
Foto: Treiber
Gestern waren wir einkaufen. Eigentlich war alles zur Genüge vorhanden. Bis auf Toilettenpapier. Weltweit ist es so, selbst Freunde in den USA stehen dort vor leeren Regalen.
Ist das dramatisch, ist das ein Witz?
Wer mag das sagen. Aber ich habe mich entschlossen, das zumindest jetzt mit Humor zu nehmen. Mi:ms dazu kursieren ja schon genügend in den sozialen Medien.
Vielleicht kann der Humor uns auch helfen, nicht in Panik zu verfallen. Nachdem hierzulande viele die Gefahren durch die Pandemie heruntergespielt haben, besteht ja die Gefahr, dass dies ins Gegenteil umschlägt und Leute panisch nur an sich denken.
Es wird schwierig werden, Solidarität zu zeigen, wenn man anderen kaum noch begegnet.
Und in Gefahr ist wohl auch die Liebe, die über allem stehen soll.
Hoffen wir, dass wir etwas von der Gelassenheit bewahren können, mit der viel unter uns in den letzten Wochen der Corona-Krise getrotzt haben.
Hoffen wir, dass unsere Liebsten und wir verschont werden.
Und dass andere für uns da sind, wenn wir Hilfe brauchen.
So, wie es in der Bibel heißt: Zeigt herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut und Geduld. Über alles aber zieht an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit.
Bleiben Sie gesund – unter Gottes Segen und mit der nötigen Vorsorge!
Ihr
Pfarrer Matthias Treiber




Worin ein gutes Leben besteht? In Glück, Erfolg und Wohlergehen könnte man sagen, aber alles drei hat man nicht so unbedingt in Händen. Vielleicht besteht das Leben zunächst einfach daraus, die Probleme, vor denen man jeden Tag steht, zu meistern und dabei gelassen, zufrieden und optimistisch zu bleiben, und zumindest so erfolgreich zu sein, dass man das Leben, bevor das nächste Problem kommt, auch mal mit Spaß und guter Laune genießen kann.
Dass wir nicht im Paradies leben, erfahren wir tagtäglich, nur manchmal, wenn wir glücklich oder verliebt sind, vergessen wir es. Aber leben wir deswegen in der Hölle? Gewiss auch nicht. Finster kommt uns das Leben dann vor, wenn wir merken, dass es uns feind ist, genauer gesagt, dass andere uns feind sind. Oft genügt schon der Verdacht, dass der andere es böse meint, und die Dunkelheit frisst sich tief in uns hinein.
„Nicht behindert zu sein, ist kein Verdienst, sondern ein Geschenk, das einem täglich genommen werden kann.“ hat der frühere Bundespräsident Richard von Weizsäcker einmal geäußert, und es hat mich gefreut, als ich dieses Zitat wieder in einer Schule am Schwarzen Brett las. Zumindest deshalb haben wir allen Grund, Mitmenschen mit Handicap nicht auszugrenzen, sondern einzubeziehen.
„Tausendmal berührt und tausendmal ist nix passiert!“ hat Klaus Lage mal gesungen, und manchmal macht es tatsächlich „boom!“. Manchmal kann man es tatsächlich anders machen. Besser, liebevoller, verantwortlicher.Die Geduld dazu, scheinen viele zu verlieren. Aber wenn man etwas für richtig hält, sollte man geduldig dafür einstehen, auch wenn nicht alle anderen gleich Hurra schreien. Mit der Nächstenliebe hatte Jesus recht – und seine Kirche nach ihm, auch wenn das häufig immer noch nicht verstanden ist. Das Gute braucht eben Zeit, und die, die dafür einstehen, ebenso.Und das natürlich nur nur, weil die anderen so langsam reagieren, sondern weil auch wir manchmal auf dem falschen Dampfersind und es bei uns dauert, bis wir etwas anders und besser machen.
Gleicher Lohn für gleiche Arbeit! lautet eine der wichtigsten Forderungen der Gewerkschaften. Richtig so, selbstverständlich. Bei Gott oder im Leben als Ganzes, könnte man auch sagen, gelten allerdings andere Regeln, zuweilen welche, die wir nicht durchschauen und auch nicht gut finden können. Wer zwölfmal so viel tut wie ein anderer bekommt trotzdem noch genau so viel. Wer anderen Gutes tut, hat genauso viel vom Leben wir der, der sich kaum für andere rührt? Das ärgert, das kann und will man nicht verstehen.