Frühlingsanfang – 22 Tage vor Ostern

IMG_7096Frühlingsanfang – Zum Glück ist heute so schlechtes Wetter, möchte ich fast sagen. Die letzten Tage waren ja so schön, da wollte man einfach hinaus gehen und eine Runde Fahrrad fahren. Aber wenn nun die Ausgangsbeschränkungen rigoroser werden, heißt es zuhause zu bleiben.

Für Eltern wird ist das eine besondere Herausforderung. Gewiss, zur Zeit dürfen sich Familien mit Kindern hier in Baden-Württemberg noch auf der Straße aufhalten. Aber da die Spielplätze geschlossen sind, wird das im Regen keinen großen Spaß machen. Glücklich wird sich schätzen können, wer einen Balkon oder eine Terrasse hat.

Für drinnen empfehle ich Ihnen, mit ihrem Kind mal auf die Seite kinderkirche-wuerttemberg.de zu schauen. Da gibt es zunehmend mehr an Geschichten und Spielen und Bastelanleitungen für Kinder. Und wenn die Oma per Skype noch eine eigene Geschichte beisteuern kann, dann ist das supertoll.

„Was kann man tun?“ hat mich jemand gefragt. „Das Beste daraus machen.“ „Suchet der Stadt Bestes; denn wenn’s ihr wohl geht, so geht’s auch euch wohl.“ heißt es in der Bibel. (Jeremia 29, 7)

Bleiben Sie gesund – unter Gottes Segen und durch die nötige Vorsorge.

Matthias Treiber

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23 Tage bis Ostern

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Pfarrer Matthias Treiber (Foto. Haufer-Murrweiss)

Die Meldungen werden düsterer. Die Infektionen steigen dramatisch und exponentiell, so wie prognostiziert. Die Verdachtsfälle rücken näher. Die ersten Bekannten sind in Quarantäne. Es wird mit Sicherheit noch viel schlimmer werden, als es gegenwärtig ist. Wir müssen uns darauf einstellen.

Und dann gibt es auch die positiven Seiten. Gestern haben sich von sich aus plötzlich die ersten Leute gemeldet, die anderen helfen möchten, Älteren beim Einkaufen. Sie helfen schon in der unmittelbaren Nachbarschaft und hätten noch Kapazitäten. Jugendliche haben angeboten, Hunde von Älteren Gassi zu führen. 

Das ist toll! In der Not rücken wir zusammen. Nicht körperlich, aber seelisch. Die meisten haben inzwischen begriffen, wie ernst es ist. Solidarität heißt in diesen Tagen, dass der Einzelne spürt, dass er auf die Gemeinschaft angewiesen ist.

„Einer trage des anderen Last, so werdet Ihr das Reich Christi ererben!“ heißt es in der Bibel. So beginnt das Reich Gottes auf Erden: Nicht, wenn die Sonne scheint und die meisten ganz gut alleine zurecht kommen, sondern dann wenn wir uns in der Not bewähren. Wenn wir dabei bleiben, dass man den Nächsten helfen muss, und auf die Schwächsten Rücksicht nehmen.

Hilfe kann in diesen Tagen vielleicht nicht mehr sein, als das man am Telefon die ältere Nachbarin fragt, was sie aus dem Lebensmittelladen braucht, dort einen weiten Abstand zu anderen Kunden und zum Personal an der Kasse hält und die Tasche dann der Nachbarin vors Haus stellt. Wer Distanz zu anderen hält, hilft; und wer anderen hilft, muss die Distanzregeln beachten. Aber so tragen wir gemeinsam unsere Last – einer dem anderen.

Bleiben Sie gesund – unter Gottes Segen und durch die nötige Vorsorge.

Ihr
Matthias Treiber

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24 Tage bis Ostern

Kirche innen

Matthäuskirche Heilbronn-Sontheim

Noch 24 Tage bis Ostern, und wie es gegenwärtig aussieht, werden wir Ostern nicht gemeinsam hier in der Kirche feiern können.

Ich hoffe, Sie können die Atmosphäre einer Kirche trotzdem noch spüren, das Gefühl der Geborgenheit. Mir jedenfalls geht es so und ging es immer so, wenn ich in Nöten war und mich hierher zurückziehen konnte.

Jetzt bin ich wieder hier. Mir geht es gut. Ich bin gesund, und ich habe fast alle meine Liebsten zuhause um mich. Das ist gut und das tut gut.

