Work-Life-Balance

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Meister im Nichts-Tun: die Hauskatze (Foto: Treiber)

Es gibt immer eine Grenze von dem, was man tun, tragen oder aushalten kann. Niemand kann grenzenlos arbeiten, und schon lange bevor die Grenze erreicht wird, lässt die Kraft nach und werden die Ergebnisse schlechter.

Arbeit und Leben müssen in einem gesunden Verhältnis zueinander stehen. „Work-Life-Balance“ nennt man das neudeutsch. Dann, wenn wir bei einer Arbeit weder unter- noch überfordert sind, läuft es richtig gut. „Flow“ nennt man das, auch neudeutsch, aber gut gesagt: Wenn es einfach wie von selbst läuft, ist dieser Punkt erreicht: Wir sind mit dem, was wir tun zufrieden, und leiden auch nicht darunter, dass wir nichts tun. Das gilt im Berufsleben ebenso wie bei der Arbeit für die Familie.

Wie man dazu kommt: Die Mönche haben da mit ihrem Motto „Bete und arbeite!“ den Weg gewiesen. Wer sich von Gott gehalten weiß, kann die Gelassenheit finden, die man braucht, um Arbeit und Leben ins Gleichgewicht zu bringen. „Gönne dir und deiner Seele Ruhe und dann tue etwas!“ könnte das Motto heißen, das aus dem Nachdenken über den Predigttext vom nächsten Sonntag folgt.

Predigttext am Sonntag, 20. Juli 2014 ist 2.Thessalonicher 3, 1-5.

Pfarrer Treiber predigt jeden Sonntag um 10:00 Uhr in der Matthäuskirche in Heilbronn-Sontheim.

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Böses mit Gutem überwinden

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Selbstverständliche Hilfe, von der hierzulande kaum berichtet wird: Israelische Ärzte führen kostenlos bei einer palästinensischen Frau einen Kaiserschnitt durch. (Foto: wikicommons / lizenzfrei)

Auf Gutes bedacht sein, und nicht auf Rache aus. Soweit es an einem selbst liegt, Frieden mit anderen halten. Sich dem Bösen nicht unterwerfen, sondern das Böse mit Gutem überwinden. Menschliches Zusammenleben könnte so einfach sein, wenn alle sich an die Ratschläge halten würden, die am Sonntag Predigttext sind.

Viel mehr muss man dazu auch gar nicht sagen. Das ist so eindeutig wie richtig. Ein Gedanke aber noch: Man tut dies ja alles nicht nur um des lieben Friedens willen, sondern weil es für einen selbst viel besser ist, wenn man nicht in Ärger, Zorn und Neid hängen bleibt, sondern das Gute sucht und tut.

Predigttext am Sonntag, 13. Juli 2014 ist Römer 12, 17-21.

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Kinder haften für Ihre Eltern

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Auch Uhren machen Fehler für die andere haften. (Foto: wikipedia/gemeinfrei)

„Dauernd redet Ihr von Schuld! Das will doch kein Mensch mehr hören.“ hat mir ein guter Freund einmal als Tipp gegeben, wie die Kirche attraktiver werden kann. Ich bezweifle das. Anderen echte oder vermeintliche Schuld vorzuhalten ist natürlich oft billig und fast immer falsch. Aber dass fast jeder von uns da und dort mehr oder weniger Schulderfahrungen mit sich herumträgt, ist kaum zu bestreiten. Das weiß jeder, der ernsthaft mit Menschen zu tun hat.

In der Kirche ist übrigens gar nicht so oft von Schuld die Rede. Viel öfter und viel lieber rede ich von Vergebung. Schuld verschwindet nämlich nicht, wenn man sie ignoriert, sondern wenn man um sie weiß und glaubt, dass sie vergeben werden kann – weil Gott uns liebt, so wie er uns geschaffen hat: Als Menschen, die Fehler machen können.

Der Predigttext für kommenden Sonntag setzt dem übrigens noch eins drauf: Wir haben auch an den Fehlern unserer Vorfahren zu tragen. Dass Kinder für Ihre Eltern haften und an den Folgen zu tragen haben, ist nicht gerade gerecht, aber wer wollte es bestreiten?

Predigttext am Sonntag, 6. Juli 2014 ist Ezechiel 18, 1-32 (in Auszügen)

Pfarrer Treiber predigt jeden Sonntag um 10 Uhr in der Matthäuskirche Heilbronn-Sontheim.

 

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Ich bin frei von jedermann

Freiheit, weithin sichtbar – Die Statue of Liberty in New York (Foto: Treiber)

Niemand hat das Recht uns zum Tun bestimmter Dinge zu zwingen, denn Freiheit ist das erste aller Menschenrechte. Leider leben wir oft ganz anders, fühlen uns unter dem Druck der Erwartung anderer gerecht zu werden, lassen uns von Beurteilungen knechten und wollen gefallen. Die Freiheit wird dann im Alltag plötzlich ganz klein.

