Das Ziel ist der Weg

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Der Weg ist das Ziel, heißt es in den Bergen. Im Leben ist es umgekehrt. (Foto: privat)

Der Weg ist das Ziel heißt ein seit Jahren modischer Ausdruck, der wohl von Bergsteigern in die Welt gesetzt wurde, die begründen, warum sie Strapazen auf sich nehmen, wenn Sie am Ende doch wieder am Ausgangspunkt ankommen.

Aufs Leben übertragen ist das nicht unproblematisch. Wir sollen uns schließlich nicht im Kreise drehen und auch nicht in einem kurzzeitigen Hype die Erfüllung suchen, sondern unser Leben soll tief erfüllt sein von einem Ziel, von Liebe, von Glaube und von Hoffnung. Damit ist aber nicht nur das Ziel genannt, sondern auch der Weg dahin, denn nur Liebe führt zur Liebe. Sozusagen: Das Ziel ist der Weg.

Wir sind schon längst da, sagt der Predigttext für nächsten Sonntag. Immer dann, wenn wir glauben, lieben und hoffen.

Predigttext am Sonntag, 19. Januar 2014 ist Hebräer 12, 12-25a.

Pfarrer Treiber predigt jeden Sonntag um 10 Uhr in der Matthäuskirche in Heilbronn-Sontheim.

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Das Leben ist ungerecht……

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John F. Kennedy
(Foto: wikicommons/White House Press Office (WHPO) public domain)

Mit rechten Dingen soll es im Leben zugehen. Das dürfen wir zu Recht von unserem Staat verlangen und von anderen erwarten. Aber natürlich wissen wir nur allzu gut, wie ungerecht das Leben sein kann – in der Schule und im Beruf, bei Gehässigkeiten auf Facebook und Vorhaltungen in der Ehe, beim Blick auf Chancen und Erfolge anderer, ganz zu schweigen von dem schreienden Unrecht des Lebens, das manche gesund lässt und andere an Krankheit leiden. Recht und Gerechtigkeit ist dabei die Verheißung der Bibel, über die am Sonntag zu predigen ist.

Zunächst hilft vielleicht ein Zitat John F. Kennedys weiter: „Das Leben ist ungerecht. Aber vergiss nicht: Nicht immer zu deinen Ungunsten.“ Ich verstehe das so, dass es besser ist, für das Gute im Leben dankbar zu sein und die Möglichkeiten, die sich uns bieten, zu ergreifen. Daraus ergeben sich die Hoffnung auf mehr Gerechtigkeit und die Kraft, das uns Mögliche dafür zu tun.

Predigttext am Sonntag, 12. Januar 2o14 ist Jesaja 42, 1-4.

Pfarrer Matthias Treiber predigt jeden Sonntag um 10:00 Uhr in der Matthäuskirche in Heilbronn-Sontheim

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Das größte Glück

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(Foto: iStock / Bearbeitung: Treiber)

Was ist das größte Glück im Leben? Ganz gewiss die Familie, die Freunde, die Menschen, die man liebt. Dazu hoffentlich noch Gesundheit und Erfüllung. Alles Dinge, die man sich nicht macht, sondern im Leben geschenkt bekommt. „Gott nahe zu sein, ist mein Glück“, heißt deshalb die biblische Losung für dieses Jahr.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie in diesem Jahr Gottes Nähe spüren können, im Segen, den Sie im Leben erfahren, in der Liebe, mit der andere Ihnen begegnen, und im Mut und der Kraft, die wir zum Leben manchmal auch brauchen.

Die biblische Losung des Jahres 2014 steht in Psalm 73, 28 in der Fassung der Einheitsübersetzung.

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Fröhliche Weihnachten

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Dieses Jahr mit Julekuler – der Christbaum in der Matthäuskirche Heilbronn-Sontheim (Foto: Treiber)

Fröhliche Weihnachten wünsche ich Ihnen – am besten mit allem Drum und Dran: Weihnachtsbaum und Geschenke, gutes Essen und im Kreis von Menschen, die man liebt.

