Einfach Gutes tun, ganz ohne Zwang

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Gottes Gebote sind keine starren Prinzipien, sondern müssen dem Menschen dienen – wie die Mose-Actionfigur mit dem Hirtenstab. (Foto: Treiber)

Man tut etwas, weil es als richtig erkannt worden ist – koste es, was es wolle. Das ist das Prinzip der Pflichtenethik, begründet von Immanuel Kant, der, wie er selbst sagte, sogar lieber einen Freund an dessen Feinde verraten würde als zu lügen, den Lügen ist verboten.

Während dieses Prinzip die europäische Philosophie und Politik nachhaltig prägt, gehen die Briten und Amerikaner da pragmatischer an die Sache heran. Man tut, was nützt und geht. Die frommen Amis sind dabei, kein Wunder, näher an der Bibel dran. Denn auch für Jesus sind Gebote kein Selbstzweck, sondern haben nur eine Berechtigung, wenn sie konkreten Menschen nützen.

Menschenfreundlich daran ist übrigens nicht nur die Begründung, sondern auch die Folge, die sich im persönlichen Verhalten und in der Politik zeigen. Man versucht nicht, andere besserwisserisch zu belehren oder per Verordnung dazu zu zwingen, das Richtige zu tun, sondern man tut anderen Gutes – einfach, weil Gott das will, dass es Menschen gut geht.

Predigttext am Sonntag, 13. Oktober 2013, ist Markus 2, 23-28.

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Ein Morgen ohne Sorgen?

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Der Berg der Bergpredigt in saftigem Grün
(Foto: Treiber)

Der Predigttext für nächsten Sonntag tut zunächst richtig gut – und dann sticht er einen gewaltig. Wir sollen uns keine Sorgen machen um unser Essen und unsere Nahrung; denn was kann uns schon passieren, Gott sorgt doch für uns.

Klingt sehr befreiend, aber dann merken wir doch, dass wir uns neben allem Gottvertrauen eben doch um unser Auskommen sorgen und um unsere Gesundheit, um unsere Familie und um uns.

Verwerflich kann das ja nicht sein. Aber Jesus ist ja auch kein Moralapostel, der einem einen sorgenfreien Tag pro Woche vorschreiben will, sondern der Heiland, der uns rettet – vor unseren Ängsten und vor all den Sorgen, die wir uns selbst machen. Jeder Tag habe seine eigenen Probleme, sagt er. Und mit Gottvertrauen werden wir sie lösen.

Predigttext am Erntedankfest ist Matthäus 6, 19-24

 

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Man darf lügen

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Auch Immanuel Kant lag mal völlig daneben…. (Foto: wikipedia commons / genaue Angabe dort)

Darf man lügen, um ein unschuldiges Menschenleben zu retten? Natürlich nicht! Man muss immer die Wahrheit sagen, forderte der hoch verehrte deutsche Philosoph Immanuel Kant, und meinte, er würde sogar einen unschuldig Verfolgten seinen Häschern ausliefern, wenn diese nach ihm fragen.

So ein Quatsch! Im Mittelpunkt von Geboten muss immer der Mensch stehen. Wir sollen etwas nicht aus Prinzip tun, sondern damit es anderen nützt. Und wer aus Liebe etwas tut, handelt nie verwerflich. So hat Martin Luther die einzelnen Gebote erklärt, über die am Sonntag in den Kirchen gepredigt wird.

Allerdings, dies muss angefügt werden, sind viel weniger Notlügen nötig, als man denkt. 😉

Predigttext am kommenden Sonntag, 29. September 2013 sind die Zehn Gebote (2. Mose 20, 1-17)

Pfarrer Treiber predigt jeden Sonntag um 9:30 Uhr in der Matthäuskirche in Heilbronn-Sontheim. 

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Die Welt mit neuen Augen sehen

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Manchmal verziehen sich die dunklen Wolken und der Himmel wird blau. (Foto: Treiber)

Manchmal erscheint die Welt als Abfolge des immer Gleichen, manchmal ist sie grau und manchmal ein schwerer Stein, den wir täglich auf einen Berg rollen müssen. Dann gelingt es uns aber immer wieder, die Augen zu öffnen und die Welt anders zu sehen, als Ort für unser Leben, wo Menschen sind, die uns mögen, Aufgaben, die uns erfüllen, Freuden, die unbeschreiblich sind. Zwischen beiden Extremen schwanken wir, und Jesus erscheint im Predigttext des kommenden Sonntags als der, der unseren Blick hoffnungsfroh nach vorne lenkt. Glücklich, wer sich darauf einlassen kann!

Predigttext am kommenden Sonntag ist Johannes 9,  35 – 41.

Pfarrer Treiber predigt jeden Sonntag um 9:30 Uhr in der Matthäuskirche in Heilbronn-Sontheim.

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Glauben heißt vertrauen

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Blick aus einem Grab in Jerusalem (Foto: Treiber)

Glauben heißt nicht, dass man etwas für wahr hält, wovon man im Innersten doch nicht überzeugt ist. Glaube ist keine Leistung, sondern Glauben heißt, Vertrauen auch da zu haben, wo dies dem Leben gut tut, aber die Beweise fehlen. Mit diesen Überlegungen im Kopf, fällt es vielleicht leichter, sich auf die Legende vom Jüngling zu Nain einzulassen, den Jesus von den Toten auferweckt. Streit ob oder ob nicht ist unwichtig. Was zählt ist das Vertrauen, dass Leben und Liebe stärker sind als der Tod.

Für Interessierte: Predigttext am kommenden Sonntag, 15. September 2013, ist Lukas 7, 11-17.