Den Ursprung des Gedankens, dass jeder einzelne Mensch frei ist, hat der Apostel Paulus entwickelt. „Ich bin frei von jedermann!“ schreibt er im Predigttext des kommenden Sonntags. Die Schlussfolgerungen, die er daraus zeiht, sind genauso atemberaubend: Er nutzt die Freiheit dazu, unbefangen auf verschiedene Menschen verschieden einzugehen. Er lässt sich in keine Schublade stecken und hängt nicht an seinen eigenen Anschauungen. Nur an zwei Dingen hält er stur fest: Dass Gott allen Menschen ewige Bedeutung zuspricht, und dass eben daraus Freiheit erwächst, wie sie später Rosseau formuliert hat: Die Freiheit des Menschen liegt darin, dass er nicht tun muss, was er nicht will.

Predigttext am Sonntag, 29. Juni 2014, ist 1.Korinther 9, 16-23.

 

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Liebe lebt von Vertrauen

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(Foto: wikicommons / GNU Free Documentation License)

Kann man seine Liebe beweisen? Automatisch sagt man Nein, und doch versuchen wir es durch Liebesschwüre, Zärtlichkeiten und Geschenke immer wieder. Schöne Dinge sind das, und vielleicht liegt das Wichtige darin, dass wir es versucht haben.

Muss man sich Liebe beweisen lassen? Keinesfalls! Nicht nur, weil es nicht geht, sondern weil es den Charakter der Liebe zerstört. Liebe muss frei bleiben, offen. Sie lebt aus dem Vertrauen, und – Gott sei’s geklagt – sie kann auch enttäuscht werden.

Von der Liebe wird in der Predigt am kommenden Sonntag die Rede sein, der Liebe Gottes zu den Menschen und der Liebe zwischen den Menschen, ihren Gefährdungen und ihrer lebendig machenden Kraft.

Predigttext am Sonntag, 22. Juni 2014, ist 5.Mose 6, 4-9.

Pfarrer Treiber predigt jeden Sonntag um 10:00 Uhr in der Matthäuskirche in Heilbronn-Sontheim.

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Streiten will gelernt sein

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(Foto: wikicommons)

Ich kann Streit nicht ausstehen, sowohl den, den ich selbst vielleicht habe, als auch den Streit anderer, den ich beobachten muss. Aber wünschen alleine hilft ja nicht. Man muss lernen, mit Streit umzugehen, ja, wie man zu Recht sagt: Streiten will gelernt sein!

Welche Regeln da gelten: Nichts unter den Tisch kehren, denn das kommt wieder! Aber auch dem Streitgegner nicht den Respekt versagen, denn sonst kann es keinen Frieden geben! Immer sich bewusst fragen, ob nicht auch der andere an diesem Punkt Recht haben könnte! Und den anderen dennoch nicht durch falsches Nachgeben zu ermutigen! Wer ein Zimmer im Streit verlässt, muss wissen, wie er wieder hinein kommt. Und wer den Kontakt zum anderen abbricht, sollte sich fragen, ob er auch in zwanzig Jahren den anderen noch anschweigen will!

Ganz schön viele Ausrufezeichen! Guter Wille wird da nicht reichen. Der Apostel Paulus empfiehlt im Predigttext des kommenden Sonntags, sich dabei an den Gott der Liebe und des Friedens ist, zu halten. Der löst unsere Probleme nicht für uns, aber er gibt uns den Mut, dies in Liebe zu versuchen.

Predigttext am Sonntag, 15. Juni 2014, ist 2.Korintherbrief 13, 11+13

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Der Geist macht uns zu besseren Menschen

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Musiker in der New Yorker U-Bahn (Foto: wikicommons)

Ein schönes Fußballtor kann einen ebenso begeistern wie die Tochter, die einem ein Lied auf der Geige vorspielt; ein Blick auf die Fahrgäste in einer New Yorker U-Bahn ist ebenso inspirierend wie Mozarts 40.Symphonie. Allem, was uns begeistert und inspiriert, ist eines gemein: Es macht unser Leben erfüllter und uns vielleicht sogar zu besseren Menschen.

In all dem wirkt der Geist, dessen Gegenwart wir an Pfingsten feiern. Wo wir Glaube, Liebe und Hoffnung fühlen, ist Geist. Kälte, Leere und Falschheit haben keine Chance mehr. Gott ist gegenwärtig in allem was gut ist.

Predigttext am Pfingstfest, 8. Juni 2014 ist Römerbrief 8, 1-11.

Pfarrer Treiber predigt jeden Sonn- und Feiertag um 10 Uhr in der Matthäuskirche Heilbronn-Sontheim.

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Der Geist hilft

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Ein nettes Symbol für den Heiligen Geist, aber in Wirklichkeit zeigt er sich als Glaube, Liebe und Hoffnung. (Foto: Treiber)

Zuzugeben, dass man schwach ist, fällt dem einen leichter und dem anderen schwer. Schwäche macht einen ja nicht nur vor anderen kleiner, sondern kann auch am eigenen Selbstbewusstsein nagen. Andererseits hat jeder seine Schwächen, und die am kräftigsten wirken verbergen oder überspielen sie zuweilen nur am geschicktesten.