Der Trend geht, meiner Beobachtung nach, allerdings dazu, sich „besinnliche“ Weihnachten zu wünschen. Das ist in hektischen Zeiten und im Stress des Alltags gut gemeint. Ich fände es aber besser, sich jede Woche etwas Zeit zur Besinnung zu nehmen – vielleicht Sonntagmorgens in der Kirche -, und Weihnachten als rauschendes Geburtstagsfest zu feiern: Lichter leuchten auf, die Engel singen, die Kinder strahlen – da muss man doch einfach fröhlich sein!

Gott ist Mensch geworden. Das muss man feiern.

Predigttexte an den Weihnachtstagen sind
am 24. Dezember 2013 1.Timotheus 3,16 und Kolosses 2, 2b-10, werden aber in der Regel freier gestaltet
am 25. Dezember 2013: Galater 4, 4-7
am 26. Dezember 2013: 2. Korinther 8, 9
am 29. Dezember 2013: Jesaja 49, 13-16

Pfarrer Matthias Treiber predigt jeden Sonn- und Feiertag um 10:00 Uhr in der Matthäuskirche Heilbronn-Sontheim

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Heraus aus den Trümmern des Lebens

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Licht um Dunkel – der Weihnachtsstern in der Matthäuskirche (Foto: Haufer-Murrweiss)

Das Leben in Trümmern. Die Ehe gescheitert, im Beruf kommt man nicht mehr voran und alles in allem steht man sich vor allem selbst im Weg. Finstere Gedanken im Advent, aber Gefühle richten sich eben nicht immer nach der Jahreszeit. Und die biblischen Predigttexte im Advent wissen darum.

Doch Advent ist gerade deshalb die Zeit, in der Hoffnung angesagt ist. Nichts muss bleiben, wie es ist. Alles kann anders werden. Nicht immer so, wie wir es uns wünschen. Aber doch voller Licht und Leben, die Gott uns verheißen hat. Meist führen uns ja schon ein anderer Blick, ein bewusstes Innehalten und ein mutiges Zupacken heraus aus den dunklen Gedanken. Die kommenden Tage sind eine wunderbare Gelegenheit dazu.

Predigttext am 4. Advent, 22. Dezember 2013, ist Jesaja 52, 7-10.

Pfarrer Treiber predigt jeden Sonntag um 9:30 Uhr in der Matthäuskirche in Heilbronn-Sontheim.

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Nur Liebe macht unvergänglich

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Im Buch des Lebens sitzen wir hoffentlich auch entspannt unter einem Baum und werden nicht gelöscht.
(Foto: wikicommons/Tatsuo Yamashita)

Manche sind einfach nur daneben: Sie nörgeln den ganzen Tag oder leben auf Kosten anderer; rücksichtslos setzen sie ihre Interessen durch oder zwingen andere zu etwas, das diese nicht wollen. Und irgendwann entdeckt man dann, dass man manchmal selbst genauso daneben ist.

Deshalb sind die Ermahnungen zu Selbstkritik und ggf. Umkehr oft nervig, aber selten verkehrt. Wir können nämlich immer auch anders und besser! Und das führt uns zu einem erfüllten Leben. Der Predigttext zum Dritten Advent fasst dies in das Bild, dass dann unser Name im Buch des Lebens  stehen bleiben wird.

Nur Liebe macht unvergänglich. Das muss man sich manchmal sagen lassen.

Predigttext am 15. Dezember 2013 ist Offenbarung 3, 16.

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Fenster oder Türchen?

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(Foto: wikicommons/BriYYZ)

Fenster oder Türe? heißt es beim Blick auf den Adventskalender. Ganz klar: Für mich sind das dort Türchen. Ein morgendlicher Blick durch das Fenster in eine bessere Welt mag ja ganz schön sein, aber durch eine Türe kann man gehen. Advent öffnet uns die Türen zu einem besseren Leben, zu Hoffnung, zu Glaube, zu Liebe.

Manchmal fehlt uns nur der Mumm, tatsächlich hindurch zu treten durch die Adventstüre, und so das Schlechte hinter uns zu lassen und das Neue zu begehen.

