Das Ende ist nahe ! – darum lebe heute!

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(Foto: privat)

Steve Jobs, der charismatische CEO der Computerfirma Apple, hat angesichts seiner eigenen, später tödlichen Krebserkrankung, bemerkenswerte Gedanken über das Leben und den Tod geäußert. Er sagte: „Fast alles, anderer Leute Erwartungen, Stolz, Versagensangst, wird im Angesicht des Todes unwichtig. Es bleibt nur, was wirklich wichtig ist.“ Und riet seinen Zuhörern deswegen: „Eure Zeit ist begrenzt, also vergeudet sie nicht, indem ihr ein fremdbestimmtes Leben führt. Habt Mut, eurem Herzen und eurer Intuition zu folgen.“

Darum geht es auch in der Predigt am kommenden Sonntag: Das Ende der Welt ist nahe! verkündet die Bibel. Aber daraus folgt nun gerade nicht Schockstarre, sondern im Gegenteil: Ein Leben, das heute gelebt wird und und gut und richtig sein will, denn morgen ist es vielleicht schon zu spät.

Predigttext am Sonntag, 17. August 2014, ist 1.Petrusbrief 4, 7-11

Pfarrer Treiber predigt jeden Sonntag um 10:00 Uhr in der Matthäuskirche in Heilbronn-Sontheim.

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Vom Teufel geritten

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Wer weiß, dass er fehlbar ist, kann auch anderen Fehler vergeben. (Foto: (c) iStock)

Hat Sie auch schon mal der Teufel geritten? Das meint ja, dass man etwas getan hat, das gefährlich oder unüberlegt war. Jedenfalls war man offenbar völlig daneben, als man es getan hat, nicht Herr seiner Handlungen. Man tut eben manchmal Dinge, die man eigentlich gar nicht tun möchte.

Die Redewendung geht wohl auf Martin Luther zurück, für den der Mensch entweder von Gott oder vom Teufel geritten wird. Zwar sind wir frei in unserem Willen, aber was wir dann tatsächlich tun, folgt oft nicht unserem Wollen oder Verstand, sondern unbewussten Trieben und sachfremden Antrieben. Das ist einfach so.

Und wie könnte man Luther verstehen? Ich denke: Wer vom Teufel geritten wird, denkt, dass nur er recht hat und nur er das Richtige will oder tut. Wer Gott als seinen Reiter sieht, der weiß dagegen, dass er die Wahrheit nicht gepachtet hat und nie alles überblickt. Er sieht, dass er nicht immer das Richtige tut, und deshalb Gottes Gebote ebenso braucht wie seine Vergebung. Und Verständnis und Respekt den Mitmenschen gegenüber sowieso.

Predigttext am Sonntag, 10. August 2014 ist Römerbrief 6, 19-23.

Pfarrer Treiber predigt jeden Sonntag um 10:00 Uhr in der Matthäuskirche Heilbronn-Sontheim.

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Manna kommt vom Himmel

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Manche vermuten hinter dem biblischen Manna eine Art Honigtua, wie sie Ameisen von Blattläusen melken. (Foto: „Melkende ameise honigtau1“ von böhringer friedrich – Eigenes Werk. Lizenziert unter Creative Commons Attribution-Share Alike 2.5 über Wikimedia Commons)

Kennen Sie das: Manchmal ist alles wie festgefahren. Nichts lohnt mehr. Wir treten auf der Stelle und kapieren: Wir müssen raus aus diesem Trott. Neue Wege gehen. Auch wenn es unsicher ist, wohin sie führen. Aber besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

Und wenn man dann ins neue Land aufgebrochen ist und erste Probleme sichtbar werden – auf der neuen Stelle, mit dem neuen Partner, den neuen Lebenszielen -, dann kommen die Zweifel: War es früher nicht doch besser. Lieber gefangen im Alten als unsicheren Schrittes in der Freiheit. Lieber Sklave, der zu essen hat, als freier Mensch in der Wüste. Dem Volk Israel ging es so nach der Befreiung aus der Sklaverei. Kaum entkommen sehnten sich manche schon nach dem Fleischtöpfen Ägyptens zurück.

Am Sonntag wird erzählt, was zweifelnden Menschen dann vor die Füße fällt: Manna – Nahrung von Gott, die Kraft gibt, die man aber nicht aufbewahren kann, sondern jeden Tag neu geschenkt bekommt.

So ist das richtige Leben: frei – und jeden Tag eine neue Freude und eine neue Herausforderung, bei der Gott uns beisteht.

Predigttext am Sonntag, 3. August 2014 ist 2.Mose 16, 2+3+11-18.

Pfarrer Treiber predigt jeden Sonntag um 10 Uhr in der Matthäuskirche in Heilbronn-Sontheim.

