Sieben Wochen keine Heuchelei

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Jenny Holzers Postkarte als Fastenspiegel
(Foto: Treiber)

Alice Schwarzer, Franz-Peter Tebartz-van Elst und – wer kommt als nächstes? Wir Menschen haben ein gutes Gespür dafür, wenn Reden und Handeln nicht übereinstimmen, wenn frommes Geschwätz und moralisierende Besserwisserei im Widerspruch zu eigenen Taten stehen.

Diese Falschheit und Heuchelei haben erstmals die biblischen Propheten in großen Stil kritisiert. Vor allem das Fasten geriet in die Kritik, doch damals wie heute gilt: Ein Veggy-Day mag gesund sein, aber er macht aus uns noch keine guten Menschen und bringt uns Gott kein Stück näher.

Fasten heißt in unserer moralisierenden Gesellschaft vielleicht eher: Nicht auf die anderen schauen, sondern auf sich selbst. Verzicht auf manche Selbstverständlichkeiten kann dabei eine Hilfe sein. Sieben Wochen ohne heißt das kirchliche Motto – wie wäre es in diesem Jahr einfach mal sieben Wochen lang zu ignorieren, wenn die Medien mal wieder einen Prominenten ins Visier genommen haben?

Predigttext am Sonntag, 2. März 2014, ist Jesaja 58, 1-9a.

Pfarrer Treiber predigt jeden Sonntag um 10:00 Uhr in der Matthäuskirche Heilbronn-Sontheim.

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Vorurteile sind dumm

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Ganz klar: der Deutsche ist ein Oberlehrer. Oder ist das nur ein Vorurteil? (Foto: wikicommons/gemeinfrei)

Bayer, Franzose, Amerikaner – haben Sie auch bei jedem dieser Begriffe ein bestimmtes Bild vor Augen? Ein konservativer Bauer, ein charmanter Lebemann, ein – na ja, was die Antiamerikaner sich bei uns halt so vorstellen.

Vorurteile sind dumm! Nicht nur, weil sie in der Regel nur zu zehn Prozent stimmen, sondern vor allem auch, weil sie uns geistig ärmer machen. Wer andere nicht unbefangen wahrnehmen kann, wer seine eigenen Vorstellungen zu Maßstab für andere macht, bringt sich selbst um die tolle Möglichkeit, Menschen in all ihrer Vielfalt als Reichtum zu erleben und sich von ihnen inspirieren zu lassen.

Man muss nicht alles gut finden, was andere tun. Aber jeder hat es verdient, nicht auf Vorurteile festgelegt zu sein, sondern an seinen eigenen Taten gemessen und als Gottes Kind angesehen zu werden.

In der Bibel lernt Paulus diese Lektion, als er in den Westen kommt, nach Europa. Die erste Person, die er tauft, ist eine nicht-jüdische Frau, also jemand, gegen den er die meisten Vorurteile gehabt haben dürfte.

Predigttext am Sonntag, 23. Februar 2014, ist Apostelgeschichte 16, 9-15.

Pfarrer Treiber predigt jeden Sonntag um 10:00 Uhr in der Matthäuskirche in Heilbronn-Sontheim.

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Gerechtigkeit wäre ein falscher Maßstab für gelingendes Leben

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Foto: iStock

Ein gutes Leben kann man sich nicht einklagen. Noch schlimmer: Das Leben ist ungerecht. Die Frage warum das so ist, ist ebenso müßig, wie es sinnlos ist, dies dem vorzuwerfen, der uns geschaffen hat.

Positiv gesagt: Unser Leben misst sich nicht an einem absoluten Maßstab, wie es am besten und gelungensten wäre, sondern wir sollen aus unseren Möglichkeiten Gutes machen, das Beste, das geht.

Gnade ist es dann, wenn Gott dabei mit uns ist und uns nicht dem Urteil anderer ausliefert. Jeder zählt und jeder hat seine Möglichkeiten.

Predigttext am Sonntag, 16. Februar 2014 ist Römerbrief 9, 14-24

Pfarrer Treiber predigt jeden Sonntag um 10:00 Uhr in der Matthäuskirche, Heilbronn-Sontheim.