Und es tut gut einen Ort zu haben, wo man spürt. Gott ist da. Gott ist immer noch da. Auch wenn wir  ihn zur Zeit nicht mehr in der Kirche loben und feiern können, wir können es zuhause tun. Ob wie gestern Abend, als Chorsänger dazu aufgerufen hatten, von den Balkonen den Choral „Der Mond ist aufgegangen“ zu singen, oder ob in unseren stillen Gedanken und dem Gebet vor dem Einschlafen.

Oder vor dem Aufstehen. Falls Sie in diesen Tagen nicht wie üblich, vom Wecker aus dem Bett geworfen zu werden, dann bleiben Sie gewiss liegen, bis Sie wach sind. Und denken an den heutigen Tag, was er bringen mag. Ein guter Zeitpunkt, ein Gebet zu sprechen. So wie Martin Luther es getan hat:

Ich danke dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, deinen lieben Sohn, daß du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte dich, du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen!

Bleiben Sie gesund – unter Gottes Segen und durch die nötige Vorsorge.

Ihr
Matthias Treiber

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25 Tage bis Ostern

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Foto: Treiber

Gestern waren wir einkaufen. Eigentlich war alles zur Genüge vorhanden. Bis auf Toilettenpapier. Weltweit ist es so, selbst Freunde in den USA stehen dort vor leeren Regalen.

Ist das dramatisch, ist das ein Witz? 

Wer mag das sagen. Aber ich habe mich entschlossen, das zumindest jetzt mit Humor zu nehmen. Mi:ms dazu kursieren ja schon genügend in den sozialen Medien.

Vielleicht kann der Humor uns auch helfen, nicht in Panik zu verfallen. Nachdem hierzulande viele die Gefahren durch die Pandemie heruntergespielt haben, besteht ja die Gefahr, dass dies ins Gegenteil umschlägt und Leute panisch nur an sich denken.

Es wird schwierig werden, Solidarität zu zeigen, wenn man anderen kaum noch begegnet. 

Und in Gefahr ist wohl auch die Liebe, die über allem stehen soll.

Hoffen wir, dass wir etwas von der Gelassenheit bewahren können, mit der viel unter uns in den letzten Wochen der Corona-Krise getrotzt haben.

Hoffen wir, dass unsere Liebsten und wir verschont werden.

Und dass andere für uns da sind, wenn wir Hilfe brauchen.

So, wie es in der Bibel heißt: Zeigt herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut und Geduld. Über alles aber zieht an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit.

Bleiben Sie gesund – unter Gottes Segen und mit der nötigen Vorsorge!

Ihr
Pfarrer Matthias Treiber

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26 Tage bis Ostern

2020-03-17

Foto: Matthias Treiber

Unser Kindergarten – seit heute ist er geschlossen. Wo sonst Kinder spielen und turnen, singen und Sprachförderung erhalten, ist es nur noch leer. Wenn das Kindergeschrei fehlt, wird einem besonders klar, dass etwas nicht stimmt in diesen Tagen.

Für viele Eltern ist das jetzt eine kolossale Herausforderung. Wenn nötig, Betreuung zu organisieren, oder wenn man zuhause ist, die Kinder zu beschäftigen. Das werden mindestens 5 Wochen, fast so lange wie die Sommerferien – und das ohne Urlaubsreise und ohne Kinderfreizeit, ohne Spielplatz und ohne Schwimmbad. Für uns alle werden die nächsten Woche hart werden. Fast alles muss anders organisiert werden. Lasten werden zunehmen.

Manche haben es immer noch nicht begriffen, machen sich über Kollegen lustig, die HomeOffice möchten; über Nachbarn, die einem nicht mehr die Hand geben. Aber es ist keine Schwarzmalerei, wenn man sich darauf vorbereitet, dass es noch schlimmer kommen wird, dass einmal nicht Tausende in Deutschland, sondern Tausende in der Region krank sein werden. Und dass es nicht 13 Tote insgesamt, sondern jeden Tag gibt.

Aber anstatt mich in diesen Tagen über die Besserwisser aufzuregen, nütze ich die Ruhe lieber, um in die Bibel zu schauen und auf die Zusage Gottes zu vertrauen.