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Glaube ist vernünftig – und Fanatismus ist Unglaube

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„Kant Kaliningrad“ by photo taken by myself – Self-photographed. Licensed under Creative Commons Attribution-Share Alike 2.5 via Wikimedia Commons (by Andreas Toerl)

Bosheit und Neid ablegen! lautet die Devise des Predigttextes für den kommenden Sonntag – und nach Vernunft streben. Das finde ich das wichtigste an diesem Gedanken.

Wer wirklich, also im Herzen, glaubt, ist vernünftig. All die religiösen Fanatiker, die Absurditäten verbreiten oder gar anderen den Kopf abschneiden wegen des Glaubens sind verachtenswerte, bösartige und ungläubige Gestalten. So muss man wohl den Bibeltext verstehen.

Wahrhaft Glaubende erkennt man nicht an ihrem Fanatismus, sondern daran, dass sie vernünftig sind und anderen Menschen gut.

Predigttext am Sonntag, 27. Juli 2014 ist 1.Petrusbrief 2, 1-10

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Work-Life-Balance

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Meister im Nichts-Tun: die Hauskatze (Foto: Treiber)

Es gibt immer eine Grenze von dem, was man tun, tragen oder aushalten kann. Niemand kann grenzenlos arbeiten, und schon lange bevor die Grenze erreicht wird, lässt die Kraft nach und werden die Ergebnisse schlechter.

Arbeit und Leben müssen in einem gesunden Verhältnis zueinander stehen. „Work-Life-Balance“ nennt man das neudeutsch. Dann, wenn wir bei einer Arbeit weder unter- noch überfordert sind, läuft es richtig gut. „Flow“ nennt man das, auch neudeutsch, aber gut gesagt: Wenn es einfach wie von selbst läuft, ist dieser Punkt erreicht: Wir sind mit dem, was wir tun zufrieden, und leiden auch nicht darunter, dass wir nichts tun. Das gilt im Berufsleben ebenso wie bei der Arbeit für die Familie.

Wie man dazu kommt: Die Mönche haben da mit ihrem Motto „Bete und arbeite!“ den Weg gewiesen. Wer sich von Gott gehalten weiß, kann die Gelassenheit finden, die man braucht, um Arbeit und Leben ins Gleichgewicht zu bringen. „Gönne dir und deiner Seele Ruhe und dann tue etwas!“ könnte das Motto heißen, das aus dem Nachdenken über den Predigttext vom nächsten Sonntag folgt.

Predigttext am Sonntag, 20. Juli 2014 ist 2.Thessalonicher 3, 1-5.

Pfarrer Treiber predigt jeden Sonntag um 10:00 Uhr in der Matthäuskirche in Heilbronn-Sontheim.

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Böses mit Gutem überwinden

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Selbstverständliche Hilfe, von der hierzulande kaum berichtet wird: Israelische Ärzte führen kostenlos bei einer palästinensischen Frau einen Kaiserschnitt durch. (Foto: wikicommons / lizenzfrei)

Auf Gutes bedacht sein, und nicht auf Rache aus. Soweit es an einem selbst liegt, Frieden mit anderen halten. Sich dem Bösen nicht unterwerfen, sondern das Böse mit Gutem überwinden. Menschliches Zusammenleben könnte so einfach sein, wenn alle sich an die Ratschläge halten würden, die am Sonntag Predigttext sind.

Viel mehr muss man dazu auch gar nicht sagen. Das ist so eindeutig wie richtig. Ein Gedanke aber noch: Man tut dies ja alles nicht nur um des lieben Friedens willen, sondern weil es für einen selbst viel besser ist, wenn man nicht in Ärger, Zorn und Neid hängen bleibt, sondern das Gute sucht und tut.

Predigttext am Sonntag, 13. Juli 2014 ist Römer 12, 17-21.

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Kinder haften für Ihre Eltern

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Auch Uhren machen Fehler für die andere haften. (Foto: wikipedia/gemeinfrei)

„Dauernd redet Ihr von Schuld! Das will doch kein Mensch mehr hören.“ hat mir ein guter Freund einmal als Tipp gegeben, wie die Kirche attraktiver werden kann. Ich bezweifle das. Anderen echte oder vermeintliche Schuld vorzuhalten ist natürlich oft billig und fast immer falsch. Aber dass fast jeder von uns da und dort mehr oder weniger Schulderfahrungen mit sich herumträgt, ist kaum zu bestreiten. Das weiß jeder, der ernsthaft mit Menschen zu tun hat.

In der Kirche ist übrigens gar nicht so oft von Schuld die Rede. Viel öfter und viel lieber rede ich von Vergebung. Schuld verschwindet nämlich nicht, wenn man sie ignoriert, sondern wenn man um sie weiß und glaubt, dass sie vergeben werden kann – weil Gott uns liebt, so wie er uns geschaffen hat: Als Menschen, die Fehler machen können.