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Hoffnungen sind nicht immer trügerisch

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Täuschungen sind oft eine Frage der Perspektive (Foto: WTW B.A.C.H WTW 13 Hayley Foster 062)

Sind unsere Hoffnungen nicht manchmal trügerisch, vielleicht sogar falsch, da wider alle Wahrscheinlichkeit? Und ist, wer anderen trotzdem Hoffnung macht, dann ein Lügner?

Das lässt sich nur an den Folgen beurteilen. Wer anderen falsche Hoffnungen macht, über eine mögliche Liebesbeziehung zum Beispiel, ist ein Betrüger, denn diese Hoffnung wird verletzen. Anders, wenn Hoffnung Kraft gibt. In schwerer Krankheit, vor schweren Prüfungen oder nach schweren Enttäuschungen, da kann Hoffnung das Leben leichter machen, weil sie uns sagt: Du kennst die Zukunft nicht! Die kennt nur Gott, der sie uns schenkt.

Predigttext am Sonntag, 9. Februar 2014, ist 2.Petrusbrief 1, 16-21.

Pfarrer Treiber predigt jeden Sonntag um 10 Uhr in der Matthäuskirche Heilbronn-Sontheim.

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Warten können

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Noah schickt eine Taube aus
Mosaik in der Basilika San Marco in Venedig
(Abb. wikipedia/commons – gemeinfrei)

Warten können fällt manchmal furchtbar schwer. Und wer könnte das dem verdenken, der auf die Rückgabe der wichtigen Klausur wartet oder auf den Befund vom Arzt. Glücklich, wer warten kann und dabei auch noch cool bleiben, wer gelassen ist und und voller Gottvertrauen nichts herbei zwingen möchte.

Im Mythos der Sintflut lässt Noah von der Arche aus eine Taube los, um trockenes Land zu finden. Nach 40 Tagen erst! Sie kommt zurück, weil es noch keines gibt. Noah wartet dann nochmal sieben Tage, voller Zuversicht. Das möchte ich auch können.

Doch auch für uns notorisch Ungeduldige hat der Predigttext für nächsten Sonntag einen Tipp: Wenn man schon nicht warten kann, kann man sich wenigstens bewusst entscheiden – zwischen Sorgen oder Vertrauen, zwischen Aufgeben und Weitermachen. Noah hat weitergemacht und nach weiteren sieben Tage noch einmal eine Taube losgeschickt. Die fand trockenes Land.

Predigttext am Sonntag, 2. Februar 2014 ist 1.Mose 8, 1-12

Pfarrer Treiber predigt jeden Sonntag um 10 Uhr in der Matthäuskirche in Heilbronn-Sontheim.

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Freiheit sieht anders aus

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Auch ein römischer Offizier kann Christ sein. (Abbildung in Rom / Foto: privat)

Eingeklemmt zwischen den Erwartungen anderer und den Traditionen, die man verinnerlicht hat, auch zwischen all den Ansprüchen und Verpflichtungen und Selbstverständlichkeiten, die einen bestimmen? Freiheit sieht anders aus!

Manchmal muss man seinen ganzen Mut zusammennehmen, und Grenzen überschreiten. Manchmal muss man einfach wagen, selbst zu denken. Manchmal muss man mehr auf die Stimme Gottes in sich hören als auf die der Menschen um einen herum.

Die Geschichte von Petrus, der einen römischen Offizier tauft und damit alle Gewissheiten auf den Kopf stellt, erzählt beispielhaft, was Glaube wirklich bedeutet: Frei zu werden für Liebe und Leben.

Predigttext am Sonntag, 26. Januar 2014 ist Apostelgeschichte 10, 21-35.

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Das Ziel ist der Weg

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Der Weg ist das Ziel, heißt es in den Bergen. Im Leben ist es umgekehrt. (Foto: privat)

Der Weg ist das Ziel heißt ein seit Jahren modischer Ausdruck, der wohl von Bergsteigern in die Welt gesetzt wurde, die begründen, warum sie Strapazen auf sich nehmen, wenn Sie am Ende doch wieder am Ausgangspunkt ankommen.

Aufs Leben übertragen ist das nicht unproblematisch. Wir sollen uns schließlich nicht im Kreise drehen und auch nicht in einem kurzzeitigen Hype die Erfüllung suchen, sondern unser Leben soll tief erfüllt sein von einem Ziel, von Liebe, von Glaube und von Hoffnung. Damit ist aber nicht nur das Ziel genannt, sondern auch der Weg dahin, denn nur Liebe führt zur Liebe. Sozusagen: Das Ziel ist der Weg.

