Stay hungry!

Reben

Hungrig bleiben, um Frucht zu bringen – ein Gedanke zum Predigttext des Sonntags (Foto: Treiber)

Hungrig sollten sie bleiben und ein bisschen verrückt, hat der verstorbene Apple-Gründer Steve Jobs einmal Absolventen der Universität Stanford empfohlen. So kann man etwas aus seinem Leben machen, kann Frucht bringen, wie es in der Bibel heißt.

Was ist der Ertrag unseres Leben? Worin liegt sein Sinn? Im Beruf? In der Kindern? In der Liebe? Im Tun des Guten? Kein anderer kann uns das sagen.

Vielleicht liegt sogar der Sinn des Lebens im Leben selbst. Das zu tun, was lebendig ist und Leben schafft: Neue Ideen und bessere Beziehungen, mutige Taten und freie Gedanken.

Wer sich daran hält, wir Frucht bringen. Und selig, wer nach diesen Früchten hungrig bleibt.

Predigttext am Sonntag, 26. April 2015 ist Johannesevangelium 15, 1-8.

Pfarrer Matthias Treiber predigt jeden Sonntag um 10 Uhr in der Matthäuskirche Heilbronn-Sontheim.

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Wenn Gott der gute Hirte ist, sind wir dann dumme Schafe?

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(Foto: wikipedia/creativ-commons – Jason Burwen)

Wenn einmal wieder alles fragwürdig geworden ist, wenn man an Grenzen stößt oder krank geworden ist, wenn der Beruf einen belastet und Sorgen einen umtreiben – da hätte man doch gerne jemanden, der einem zeigt, wie es besser wird und bei der Hand nimmt. Der gute Hirte ist das Bild dafür, dass Menschen sich und ihr Leben Gott anvertrauen.

Aber Moment mal!  Wenn Gott der gute Hirte ist, sind wir dann Schafe? Einfältige Wesen, die auf Befehl übers Stöckchen springen?

Man darf das Bild vom Hirten und den Schafen nicht überdehnen. Jesus hat es benutzt, um zu sagen, dass er sich mit seinem Leben für die einsetzt, die ihm vertrauen, so wie ein Hirte die Schafe gegen den Wolf verteidigt. Oder, ohne Bild gesprochen, wie der Glauben an Jesus uns schützt vor Überforderung, Angst und den Bedrängnissen durch andere.

Predigttext am Sonntag, 19. April 2015, ist Johannes-Evaneglium 10, 11-16;27-30

Pfarrer Matthias Treiber predigt jeden Sonntag um 10 Uhr in der Matthäuskirche Heilbronn-Sontheim.

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Zweifel sind nicht nur erlaubt, sondern notwendig

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Zweifler wollen alles genau wissen – der „Ungläubige Thomas“ von Caravaggio (Bild: wikicommons – gemeinfrei)

Zweifler sind mir die liebsten Menschen. Sie stellen vermeintliche Sicherheiten in Fragen, sie wagen zu denken und wollen frei und selbständig sein. Deshalb ist Thomas auch mein Lieblings-Heiliger, der Apostel, der an die Auferstehung Jesu nicht glauben konnte.

Die Kirche hat ihn wegen dieses „Unglaubens“ nicht verurteilt, im Gegenteil, er wurde sogar in den erlauchten Kreis der Heiligen aufgenommen, obwohl er weder Wunder vollbracht hat noch für seinen Glauben gestorben ist.

Doch beim Zweifel kann man nicht stehen bleiben. Wir müssen trotz aller Zweifel leben und glauben, lieben und hoffen. Und das tun wir, tut jeder von uns jeden Tag, in jedem Augenblick des Zusammenlebens mit anderen und jedes Mal, wenn wir etwas tun, obwohl wir nicht wissen können, wie es ausgeht.

So sind wir selbst die besten Belege dafür, dass gerade die Zweifler den stärksten Glauben haben, den, der Zweifel nicht leugnet, sondern damit lebt.

Predigttext am Sonntag, 12. April 2015, ist Johannes-Evangelium, Kapitel 20, Verse 19 bis 29.

Pfarrer Treiber predigt jeden Sonntag um 10 Uhr in der Matthäuskirche Heilbronn-Sontheim.

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Auf Karfreitag folgt Ostern

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(Die Quelle dieses Screenshots konnte leider trotz intensiver Suche nicht in Erfahrung gebracht werden.)