Die Bildersprache des Advents ist einfach toll! Und in allem geht es darum, dass Weihnachten nicht nur „besinnlich“ wird, sondern fröhlich, weil es uns eine neue Welt eröffnen kann.

Predigttext am 2. Advent, 8. Dezember 2013, ist Offenbarung 3, 7-13.

Pfarrer Matthias Treiber predigt jeden Sonntag um 9:30 Uhr in der Matthäuskirche in Heilbronn-Sontheim.

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Was brauchen wir, um glücklich zu sein?

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(Foto: iStock)

Können Sie sich das vorstellen? Ein Lottogewinner ist nach einem Jahr nicht glücklicher als er vorher war. Und ein Unfallopfer ist ein Jahr nach dem Unglück, das es in den Rollstuhl brachte, nicht unglücklicher. Verschiedene Untersuchungen brachten jedenfalls dieses Ergebnis.

Offenbar hängt unser Glück viel weniger von materiellen oder äußerlichen Umständen ab, als wir denken. Was brauchen wir wirklich, um glücklich zu sein? Im Predigttext für den 1. Advent fallen die Stichworte Freiheit, Hoffnung und Liebe. Und tatsächlich: Wir haben die Freiheit, uns und unser Leben zu ändern, und es gibt Menschen, die uns lieben und die wir lieben. Genießen wir also den Advent als Zeit der Hoffnung!

Predigttext am 1. Dezember 2013 ist Hebräer 10, 19-25

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Alles fließt – und das ist gut so

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„Alles fließt“ heißt es über das Leben – und das ist manchmal sehr angenehm. (Foto: Treiber)

Ist in unserem Leben alles vorherbestimmt, oder ist alles in Bewegung?

Seltsamerweise werden wohl die meisten durch den zweiten Gedanken beunruhigt. Wenn alles fließt, was gibt dann Halt? Die erste Lösung erscheint da manchmal tröstlicher: Es hat wohl so kommen müssen. Allerdings, wo alles vorherbestimmt ist, gibt es kein wirkliches Leben mehr. Ohne Freiheit ist alles nichts.

Jesus besteht darauf: Gott ist ein Gott der Lebenden! Er lenkt uns nicht wie tote Marionetten, sondern Gott reicht uns Lebhaften die Hand, wenn der Fluss des Lebens reißend wird oder die Lebensbahn mal wieder rutschig ist. Wohin wir dabei gehen, das entscheiden wir.

Predigttext am Sonntag, 24. November 2013 ist Matthäus 22, 23-33.

Pfarrer Treiber predigt jeden Sonntag um 9:30 Uhr in der Matthäuskirche in Heilbronn-Sontheim.

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Gut als Gegenteil von gut gemeint

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Den richtigen Weg findet man nicht alleine.
Da braucht es schon Markierungen.
(Foto: Treiber)

Man will richtig handeln, und macht oft das Gegenteil. Man möchte Gutes tun und richtet of nur Schaden an. Nicht umsonst sagt man ja, dass der Weg zur Hölle mit guten Vorsätzen gepflastert ist.

Kann es gut sein, das Kind zu Nachhilfe und Musikstunden zu zwingen, damit es erfolgreich im Berufsleben wird? Ist es richtig, der Schwiegertochter dauernd gut gemeinte Ratschläge für den Haushalt zu geben und dem Sohn zu sagen, dass er mit seiner neuen Freundin garantiert nicht glücklich wird? Gut ist eben oft das Gegenteil von gut gemeint.

Den richtigen Weg kennen auch wir nicht. Deshalb sollten wir anderen unseren Weg auch nicht aufdrängen, sondern uns lieber lenken lassen von der Liebe, die Gott ist, und in dem Bewusstsein, dass wir jederzeit unseren Weg auch ändern können.

Predigttext am Sonntag, 17. November 2013 ist Jeremia 8, 4-7.

Pfarrer Treiber predigt jeden Sonntag um 9:30 Uhr in der Matthäuskirche Heilbronn-Sontheim.

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