Wir sind schon längst da, sagt der Predigttext für nächsten Sonntag. Immer dann, wenn wir glauben, lieben und hoffen.

Predigttext am Sonntag, 19. Januar 2014 ist Hebräer 12, 12-25a.

Pfarrer Treiber predigt jeden Sonntag um 10 Uhr in der Matthäuskirche in Heilbronn-Sontheim.

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Das Leben ist ungerecht……

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John F. Kennedy
(Foto: wikicommons/White House Press Office (WHPO) public domain)

Mit rechten Dingen soll es im Leben zugehen. Das dürfen wir zu Recht von unserem Staat verlangen und von anderen erwarten. Aber natürlich wissen wir nur allzu gut, wie ungerecht das Leben sein kann – in der Schule und im Beruf, bei Gehässigkeiten auf Facebook und Vorhaltungen in der Ehe, beim Blick auf Chancen und Erfolge anderer, ganz zu schweigen von dem schreienden Unrecht des Lebens, das manche gesund lässt und andere an Krankheit leiden. Recht und Gerechtigkeit ist dabei die Verheißung der Bibel, über die am Sonntag zu predigen ist.

Zunächst hilft vielleicht ein Zitat John F. Kennedys weiter: „Das Leben ist ungerecht. Aber vergiss nicht: Nicht immer zu deinen Ungunsten.“ Ich verstehe das so, dass es besser ist, für das Gute im Leben dankbar zu sein und die Möglichkeiten, die sich uns bieten, zu ergreifen. Daraus ergeben sich die Hoffnung auf mehr Gerechtigkeit und die Kraft, das uns Mögliche dafür zu tun.

Predigttext am Sonntag, 12. Januar 2o14 ist Jesaja 42, 1-4.

Pfarrer Matthias Treiber predigt jeden Sonntag um 10:00 Uhr in der Matthäuskirche in Heilbronn-Sontheim

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Das größte Glück

Losung

(Foto: iStock / Bearbeitung: Treiber)

Was ist das größte Glück im Leben? Ganz gewiss die Familie, die Freunde, die Menschen, die man liebt. Dazu hoffentlich noch Gesundheit und Erfüllung. Alles Dinge, die man sich nicht macht, sondern im Leben geschenkt bekommt. „Gott nahe zu sein, ist mein Glück“, heißt deshalb die biblische Losung für dieses Jahr.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie in diesem Jahr Gottes Nähe spüren können, im Segen, den Sie im Leben erfahren, in der Liebe, mit der andere Ihnen begegnen, und im Mut und der Kraft, die wir zum Leben manchmal auch brauchen.

Die biblische Losung des Jahres 2014 steht in Psalm 73, 28 in der Fassung der Einheitsübersetzung.

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Fröhliche Weihnachten

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Dieses Jahr mit Julekuler – der Christbaum in der Matthäuskirche Heilbronn-Sontheim (Foto: Treiber)

Fröhliche Weihnachten wünsche ich Ihnen – am besten mit allem Drum und Dran: Weihnachtsbaum und Geschenke, gutes Essen und im Kreis von Menschen, die man liebt.

Der Trend geht, meiner Beobachtung nach, allerdings dazu, sich „besinnliche“ Weihnachten zu wünschen. Das ist in hektischen Zeiten und im Stress des Alltags gut gemeint. Ich fände es aber besser, sich jede Woche etwas Zeit zur Besinnung zu nehmen – vielleicht Sonntagmorgens in der Kirche -, und Weihnachten als rauschendes Geburtstagsfest zu feiern: Lichter leuchten auf, die Engel singen, die Kinder strahlen – da muss man doch einfach fröhlich sein!

Gott ist Mensch geworden. Das muss man feiern.

Predigttexte an den Weihnachtstagen sind
am 24. Dezember 2013 1.Timotheus 3,16 und Kolosses 2, 2b-10, werden aber in der Regel freier gestaltet
am 25. Dezember 2013: Galater 4, 4-7
am 26. Dezember 2013: 2. Korinther 8, 9
am 29. Dezember 2013: Jesaja 49, 13-16

Pfarrer Matthias Treiber predigt jeden Sonn- und Feiertag um 10:00 Uhr in der Matthäuskirche Heilbronn-Sontheim

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