sollen wir:

Aufpassen auf unsere Brüder und Schwestern, auf die Menschen, die uns anvertraut sind, auf die, die auf uns angewiesen sind.

Lieber einmal zu viel einen Mundschutz tragen, als einmal zu wenig.
Lieber zwei Meter Abstand halten als nur 1 Meter 40.
Lieber telefonieren als anderen mit der Tür ins Haus zu fallen.

Soll ich meines Bruders Hüter sein? Ja, selbstverständlich!

Bleiben Sie behütet!

Ihr Pfarrer
Matthias Treiber

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13-05-2020 – Besser machen

Gestern habe ich gesagt: Nur wer nichts macht, macht keine Fehler. Heute ergänze ich das: Man kann denselben Fehler nie zweimal machen. Beim zweiten Mal ist es nämlich kein Fehler, sondern eine Entscheidung.

Ziemlich deftig. Wir tappen doch immer wieder ins gleiche Fettnäpfchen. Unüberlegt teure Schuhe zu kaufen, die ich nicht anziehe, war ein Fehler – und in vier Wochen später kaufe ich ein Buch, das ich nicht lese. Dem Freund einen ungebetenen Ratschlag zu geben war ein Fehler, und gleich danach erklären wir der Nachbarin, warum sie sich irrt. In beiden Fällen hätte man es doch wissen müssen. Das ist dann tatsächlich kein Fehler wegen Nicht-Wissens, sondern eine Entscheidung für das Falsche.

Manchmal ist es wirklich so, dass einem da ein Teufelchen auf der Schulter sitzt und einflüstert. Aber schon Martin Luther hat über diesen sogenannten Teufel gesagt. „Ein Wörtlein kann ihn fällen.“ Und das Wörtlein heißt: „Nein, ich mach es besser!“

Ihr
Pfarrer Matthias Treiber

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12-05-2020 – Fehler machen

Man will anderen ja nichts unterstellen, aber der Satz stimmt, denke ich: Wer keine Fehler macht, macht wahrscheinlich auch sonst nichts. Fehler zu machen, gehört zum Leben dazu. Wir wissen nicht alles, wir können nicht alles – und wir sind immer darauf angewiesen, dass andere uns vergeben. Die Politiker, jedenfalls die fähigen, wissen das in der gegenwärtigen Situation nur zu gut. Unser Gesundheitsminister hat ja völlig zurecht schon darauf hinweisen, dass wir uns nach der Corona-Krise gegenseitig wohl einiges zu vergeben haben werden. Und gute Wissenschaftler wissen, dass jede Erkenntnis vorläufig ist. Wir wissen halt nur das, was wir wissen. Und schlimmer als einen Fehler zu machen, ist es, gar nichts zu tun. Zuschauen und andere dann kritisieren.

Der Apostel Paulus hat 12 Jahre lang völlig erfolglos gepredigt – bis er es dann anderswo probierte und ziemlich erfolgreich war. Den Mut, etwas zu versuchen, sollte man sich nie nehmen lassen. Weder beruflich noch privat, bei einer Ausbildung ebensowenig, wie bei der Frage, wie man leben will.

Gott weiß das, und macht uns Mut!

Herzlichst

Ihr Pfarrer
Matthias Treiber

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11-05-2020 – Katzenbilder

Wenn Sie im Internet möglichst viele Klicks wollen, müssen Sie Katzenbilder auf Facebook stellen. Katzenfotos gehen immer. Sie sind ja auch süß. Katzen sind aufmerksam und aktiv, haben ein Fell zum Streicheln und die Kleinen sind total verspielt. Und man kann in ihr Verhalten alles mögliche hineininterpretieren. Klug wirken sie manchmal und eigensinnig.

In der Bibel kommen Katzen praktisch nicht vor – aber immerhin hat Franz von Assisi wohl auch zu ihnen gepredigt. Was er dabei gesagt hat? Vielleicht dies: Gott hat dich, liebes Kätzchen, als freies Wesen geschaffen. Du zeigst deine Unabhänigkeit. Gerade deshalb aber ist es gut, wenn du dich auch mal streicheln lässt und den anderen damit sagst: Ich brauche dich, ich mag dich – auch wenn ich manchmal meine Wege gehe.