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Gesundes Gottvertrauen tut gut

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(Foto: Ischinger)

Dass Glaube Berge versetzen kann oder wie im Predigttext für diesen Sonntag wenigstens einen großen Baum, ist zum Sprichwort geworden. Kein Schlechtes, finde ich. Natürlich kann man sich über seine Möglichkeiten auch nur etwas vormachen, und vor Illusionen sollte man sich hüten. Aber meist ist mehr möglich, als man denkt: Aus dem Schulversager kann ein lieber Vater werden; die Frau mit dem seltsamen Getue kann sich als liebe Nachbarin entpuppen und wo wir glaubten, vor dem Nichts zu stehen, oder vor einer schwarzen Mauer, zeigen sich plötzlich zarte Pflänzchen der Liebe oder ein Weg, der das Leben in eine interessante Richtung führt. Gesundes Gottvertrauen tut gut – und manchmal verändert es die Welt.

Predigttext für kommenden Sonntag, 8. September, ist Lukas 17, 5+6

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Stairway to Heaven

Himmelsleiter

Martin Puryear, Ladder for Booker T. Washington,
Modern Art Museum of Fort Worth
(Foto: Treiber)

Die Stairway to Heaven bestimmt den nächsten Sonntag in den Predigten, die Himmelsleiter, die nächtens dem Jakob erscheint, der auf der Flucht vor seinem Bruder ist, den er betrogen hat.

Während der Song von Led Zeppelin allerdings in mystischer Unklarheit bleibt, führt der Traum des Jakob zu Klarheit: Gott ist mit uns, auch wenn wir Mist bauen.

Darauf zu vertrauen lernt man, wenn man auf die Zeichen achtet, die Gott uns schickt. Manchmal sind das Träume, häufig Bibeltexte und in der Regel andere Menschen, die uns in Liebe begegnen.

Predigttext am kommenden Sonntag ist 1.Mose 28, 10-19a

Pfarrer Treiber predigt jeden Sonntag um 9:30 Uhr in der Matthäuskirche in Heilbronn-Sontheim.

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Tue Gutes und rede nicht darüber

Foto am 19.08.13 um 18.06Es kommt nicht darauf an, was andere von uns denken, sondern wie wir vor uns selbst und unserem Glauben und Gewissen dastehen. Wer Gutes tut und das laut heraus posaunt, ist nach dem, was Jesus sagt, jedenfalls ein Heuchler. Das klingt einsichtig. Wenn es darum geht, dass wir unser Leben sinnvoll führen, geht es eben darum, wer wir sind, und nicht wie wir erscheinen. + Die andere Seite bleibt aber zu ergänzen: Wenn andere sich mit ihren guten Taten brüsten, sollten wir auf den oft ebenso heuchlicherischen Beifall verzichten. Zumal auch die „heiligsten“ Menschen ihre dunklen und schwachen Seiten haben. Es genügt, das Richtige zu tun. Mehr muss nicht sein.

Predigttext am kommenden Sonntag, 25. August 2013 ist Matthäus 6, 1-4

Pfarrer Treiber predigt jeden Sonntag um 9:30 Uhr in der Matthäuskirche in Heilbronn-Sontheim.

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Die Zukunft ist unser Land

Es wird hell und die Zukunft ist unser Land. (Foto: Treiber)

Ein Blinder wird sehend und kann nicht mehr zurück in sein Dorf. So könnte man die Geschichte über Jesus zusammenfassen, die am Sonntag Predigttext ist. Glaube macht tatsächlich sehend. Man erkennt, was wirklich wichtig ist, sieht manches anders – aber dann kann man nicht mehr so einfach zurück. Der Glaube blickt immer nach vorne, dahin, wo Hoffnung liegt und gebraucht wird. Das verändert das Leben, immer wieder. Schön ist es, wenn wir bei diesem neuen Blick dann nicht allein dastehen, sondern unsere Liebsten mit uns sind, wenn wir in die Zukunft gehen, die für uns Christen unser Land ist.

Predigttext am Sonntag, 18. August 2013, ist Markus 8, 22-26.

Pfarrer Treiber predigt jeden Sonntag um 9.30 Uhr in der Matthäuskirche in Heilbronn-Sontheim.

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Salböl, Bobbycar und Bayern München

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Heuchlerisch: Erst im Stadion jubeln und sich sich dann öffentlich empören. (Foto: Treiber)

Darf man das, luxuriöse Geschenke annehmen von Leuten, die es vielleicht aus fragwürdigen Quellen haben? Dabei geht es nicht um einen Bobbycar für den Sohn des Bundespräsidenten, sondern das klingt fast wie der aktuelle Fall eines Fußball-Managers, den der Verdacht auf Steuerhinterziehung zum Hassobjekt Nummer eins in Deutschland gemacht hat, obgleich man doch zuvor seine guten Taten so gerne angenommen hat.

Was gerecht und ethisch richtig klingt, ist jedenfalls oft nur Heuchelei, gemischt zumeist mit Neid und viel Selbstgerechtigkeit. Jesus durchschaut auf Anhieb, worum es der Kritik geht, die die Sünderin verurteilt, als sie Jesus mit kostbarem Öl salbt.

Eine Skandalgeschichte in vielerlei Hinsicht, die am Sonntag Predigttext ist. Und eine befreiende Geschichte noch dazu: Wir müssen nicht jede heuchlerische Kritik ernst nehmen, sondern ihr besser frontal entgegen treten – und uns dabei von Jesus irritieren lassen, der provokant sagt: Wer viel liebt, dem wird viel vergeben.

Predigttext am Sonntag, 11. August, ist Lukas 7, 36-50.

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