Es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen,
aber meine Gnade soll nicht von dir weichen,
und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen,
spricht der Herr, dein Erbarmer

Bleiben Sie gesund – unter dem Segen Gottes und durch die nötige Vorsorge

Matthias Treiber

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27 Tage bis Ostern

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Foto: privat

Es war ein seltsames Gefühl, gestern am Sonntag nicht in der Kirche Gottesdienst zu feiern, da alle Gottesdienste wie auch alle Versammlungen seit Freitag abgesagt sind. Natürlich waren gestern morgen dann doch einige Besucher bekommen, die wir nicht einfach so heimschicken wollten. Vor der Kirche blieben sie stehen. Eine Nachbarin hat das fotografiert. Zwei Meter Abstand wurden selbstverständlich eingehalten. Wo es weniger war, gehörten die Menschen zusammen.
Wir haben drei Lieder gesungen, einen Psalm gebetet und das Vaterunser, und Worte aus der Bibel und Gedanken des Glaubens mit nach Hause genommen.

„Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern den Geist der Kraft.“ heißt es in der Bibel. Gegenwärtig ist das die Kraft, mit dieser neuen und für alle ungewohnten Situation umzugehen. Zuhause zu bleiben, wenn es nicht nötig ist, dass man hinausgeht. Abstand zu anderen zu wahren. Auf Liebgewonnenes zu verzichten.

Wir von der Kirche sind weiterhin für Sie da. Abgesehen von Trauerfeiern nicht mehr körperlich und mit Handschlag-Begrüßung. Aber zum Glück gibt es heute vielfältige Möglichkeiten, auch aus der Distanz zu kommunizieren, per Telefon und WhatsApp, im Videostream und von Balkon zu Balkon.

Beschränken wir die körperliche Nähe auf das unbedingt Nötige, das Einkaufen, die Arztbesuche!
Schützen wir die anderen, die dafür unbedingt gebraucht werden – und auch die Eltern, die jetzt für ihre Kinder sorgen müssen!
Bringen wir andere nicht in Gefahr!

Wir wissen nicht, was kommt. Vermutlich werden die Einschränkungen noch zunehmen. Es werden noch viel mehr Menschen krank werden und es werden leider auch Menschen sterben.

Der Geist der Kraft befähigt uns, in dieser Krise Verantwortung füreinander zu übernehmen. Denn Gott ist mit uns – in seinem Geist und in aller Liebe unter uns Menschen.

Bleiben Sie gesund – durch Gottes Segen und mit der nötigen Vorsorge.

Matthias Treiber

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Noch 28 Tage bis Ostern – Gedanken in Zeiten der Corona-Krise

Kirche innen

Die Matthäuskirche in Heilbronn-Sontheim. (Foto: Treiber)

Zum ersten Mal können in unserer Kirche keine Gottesdienste stattfinden, weil die äußeren Umstände es nicht zulassen. Selbst 1944/45 fand in der Sontheimer Matthäuskirche jeden Sonntag Gottesdienst und sogar Kindergottesdienst statt, zur Not um 6 Uhr morgens. Und mir selbst waren die Gottesdienste im vergangenen Jahr eine große Hilfe, als ich schwer krank war. Das geht nun nicht, und es wäre verantwortungslos, gegenwärtig die direkten sozialen Kontakte nicht auf das absolut unvermeidbare Maß zu reduzieren.

Deshalb möchte ich in dieser „Zeit ohne Gottesdienste“ Gedanken für zuhause anbieten, die mir helfen und mich stärken. Eine davon habe ich aus einem Zeitungsartikel, den ich letztes Jahr im Krankenhaus aufbewahrt hatte.

Es war aus einem Interview mit einem Amerikaner, der vor zwei Jahren nach Deutschland gezogen ist. Auf die Frage, was ihn in Deutschland wirklich überrascht habe, sagte er: Eine Sache, die ihn wirklich erstaune, sei die Zurückhaltung der Deutschen, über Religion zu sprechen. Über den Glauben als Hilfe zu reden – er nennt als Beispiel seine eigene überwundene Krebserkrankung – sollte auch Teil des öffentlichen Diskurses sein. „Es stärkt eine Gesellschaft.“

So gilt es, dass wir als Christen auch über den Glauben als Hilfe reden.
* Über den Glauben, aus dem die Nächstenliebe kommt.
* Über den Glauben, der Leid und Sterben und Tod nicht verdrängt, sondern anzunehmen versucht.
* Über den Glauben, der Kraft und Liebe und Besonnenheit gibt.

„Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern den Geist der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“ Das möchte ich in diesen Tagen bekennen und verkündigen. Morgen, hier an dieser Stelle, beginne ich damit.

Bleiben Sie gesund – dank Gottes Segen und der nötigen Vorsorge.

Ihr
Matthias Treiber

 

 

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Nicht zurückblicken!

2020-03-15

Foto: Wikimedia commons / Cfbartolotta23

Natürlich muss man im Leben auch mal zurückblicken und vielleicht selbstkritisch überprüfen, warum manches schief lief. Und zu erahnen, warum man so geworden ist, wie man ist, schadet sicher auch nicht.

Grundsätzlich aber sollte man im Leben immer vorausblicken. Es gilt, das Leben, das vor einem liegt, zu gestalten, und nicht die Fehler und Leiden der Vergangenheit zu konservieren. „Wer seine Hand an den Pflug legt und zurückblickt, ist nicht geschickt für das Reich Gottes.“ sagt Jesus ziemlich harsch.

Dumm nur, dass man vor sich oft Nebel sieht. Niemand weiß, was in Zukunft auf einen zukommt. Aber es geht ja auch eher darum, zu wissen, wo man hin möchte – und heute in unserem Handeln die Richtung zu behalten auf ein Ziel hin, das wir noch nicht klar sehen, aber uns wünschen.

Predigttext am Sonntag, 15. März 2020, ist Lukas-Evangelium 9. 57-62.
Pfarrer Treiber predigt sonntags um 10 Uhr in der Matthäuslirche heilbronn-Sontheim.

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Gelassenheit? Ich arbeite daran.

2020-03-08Worin ein gutes Leben besteht? In Glück, Erfolg und Wohlergehen könnte man sagen, aber alles drei hat man nicht so unbedingt in Händen. Vielleicht besteht das Leben zunächst einfach daraus, die Probleme, vor denen man jeden Tag steht, zu meistern und dabei gelassen, zufrieden und optimistisch zu bleiben, und zumindest so erfolgreich zu sein, dass man das Leben, bevor das nächste Problem kommt, auch mal mit Spaß und guter Laune genießen kann.

Eine Leiter zum guten Leben würde dann aus den Sprossen: Problem > Gelassenheit > Handeln > Hoffnung bestehen. (Beim Apostel Paulus heißt das Bedrängnis > Geduld > Bewährung > Hoffnung).

Und dann wird mir klar: Die Gelassenheit ist oft die größte, weil erste Herausforderung. Vielleicht geht es Ihnen wie mir: Ich arbeite daran. Und nehme den Ratschlag das Apostels gerne an.

Predigttext am Sonntag, 8. März 2020, ist Römerbrief 5, 1-6.
Pfarrer Treiber predigt sonntags um 10 Uhr in der Matthäuskirche Heilbronn-Sontheim.

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Zur Hölle mit unseren Ängsten

2020-03-01Dass wir nicht im Paradies leben, erfahren wir tagtäglich, nur manchmal, wenn wir glücklich oder verliebt sind, vergessen wir es. Aber leben wir deswegen in der Hölle? Gewiss auch nicht. Finster kommt uns das Leben dann vor, wenn wir merken, dass es uns feind ist, genauer gesagt, dass andere uns feind sind. Oft genügt schon der Verdacht, dass der andere es böse meint, und die Dunkelheit frisst sich tief in uns hinein.

Kennen Sie den Film „Verdacht“ von Alfred Hitchock? Der eigentlich süße Cary Grant bringt dort in einer unheimlich ausgeleuchteten Szene seiner kranken Frau ein Glas Milch. Und Sie hat den Verdacht, es sei vergiftet und ihr Mann ein Betrüger und Mörder.Die Hölle sind eben zunächst nicht die anderen, wie Jean Paul Sartre behauptete, sondern erst mal unsere Ängste.

Und Ängste sind oft bedrohlicher als das, was tatsächlich droht. Dagegen hilft nur die Einsicht, dass wir lernen müssen mit Brüchen und Unklarheiten und Zweideutigkeiten zu leben. Vertrauen ist gut, und nichts ist besser, als Gott zu vertrauen, der uns in unserem ängstlichen Leben die Hand reicht.

Predigttext am Sonntag, 1. März 2020, ist 1.Mose 3, 1-19.

Pfarrer Treiber predigt sonntags um 10 Uhr in der Matthäuskirche Heilbronn-Sontheim.

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