Der Predigttext für kommenden Sonntag setzt dem übrigens noch eins drauf: Wir haben auch an den Fehlern unserer Vorfahren zu tragen. Dass Kinder für Ihre Eltern haften und an den Folgen zu tragen haben, ist nicht gerade gerecht, aber wer wollte es bestreiten?

Predigttext am Sonntag, 6. Juli 2014 ist Ezechiel 18, 1-32 (in Auszügen)

Pfarrer Treiber predigt jeden Sonntag um 10 Uhr in der Matthäuskirche Heilbronn-Sontheim.

 

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Ich bin frei von jedermann

Freiheit, weithin sichtbar – Die Statue of Liberty in New York (Foto: Treiber)

Niemand hat das Recht uns zum Tun bestimmter Dinge zu zwingen, denn Freiheit ist das erste aller Menschenrechte. Leider leben wir oft ganz anders, fühlen uns unter dem Druck der Erwartung anderer gerecht zu werden, lassen uns von Beurteilungen knechten und wollen gefallen. Die Freiheit wird dann im Alltag plötzlich ganz klein.

Den Ursprung des Gedankens, dass jeder einzelne Mensch frei ist, hat der Apostel Paulus entwickelt. „Ich bin frei von jedermann!“ schreibt er im Predigttext des kommenden Sonntags. Die Schlussfolgerungen, die er daraus zeiht, sind genauso atemberaubend: Er nutzt die Freiheit dazu, unbefangen auf verschiedene Menschen verschieden einzugehen. Er lässt sich in keine Schublade stecken und hängt nicht an seinen eigenen Anschauungen. Nur an zwei Dingen hält er stur fest: Dass Gott allen Menschen ewige Bedeutung zuspricht, und dass eben daraus Freiheit erwächst, wie sie später Rosseau formuliert hat: Die Freiheit des Menschen liegt darin, dass er nicht tun muss, was er nicht will.

Predigttext am Sonntag, 29. Juni 2014, ist 1.Korinther 9, 16-23.

 

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Liebe lebt von Vertrauen

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(Foto: wikicommons / GNU Free Documentation License)

Kann man seine Liebe beweisen? Automatisch sagt man Nein, und doch versuchen wir es durch Liebesschwüre, Zärtlichkeiten und Geschenke immer wieder. Schöne Dinge sind das, und vielleicht liegt das Wichtige darin, dass wir es versucht haben.

Muss man sich Liebe beweisen lassen? Keinesfalls! Nicht nur, weil es nicht geht, sondern weil es den Charakter der Liebe zerstört. Liebe muss frei bleiben, offen. Sie lebt aus dem Vertrauen, und – Gott sei’s geklagt – sie kann auch enttäuscht werden.

Von der Liebe wird in der Predigt am kommenden Sonntag die Rede sein, der Liebe Gottes zu den Menschen und der Liebe zwischen den Menschen, ihren Gefährdungen und ihrer lebendig machenden Kraft.

Predigttext am Sonntag, 22. Juni 2014, ist 5.Mose 6, 4-9.

Pfarrer Treiber predigt jeden Sonntag um 10:00 Uhr in der Matthäuskirche in Heilbronn-Sontheim.

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Streiten will gelernt sein

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(Foto: wikicommons)

Ich kann Streit nicht ausstehen, sowohl den, den ich selbst vielleicht habe, als auch den Streit anderer, den ich beobachten muss. Aber wünschen alleine hilft ja nicht. Man muss lernen, mit Streit umzugehen, ja, wie man zu Recht sagt: Streiten will gelernt sein!

Welche Regeln da gelten: Nichts unter den Tisch kehren, denn das kommt wieder! Aber auch dem Streitgegner nicht den Respekt versagen, denn sonst kann es keinen Frieden geben! Immer sich bewusst fragen, ob nicht auch der andere an diesem Punkt Recht haben könnte! Und den anderen dennoch nicht durch falsches Nachgeben zu ermutigen! Wer ein Zimmer im Streit verlässt, muss wissen, wie er wieder hinein kommt. Und wer den Kontakt zum anderen abbricht, sollte sich fragen, ob er auch in zwanzig Jahren den anderen noch anschweigen will!

Ganz schön viele Ausrufezeichen! Guter Wille wird da nicht reichen. Der Apostel Paulus empfiehlt im Predigttext des kommenden Sonntags, sich dabei an den Gott der Liebe und des Friedens ist, zu halten. Der löst unsere Probleme nicht für uns, aber er gibt uns den Mut, dies in Liebe zu versuchen.

Predigttext am Sonntag, 15. Juni 2014, ist 2.Korintherbrief 13, 11+13

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