Mag man in diesen Tagen von Ostern sprechen, oder bleibt man an Karfreitag hängen? Das Leid, das uns medial besonders dicht nahe kam, macht sprachlos (oder sollte es zumindest machen, auch wenn die Medien tagelang unaufhörlich darüber geplappert haben); sprachlos jedenfalls, was Erklärungen für das Unerklärbare anbelangt.

Was bleibt uns aber dann angesichts von Leid und Not und Tod? Der starre Blick in die Finsternis der Welt (oder der Herzen mancher Menschen)? Oder doch, leise aber hörbar, die Hoffnung, dass keine sinnlose Tat dem Leben seinen Sinn nehmen kann, dass keine Liebe vergeht, dass das Gute vom Bösen nicht überwunden wird.

Auf Karfreitag folgt Ostern.
Und die Liebe bleibt ewig.

Predigttext am Ostersonntag, 5. April 2015, ist Markus 16, 1-8

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Wer hochgeschrieben wird, wird auch wieder klein gemacht

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Mittelpunkt eines Medienskandals – ein Bobby Car für einen Bundespräsidenten (Foto: wikicommons lizenzfrei / 4028mdk09)

Politiker und andere Promis kennen das nur zu gut. Wer von den Medien geliebt und hochgeschrieben wird, muss damit rechnen, dass es da auch wieder abwärts geht, dass die Leute enttäuscht sind und die Medien einen nieder machen. Das ging Bundespräsidenten ebenso wie Sportlern.

Aber Medienschelte führen da ein wenig in die Irre. Wir, die Mediennutzer, kühlen unser Mütchen daran, Große klein zu machen. Wer den Kopf aus der Menge steckt, bekommt eins drauf, könnte man etwas bösartig vermuten. Und auf wen sich die Erwartungen anderer richten, der wird nicht an dem gemessen, was er wirklich sagt, sondern an dem, was andere hören wollen. Und die sind dann schnell beleidigt.

So schnell wird aus dem „Hosianna“ das „Kreuziget ihn!“.

Predigttext am Palmsonntag, 29. März 2015, ist Johannes-Evangelium, Kapitel 12, Verse 12-19

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Wer ist der Größte im ganzen Land?

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Nummer Eins in Deutschland: Albert Einstein (Foto: wikicommons / gemeinfrei)

Wer ist der größte, der wichtigste, der einflussreichste Mensch? Bei der Suche nach Rankings stößt man auf erstaunliche Ergebnisse: Mohammed, Newton, Jesus, Buddha, Konfuzius und Paulus belegen die erste Plätze. Offenbar werden diejenigen am meisten geschätzt, die am meisten Macht oder Geld haben, sondern die für andere etwas getan oder andere inspiriert haben. Das ist gut so, und entspricht in gewisser Weise auch dem Hinweis, den Jesus seinen Jüngern gibt: Nicht der selbstsüchtige Herrscher ist der Größte, sondern der, der anderen dient.

Beim Ranking der wichtigsten Deutschen belegen übrigens auch Geistesgrößen die vorderen Plätze: Einstein, J.S.Bach – und auf Platz 5 die Geschwister Scholl.

Predigttext am Sonntag, 22. März 2015 ist Markus 10, 35-45.

Pfarrer Treiber predigt jeden Sonntag um 10 Uhr in der Matthäuskirche Heilbronn-Sontheim.

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Man muss die Vergangenheit nicht gleich begraben, oft reicht es, sie einfach hinter sich zu lassen

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(Foto: wikicommons/The Cookiemonster – lizenzfrei)

Für wen oder was würden Sie ihr bisheriges Leben, den Beruf, die Sicherheiten, den Wohnort aufgeben? Für mehr Verdienst? Na ja, vielleicht. Im großen Gefühl des Verliebtseins? Wer weiß? Für ein neues und inspirierendes Leben? Warum nicht? Für die Menschen, die Sie lieben – Kinder, Mann oder Frau? Ganz gewiss.

Dass nach dem biblischen Wort das Weizenkorn in der Erde sterben muss, um Frucht zu bringen, ist ein etwas irreführendes Bild, denn das Korn stirbt ja nicht, sondern gibt nur seine bisherige Existenz auf, verwandelt sich und bewirkt Gutes.

Man muss sich gewiss nicht jeden Tag neu erfinden, aber wenn man das Gefühl hat, dass einem Gewohnheiten und Vertrautheiten den Zugang zum Wesentlichen im Leben versperren – der Liebe und dem Leben -, sollte man nach der offenen Tür im Leben suchen, oder wenigstens einem offenen Fenster.

