Die Zukunft ist unser Land

Es wird hell und die Zukunft ist unser Land. (Foto: Treiber)

Ein Blinder wird sehend und kann nicht mehr zurück in sein Dorf. So könnte man die Geschichte über Jesus zusammenfassen, die am Sonntag Predigttext ist. Glaube macht tatsächlich sehend. Man erkennt, was wirklich wichtig ist, sieht manches anders – aber dann kann man nicht mehr so einfach zurück. Der Glaube blickt immer nach vorne, dahin, wo Hoffnung liegt und gebraucht wird. Das verändert das Leben, immer wieder. Schön ist es, wenn wir bei diesem neuen Blick dann nicht allein dastehen, sondern unsere Liebsten mit uns sind, wenn wir in die Zukunft gehen, die für uns Christen unser Land ist.

Predigttext am Sonntag, 18. August 2013, ist Markus 8, 22-26.

Pfarrer Treiber predigt jeden Sonntag um 9.30 Uhr in der Matthäuskirche in Heilbronn-Sontheim.

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Salböl, Bobbycar und Bayern München

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Heuchlerisch: Erst im Stadion jubeln und sich sich dann öffentlich empören. (Foto: Treiber)

Darf man das, luxuriöse Geschenke annehmen von Leuten, die es vielleicht aus fragwürdigen Quellen haben? Dabei geht es nicht um einen Bobbycar für den Sohn des Bundespräsidenten, sondern das klingt fast wie der aktuelle Fall eines Fußball-Managers, den der Verdacht auf Steuerhinterziehung zum Hassobjekt Nummer eins in Deutschland gemacht hat, obgleich man doch zuvor seine guten Taten so gerne angenommen hat.

Was gerecht und ethisch richtig klingt, ist jedenfalls oft nur Heuchelei, gemischt zumeist mit Neid und viel Selbstgerechtigkeit. Jesus durchschaut auf Anhieb, worum es der Kritik geht, die die Sünderin verurteilt, als sie Jesus mit kostbarem Öl salbt.

Eine Skandalgeschichte in vielerlei Hinsicht, die am Sonntag Predigttext ist. Und eine befreiende Geschichte noch dazu: Wir müssen nicht jede heuchlerische Kritik ernst nehmen, sondern ihr besser frontal entgegen treten – und uns dabei von Jesus irritieren lassen, der provokant sagt: Wer viel liebt, dem wird viel vergeben.

Predigttext am Sonntag, 11. August, ist Lukas 7, 36-50.

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Israelsonntag

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Am Grab Davids in Jerusalem (Foto: privat)

Mit zunehmendem Alter kann man entweder zynisch werden oder suchen, was einem an Neuem doch noch positiv überraschen kann. Das geht mir mit dem Thema „Israel“ so.

Dem Gedenken an Israel ist der kommenden Sonntag in unserer Kirche gewidmet, ein brisantes Thema. Theologisch und historisch bemüht man sich redlich um eine Aufarbeitung des christlich begründeten Antisemitismus. Und dann liest man aber heute wieder Aufrufe zum Boykott jüdischer Produkte, und hört die immer gleichen einseitigen und in aller Regel auch sachlich falschen Urteile über die Politik Israels.

Da stimmt es doch positiv, wenn Jugendliche sich da nichts mehr weiß machen lassen, sondern lieber direkte Begegnung mit Israelis suchen, so wie die Pfadfinder in Heilbronn, die seit 11 Jahren ihre Kontakte zu den Pfadfindern in Holon bei Tel Aviv pflegen.

Es ist doch ganz einfach: Man sollte den kennen, über den man eine Meinung hat, und am besten nicht über ihn, sondern mit ihm reden.

Predigttext am Israelsonntag, 4. August 2013 ist Jeremia 7, 1-11.

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Nur was einem wirklich wichtig ist, zählt.

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Wer im drögen Acker des Lebens eine Perle vermutet, muss sie suchen. (Foto: Treiber)

Für meine Kinder würde ich alles tun! Die meisten Eltern würden diesen Satz wohl unterschreiben. Nur was einem wirklich wichtig ist, zählt. Wenn wir jemanden lieben, dann gibt es nichts wichtigeres, weil darin unser Seelenheil liegt. So wie es auch dem Menschen ergeht, der in einem Gleichnis Jesu alles verkauft, was er hat, um einen Acker zu erwerben, auf dem das Wichtigste für ihn ist, ein Schatz. Wer den Glauben für eine besserwisserische Handlungsanweisung hält, die vorschreibt, was wir zu tun und zu lassen habe, wird hier irritiert sein. Ein Kapitalist gibt hier Geld aus, nicht für Arme, sondern für eine Perle, und wird dafür von Jesus gelobt? Wir bevorzugen das eigene Kind, ganz parteiisch und eindeutig gegen jede Gerechtigkeit? – Wer Glaube aber als das versteht, was uns die Unendlichkeit fühlen lässt, die unendliche Verbundenheit mit unseren Kindern, die unendliche Bedeutung der Liebe, die nach biblischem Verständnis sogar Gott ist, der wird zu dem Kapitalisten, der die kostbare Perle kauft, sagen: Das machst du genau richtig!

Predigttext am Sonntag, 28. Juli 2013, ist Matthäus 13, 44-46.