Doch beiden sei der Predigttext des kommenden Sonntags gesagt: Der Geist hilft unserer Schwachheit auf, der Heilige Geist wie er leibt und lebt sozusagen, der Geist der Liebe hilft dem einen, die Hoffnung dem anderen. Manche brauchen einen mehr oder weniger starken Schubser, um aufzuwachen, und anderen muss der Geist Lasten abnehmen.

Klingt das zu abstrakt? Nun, den Geist sollte man sich weder als nebligen Wind vorstellen noch als weiße Taube, sondern als Summe der Momente, in denen wir Liebe und Hilfe, Hoffnung und neue Kraft spüren.

Predigttext am Sonntag, 1. Juni 2014 ist Römerbrief, Kapitel 8, Verse 26 bis 30.

Pfarrer Treiber predigt jeden Sonntag um 10 Uhr in der Matthäuskirche, Heilbronn-Sontheim.

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Tanz ums Goldene Kalb

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Gibt’s auch als He-Man: Moses mit den Zehn Geboten (Foto: Treiber)

Der Tanz um das Goldene Kalb klingt wie eine Geschichte aus fernen Tagen. Noch vor Jahren haben wir im Konfirmandenunterricht Bilder gemalt, auf denen Gegenstände zu sehen waren, die heutzutage angeblich angebetet werden: Geld, Auto und was unser kleines, linkes Spießerherz anderen immer so gern unterstellt hat. Inzwischen hat sich das glücklicherweise geändert, die heutige Welt ist zu vielseitig und zu persönlich gestaltet, als dass sich Objekte finden ließen, die alle verbinden.

Das schafft die Möglichkeit, wieder zum Kern dieser alten Geschichte um Moses am Berg Sinai zurückzugehen. Das Goldene Kalb, das sich das Gottesvolk selbst gegossen hatte, war Ausdruck der Sehnsucht nach einem sichtbaren Gott, nach einer einfachen Welt und nach plakativen Wahrheiten. Der Glaube aber erfordert eigenes Denken, eigenes Bekennen und vor allem eigenverantwortliches Handeln. Die Freiheit, die Gott geschenkt hat, macht das Leben nicht leicht, sondern anstrengend, weil wir selbst verantwortlich sind für unser Tun. Aber letztlich ist es doch genau das, was das Leben wertvoll macht: Dass wir es selbst leben können, und nicht das Leben anderer leben müssen, dass wir nicht Menschen und Ideologien anbeten, sondern unser Leben leben, das Gott uns gegeben hat.

Predigttext am Sonntag, 25. Mai 2014 ist 2.Mose 32, 7-14.

Pfarrer Treiber predigt jeden Sonntag um 10:00 Uhr in der Matthäuskirche in Heilbronn-Sontheim.

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Standhaft bleiben und gechillt sein

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(Foto: wikicommons)

Ein feuriges Meer, die letzte der apokalyptischen Plagen, beherrscht den Predigttext des kommenden Sonntags. Da ich dabei allerdings die Konfirmation von 22 Kindern aus unserer Gemeinde feiere, sei mir ein sehr spezieller Blick auf dieses „Lied der Standhaften“ erlaubt:

Jugendliche kommen – jedenfalls Erwachsenen gegenüber – mit zwei Worten durchs Leben. Auf „Jetzt räume doch endlich mal deine Schuhe im Flur auf!“ heißt die Antwort garantiert: „Gleich!“, und bei der Frage „Wir war’s in der Schule?“ – „Ganz O.K.“ Vor allem Mütter scheinen durch diese Kommunikation genervt zu sein, während Väter sich mit solchen Antworten eher zufrieden geben und sich wieder im Sessel sitzend der Lektüre zuwenden können.

Immer mit der Ruhe! Chill doch mal! Mach doch nicht so Stress! Vielleicht muss man sich das wirklich von anderen sagen lassen, wenn man selbst mal wieder aufgedreht hat. Aber es ist ja auch so viel zu tun und zu bedenken und es kann so viel passieren!

Bei den alten Geistesgrößen war es eine Tugend, so gechillt zu sein: Serenitas, die Gelassenheit. Damit ist nicht Gleichgültigkeit gemeint, sondern eher eine Art Gefestigtsein. Man muss dann nicht immer alles gleich bewerten; man muss nicht zu allem etwas meinen; man muss sich nicht immer gleich erregen über den Zustand der Welt und das Tun anderer Menschen. Das gilt für unseren Alltag im Zusammenleben ebenso wie beim Blick in die Zeitung. Die Welt ist ein Chaos, wird immer eines sein – und im Großen und Ganzen meistern wir Menschen es ganz gut. Der Glaube ist dabei eine gute Hilfe.

Gefestigt zu sein und deshalb gelassen sein zu können – vielleicht kann man das hinter all der apokalyptischen Bilderhektik des Predigtextes am kommenden Sonntag entdecken. Gut tun würde es uns.

Predigttext am Sonntag, 18. Mai 2014 ist Offenbarung 15, 2-4.

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