Diese Bilder, das merke ich jetzt, gefallen mir besser, wenn es um die Veränderungen im Leben geht. Man muss die Vergangenheit nicht gleich begraben, oft reicht es, sie einfach hinter sich zu lassen.

Predigttext am Sonntag, 15. März 2015, ist Johannes 12, 20-26.

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Vergangenheit vergangen sein lassen

Zeitungsausschnitt

Zeitungen unterhalten uns oft mit alten Bildergalerien, aber die Vergangenheit soll nicht mehr Gegenwart sein. (Foto: private Abbildung im Zeitungsausschnitt)

Wenn etwas wirklich wichtig ist, muss alles andere hinten anstehen. Wenn das Kind Hilfe braucht, lässt man alles andere stehen und liegen, wenn es der Partnerin schlecht geht, lässt man den Besprechungstermin saußen, wenn man nicht mehr kann, muss man zu sich selbst: Stop! sagen. Letzteres tun wir oft zu selten oder zu spät. Viele muten sich bis über die Grenzen ihrer Belastbarkeit hinaus Aufgaben und Verantwortungen zu. Dabei ist so vieles doch nicht wirklich wichtig. Man tut es, weil man es halt tut.

Vor allem die Vergangenheit sollen wir vergangen sein lassen. Nur dann sind wir frei, unser Leben neu auszurichten, wenn wir den alten Ballast, das alte Denken, die alten Selbstverständlichkeiten hinter uns lassen.

Jesus fordert, dass wir Stop sagen zum Alten! Und Mut haben zu neuen Zielen, mit dem Blick auf das, was wirklich wichtig ist.

Predigttext am Sonntag, 8. März, ist Lukas 9, 57-62.

Pfarrer Treiber predigt jeden Sonntag um 10 Uhr in der Matthäuskirche Heilbronn-Sontheim. 

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Das falsche Leben

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Eckstein der Aachener Bonifatiuskirche (Foto: Norbert Schnitzler / wikicommons/lizenzfrei)

Das unangenehme an Lebenslügen ist, dass man sie lange aufrecht erhalten kann: das eigene, unmögliche Verhalten, die Überheblichkeit und Unversöhnlichkeit. Egal wie falsch man offenkundig liegt, man kann gute Ratschläge ignorieren, man kann den besorgten Freunden aus dem Weg gehen und vielleicht sogar die von sich stoßen, die einen doch lieben. Warum man das tut? Vielleicht, weil es bequemer ist, im Falschen zu leben, als sein Leben auch einmal in Frage stellen zu lassen.

Am Ende allerdings sind noch alle Lebenslügen zerbrochen.

Und diejenigen, über die man sich vielleicht zuvor in seiner Überheblichkeit lustig gemacht oder die man ignoriert hat, sind dem wahren Leben doch näher als man selbst. „Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden“, heißt es in der Predigt des kommenden Sonntags.

Predigttext am Sonntag, 1. März 2015, ist Markus 12, 1-12.

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Wenn uns der Teufel reitet

The Temptation of Christ Ary Scheffer, 1854

The Temptation of Christ Ary Scheffer, 1854 (Bild: wikicommons/gemeinfrei)

Hat Sie schon mal der Teufel geritten? Was umgangssprachlich noch durchaus üblich ist, gilt religiös heute meist als befremdlich. Wer glaubt schon an den Teufel? Aber dass wir manchmal zu Dingen verleitet werden, die wir nicht wollen, kennen wir gut: zu laut gewesen im Streit, zu ungeduldig mit den Kindern, zu unnachgiebig in der Diskussion, zu nachlässig bei wichtigen Dinge, zu oft auf Kosten anderer etwas getan.

Eigensinn und Macht verführen uns. Und wer denkt, dass ihn das nicht betrifft, sei an andere Todsünden erinnert: Neid und Überheblichkeit zum Beispiel.

Dagegen hilft nur: Glauben. Zu glauben an die Liebe und an das Leben. Alles andere ist dann zweitrangig.

Predigttext am Sonntag, 22. Februar 2015 ist Matthäus 4, 1-11.

Pfarrer Matthias Treiber predigt jeden Sonntag um 10 Uhr in der Matthäuskirche in Heilbronn-Sontheim, Lauffener Straße 1.

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