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Von der oft sinnlosen Frage danach, wer schuld ist

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Aus dem Dunkel hinauf ans Licht – wie hier im Olympiastadion in Montreal. (Foto: Treiber)

Die Frage, wer schuld ist, ist oft die erste, die gestellt wird, selbst einem Blinden wie in der Geschichte, die am Sonntag Predigttext ist. Da muss er selbst oder müssen seine Eltern doch gesündigt haben, denken die Leute. Dass das Unsinn ist, sagen wir heute leicht. Aber in vielen anderen Fällen kleben auch wir regelrecht an der Frage nach der Schuld, die nicht weiter führt. Jesus dagegen sieht in der Begegnung mit dem Blinden eine Möglichkeit, weiter zu kommen. Gegenwärtige Probleme werden eben nicht gelöst, indem man nach der Schuld fragt, sondern indem man sie als Herausforderungen sieht und als Möglichkeiten, daran zu wachsen und, so Jesus, zu seinem Glauben zu finden.

Predigttext am Sonntag, 21. Juli 2013, ist Johannes 9, 1-7.

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Probleme sind dazu da, sie zu lösen

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Micha Ullman: Stufen – St. Matthäuskirche Berlin (Foto: Treiber)

Viele Menschen, die vergessen haben, sich etwas zum Essen mitzubringen; überforderte Helfer bei der Großveranstaltung und eine gelassen bleibende Hauptperson. Die Geschichte von der Speisung der 5.000 bringt es auf den Punkt: Glaube verändert die Welt, weil Menschen, die glauben, frei genug sind, die Welt anders zu sehen – und auch angesichts von Herausforderungen gelassen bleiben können. Probleme sind schließlich dazu da, sie zu lösen. Beim Klagen sollte man nicht stehenbleiben.

Predigttext am Sonntag, 14. Juli 2013 ist Lukas 9, 10-17.

Pfarrer Treiber predigt jeden Sonntag um 9:30 Uhr in der Matthäuskirche in Heilbronn-Sontheim

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Fürchte dich nicht!

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Furcht ist häufig unbegründet – zum Beispiel die vor dem Fliegen. (Foto: Treiber)

„Fürchte dich nicht!“ ist einer der Sätze, der in der Bibel am häufigsten vorkommt. Ich finde, wer darauf hören kann, hat wirklich das große Los gezogen: Furchtlos leben, also sich von all den Unwägbarkeiten des Lebens nicht die Freude am Leben nehmen lassen; sich nicht immer das Schlimmste ausmalen, sondern das kleinste Gute als Möglichkeit zu nutzen; sich nicht lähmen lassen von der Frage, ob das jetzt richtig, sinnvoll und gut ist, sondern etwas tun und abwarten, was passiert. Oder ganz einfach: Sich die Furcht durch die Liebe nehmen zu lassen. Das ist Glaube.

Predigttext am kommenden Sonntag, 7. Juli 2013 ist Jesaja 43, 1-7.

Pfarrer Treiber predigt jeden Sonntag um 9:30 Uhr in der Matthäuskirche in Heilbronn-Sontheim.

 

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Harter Tobak

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Fenster der Kilianskirche (Entwurf – Xenia Hausner) – Foto: privat

Harter Tobak am kommenden Sonntag!

Im Predigttext fordert Jesus dazu auf, Frau/Mann und Kinder zu hassen und sich von allem loszusagen. Da ist entweder die ganze Kunst eines Theologen gefordert, den Text dialektisch umzudeuten – oder einfach zu sagen: Das geht mir zu weit. Und ich bin sicher, dass Gott Verständnis dafür hat, dass ich das nicht verstehen kann.

Ein anderer Satz berührt mich dagegen tief: Wir sollen unser Kreuz auf uns nehmen. Für mich heißt das lernen, unser Schicksal anzunehmen, und unser Leben, wie es ist, zu bejahen, auch dann, wenn etwas in ihm nicht gut ist.

Predigttext am kommenden Sonntag ist Lukas 14, 25-33

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Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein

SteinSchuldig! Keine Frage! Manchmal ist das Urteil klar, manchmal fällt es leicht, andere mit Beschuldigungen und Verurteilungen zu bewerfen, mit Schmutz oder noch Schlimmerem. „Ich bin gut!“ heißt es. „Das sieht man doch schon daran, dass die anderen so Böses getan haben.“ Dann wird der geständige Steuerflüchtling schon mal an die Zeitung verraten, und der Politiker muss wegen eines geschenkten Bobby-Cars um sein Amt kämpfen. Es ist so einfach, andere schlecht zu machen. Aber „wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein“, heißt es im Predigttext am kommenden Sonntag. Den Nachsatz darf man allerdings auch nicht vergessen, der zu der Ehebrecherin dort gesagt wird: „Sündige hinfort nicht mehr!“

Predigttext am kommenden Sonntag ist Johannes 8, 3 bis 11.

Pfarrer Treiber predigt jeden Sonntag um 9:30 Uhr in der Matthäuskirche in Heilbronn-Sontheim.

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Am Ende fallen alle Masken

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(Foto: Treiber)

Ein hässlicher Geschäftemacher; damit steht man auf der schwarzen Liste der Menschen, die sich für gut halten. Das ist heute nicht anders als zur Zeit Jesu. Zachäus hieß der Mann, der damals von allen verachtet und geschnitten wurde. Und ausgerechnet ihm widmet Jesus seine Zeit. Ganz ohne Vorbedingungen. Und siehe da, am Ende fallen alle Masken.

Wie gut täte das auch unserem Leben!

Predigttext am Sonntag, 16. Juni 2013 ist Lukas 19, 1-10.

Pfarrer Matthias Treiber predigt jeden Sonntag um 9:30 Uhr in der Matthäuskirche in Heilbronn-Sontheim.

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