2014 im Rückblick

Die WordPress.com-Statistik-Elfen haben einen Jahresbericht 2014 für dieses Blog erstellt.

Hier ist ein Auszug:

Eine Cable Car in San Francisco fasst 60 Personen. Dieses Blog wurde in 2014 etwa 2.300 mal besucht. Eine Cable Car würde etwa 38 Fahrten benötigen um alle Besucher dieses Blogs zu transportieren.

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.

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Frohe Weihnacht!

W.motiv5-1Dass das Leben manchmal im Dunkeln ist, braucht uns keiner zu sagen, so wenig wie den Hirten, die da eines Nachts bei ihren Herden saßen, als sie plötzlich einen Engelsgesang hörten, der die Welt veränderte: „Ehre sei Gott in der Höhe, und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.“ Gott lässt uns also nicht im Dunkeln sitzen, in Angst und Einsamkeit und mit all unserem Scheitern.

Es ist gut mit dir und deinem Leben, sagen die Engel. Es wird gut mit euch und mit eurer Welt. Die Erde wird nicht vergehen, solange Gott seine schützende Hand über uns hält. Unser Leben ist nicht verloren. Es ist zuweilen bedroht, uns fällt uns zuweilen schwer. Aber Gott kommt zu uns, ist mit uns, geht mit uns.

Und dann sagen uns die Engel auch: Öffne die Augen! Blicke aus deinem Herzen heraus! Sieh all das Gute, das dir widerfährt. Sieh all das Sinnvolle, das du tun kannst. Sieh all die Liebe, die wirklich ist. Sieh all die Liebe, die tätig ist. Sieh all die Liebe, die möglich ist.

Ich wünsche Ihnen eine fröhliche, selige, Gnaden bringende, und von Liebe erfüllte Weihnachtszeit. 

Matthias Treiber

Die Weihnachtsgeschichte steht in Lukas 2, 1-20.

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Fest des Friedens – aber nicht für die Gewalttäter

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(Bildschirmfoto: Treiber)

Dass einer die Gewalttätigen von ihrem hohen Sockel stößt, kündigt Maria im Predigttext des 4.Advents an. Das wünsche ich mir auch: Endlich keine Leute mehr, vor denen man Angst haben (und deshalb jeden Rucksack auf dem Bahnhof misstrauisch beäugen) muss, keine Verbrecher und Idioten mehr, die andere in Straßencafés massakrieren, weil sie „ungläubig“ seien. Dabei glauben doch gerade die Fanatiker an gar nichts. Sie haben kein Vertrauen in das Leben und die Liebe, sondern hegen nur einen Hass gegen alle, die frei sind.

Weihnachten, das Fest des Friedens? In diesem Jahr gibt es genug Gründe, daran fest zu halten. Allerdings: Maria singt nicht davon, dass man sich vor der Gewalt ducken soll, im Gegenteil. Gewalttäter sollen ihre Untaten nicht in Frieden begehen können, sondern die Gewaltigen werden vom Thron gestoßen, heißt es. Weil Erlösung nicht in politischer Macht oder religiösem Wahn liegt, sondern vom Kind in der Krippe ausgeht, von unserer Menschlichkeit.

Predigttext am Vierten Advent, Sonntag, 21. Dezember, ist Lukas 1, 46-55.

Pfarrer Treiber predigt jeden Sonntag um 10 Uhr in der Matthäuskirche in Heilbronn-Sontheim.

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Heile, heile Segen?

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(Foto: wikipedia/commons – lizenzfrei)

Den melancholischen Schunkel-Schlager „Heile, heile Segen“ bei „Mainz bleibt Mainz“ zu hören, fand ich zwar schon als Kind unerträglich, zugleich hatte sein Text aber auch etwas sehr beruhigendes: Schmerz vergeht, die Zeit heilt alle Wunden.

Oft genügt es allerdings nicht, einfach nur auf bessere Zeiten zu warten. Manches Elend im Leben wird durch Warten eher schlimmer, eine verkorkste Beziehung wird durch Warten ebenso wenig besser, wie eine Sackgasse, in die man sich manövriert hat, sich einfach auflöst. Wer Mist gebaut hat, sollte möglichst bald versuchen, das wieder in Ordnung zu bringen, und wer von anderen gehänselt wird, sollte sich dagegen wappnen und wo nötig, etwas ändern.

„Ist mit dir Erlösung schon da, oder sollen wir noch warten?“, ließ Johannes der Täufer Jesus fragen. Sie ist schon da, heißt die Antwort. Die Welt wird zwar auch in diesem Jahr am Weihnachtsmorgen keine andere sein, aber sie kann eine bessere sein, wenn wir die Weihnachtsbotschaft nur in unsere Herzen und es damit verändern lassen.

Noch zwei Kerzen am Adventskranz….

Predigttext am 2.Adventssonntag, 14. Dezember 2014, ist Matthäus 11, 2-6

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„Wann kommst Du?“ – „Gleich.“

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Adventskalender gibt es auch speziell für Erwachsene. (Foto: privat)

„Gleich!“ sagen die Jugendlichen, wenn man sie bittet, doch endlich eine Aufgabe zu erledigen oder zum Essen zu kommen. Dabei ist gar nicht so sicher, was „gleich“ jetzt bedeutet, und man wartet.

„Gleich“ heißt es auch im Advent. Unser Erlösung naht! verheißt uns uns ein Prophet, und dass sie in einem Kind  in der Krippe erscheint, wissen wir auch. Aber wann kommt Erlösung wirklich, endgültig?