Herzlichst

Ihr Pfarrer
Matthias Treiber

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09-05-2020 – Oberschenkelbruch

Margaret Mead, die amerikanische Völkerkundlerin wurde mal gefragt, wann eigentlich die menschliche Zivilisation begonnen hat. Was sieht man da, wenn man Ausgrabungen macht.

Der Student dachte, sie würde sagen Fischhaken oder Töpferwaren. Aber sie sagte: Das erste Zeichen von Zivilisation ist, wenn man bei Ausgrabungen einen menschlichen Oberschenkelknochen entdeckt, der nach einem Bruch verheilt ist. Denn wer den Oberschenkel bricht, stirbt. er kann nicht mehr zum Fluss gehen, um zum trinken und vor Gefahr nicht mehr wegrennen. Kein Tier überlebt ein gebrochenes Bein.

Ein verheilter Oberschenkelbruch ist also der Beweis, dass hier einem von anderen geholfen wurde, dass sie zusammen waren, bis das verheilt war. So beginnt die Zivilisation. Menschen die zusammenbleiben, um einander zu helfen. Genau das ist es, auch jetzt. Zivilisation heißt: Helft euch und nehmt Rücksicht. Nur gemeinsam werden Corona besiegen. 

Ihr Pfarrer
Matthias Treiber

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08-05-2020 – Kriegsende

Warum der 8. Mai ein Tag der Befreiung ist, kann man leicht sehen, wenn man hier durch Sontheim geht. Nahe der Kirche hier wurden in den Gehweg Stolpersteine eingelassen. Erinnerungen an die jüdischen Männer und Frauen, die hier einmal gewohnt haben und in Nazi-Deutschland ermordet wurden. Für sie kam die Befreiung zu spät.

In den 75 Jahren seit dem ist Gott sei Dank aus Deutschland ein Land geworden, in dem Freiheit etwas gilt. Sie wird auch durch die gegenwärtigen Maßnahmen nicht wirklich in Frage gestellt. Die Frage ist eher, wie wir mit unserer Freiheit umgehen. Sind wir bereit uns für Freiheit einzusetzen? Dass jeder die Freiheit hat, in seinem Leben sein eigenes, persönliches Glück zu suchen? Wären wir bereit, sie zu verteidigen, gegen Verleumdungen und fremde Mächte?

Für unsere Freiheit sind viele Menschen gestorben, alleine am Ende des Kriegs in Heilbronn über 200 amerikanische Soldaten. Allein das verpflichtet uns dazu, frei zu bleiben, wie es im Galaterbrief (Kapitel 4) heißt. „Zur Freiheit hat uns Christus befreit! Lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen!“

Und wie das Motto freier Menschen heißt, steht gleich danach: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!“

Bleiben Sie behütet!

Ihr Pfarrer
Matthias Treiber

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07-05-2020 – Herr der Ringe

Heute vor 75 Jahren wurde die Kapitulation der Deutschen an der Westfront unterschrieben. All den Verbrechen der Deutschen war nun ein Ende gesetzt. Gott sei Dank. „Der Herr der Ringe“ spricht aus dieser Zeit bis heute. Von dunklen Zeiten und der Hoffnung, dass das Schlimme vergeht. JRR Tolkien schrieb den Roman als gläubiger Christ.

„Wie könnte diese Welt wieder so wie vorher werden, wenn so viel Schlimmes passiert ist? Aber letzten Endes geht auch er vorüber, dieser Schatten. Selbst die Dunkelheit muss weichen. Ein neuer Tag wird kommen und wenn die Sonne scheint, wird sie umso heller scheinen.“ Frodo fragt: „Woran sollen wir glauben, Sam?“ Und Sam sagt: „Es gibt etwas Gutes in dieser Welt, und dafür lohnt es sich zu kämpfen.“

Wir müssen heute zum Glück nicht Nazi-Verbrecher bekämpfen, sondern nur einen Virus. Er ist nicht böse, sondern nur schlimm in seinen Folgen – gesundheitlich und wirtschaftlich. 

Aber die Hoffnung ist gleich: Dass uns am Ende die Sonne umso heller scheint.

Gott behüte Sie!

Ihr Pfarrer
Matthias Treiber

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