Mit der Unbestimmtheit des Glücks in unserem Leben müssen wir leben. „Gleich“ kann lange dauern. Aber es kommt, gewiss. In der Adventszeit lässt sich das spüren an den schönen Lichtern, der Vorfreude, der Geschäftigkeit und jeden Morgen, wenn ich das Türchen an meinem Adventskalender öffne.

Predigttext am Sonntag, 7. Dezember 2014 ist Lukas 21, 25-33.

Pfarrer Treiber predigt jeden Sonntag um 10 Uhr in der Matthäuskirche in Heilbronn-Sontheim.

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Ein Lob der Lächerlichkeit

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(Foto: wikicommons – lizenzfrei)

Sie kennen vielleicht die Fotoshootings, für die man als Tourist auf einen Esel gesetzt wird. Ich weiß nicht: Ein Elefant oder Kamel mag ja noch exotisch-imposant sein, aber ein Esel wäre mir peinlich, zumal es dem Tier mit meinem Gewicht auch nicht gut ginge. Aber ich denke da eher an mich, wie lächerlich das aussehen würde; dann lieber zu Fuß.

Oder darf man als Erlöser lächerlich auf einem Esel daherkommen? Muss man vielleicht sogar? Wenn ich an die inzwischen allgegenwärtigen religiösen Fanatiker denke, die mit ihrem ernsthaften „Glauben“ zu einer Seuche der ganzen Welt geworden sind, weiß ich, dass Erlösung nur in der Leichtigkeit liegen kann, im Humor, in der Gelassenheit. All das zeigt sich in der Fähigkeit, über sich selbst lachen und sein Erscheinungsbild lächeln zu können.

Jesus kam auf einem Esel nach Jerusalem geritten und die Leute haben ihn wie einen König empfangen. Ich bin sicher: Man hat damals gelächelt bei aller Freude über den Erlöser.

Predigttext am 1. Advent, dem 30. November 2014, ist Matthäus 21, 1-9

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Totensonntag – Der persönlichste Gedenktag

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(Foto: iStock)

Der Totensonntag ist wohl der persönlichste aller Gedenktage. Denn hier erinnern wir uns als einzelne Menschen und Familien an einzelne andere Menschen, die verstorben sind. Oder wir nehmen Teil an der Trauer anderer. Keine große Zahl verschlingt das persönliche Schicksal. Der Einzelne zählt – sein Leben, sein Sterben, sein Verlust.

Und unsere Trauer.

In der Kirche ist dies alles gut aufgehoben. Bei Gott, dem Ewigen, den wir nicht fassen können, und von dem wir nur wissen, dass wir unsere Hoffnung durch ihn haben.

Predigttext am Sonntag, 23. November 2014 ist 2.Petrus 3, 3-13.

Pfarrer Treiber predigt jeden Sonntag um 10 Uhr in der Matthäuskirche Heilbronn-Sontheim.

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Vergänglichkeit – das November-Gefühl

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November-Gefühl (Foto: Treiber)

Alles hat ein Ende, nichts bleibt. Ein melancholischer Gedanke aus der Bibel, der ganz gut zu dem Empfinden vieler Menschen passt – nicht nur im November. Vergänglichkeit stellt unser ganzes Leben in Frage.

Oder ermöglicht Vergänglichkeit unserem Leben nicht erst Sinn? So kann man das ja auch sehen. Zum Glück ist nichts ewig – kein Fehler, keine Beeinträchtigung. Nichts, was sich falsch anfühlt, muss so bleiben.

Und dann kann man Vergänglichkeit ja auch als Ansporn verstehen, endlich in der Gegenwart zu leben. Unsere Tage sind begrenzt. Hier und heute gilt es das Richtige zu tun.

Predigttext am Sonntag, 16. November 2014, ist 2. Korinther 5, 1-10.

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Der Weltuntergang kann uns egal sein

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(Foto: Treiber)

Ich (geb. 1959) bin mit Weltuntergangspropheten groß geworden: Atomkrieg und Atomkraft, Waldsterben und Lebensmittelchemie, das Internet und eine neue Eiszeit – was ist uns nicht alles als Untergang prophezeit worden? Doch die Welt gibt es immer noch und ernsthaft wird niemand behaupten können, dass früher alles besser war.

Wann die Welt untergeht kann uns schlichtweg egal sein, es ist nicht nötig, darüber nachzudenken, heißt es im Bibeltext des kommenden Sonntags. Wir sollen heute leben, heute das Richtige tun, heute lieben – als Kinder des Lichtes, das Gott über die Welt scheinen lässt.

Predigttext am Sonntag, 9. November 2014 ist 1.Thessalonicher 5, 1-11.

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Keine Angst vor Fehlern!

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Cranachs Luther (wikicommons/gemeinfrei)

Wir sind etwas wert, weil wir sind, – und nicht, weil wir es uns erarbeitet haben. So etwa ließe sich einer der Grundgedanken der Reformation heute formulieren. Gott liebt uns, weil er uns geschaffen hat. Unsere Würde bekommen wir nicht von anderen zugebilligt, sondern die haben wir immer.

Wir können sie sogar nicht einmal selbst verspielen. Selbst der größte Sünder kann auf Vergebung hoffen. Und ganz gewiss nicht deshalb, weil er es verdient hat.

Klingt das alles ziemlich fern? Wohl nur so lange, bis es für uns konkret wird. Die Fehler in unserem Leben werden wir kaum nur an einer Hand abzählen können. Glücklich, wer sie sich vergeben kann. Und – so könnte Luther sagen – glücklich auch, wer keine Angst hat, neue zu machen.

Predigttext am Reformationstag ist Philipperbrief 2, 12-18

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