22-07-2020 – Tag der Hängematte

Den Tag heute gönne ich uns, heute ist weltweit der Tag der Hängematte. Und während in vielen anderen Ländern die Hängematte eine übliche Schlafgelegenheit ist, verbinde ich sie hierzulande eher mit Freizeit und Urlaub. Gespannt zwischen zwei Bäumen im Garten liegt man so eingespannt und labil darinnen, dass man nur eines tun kann. Nichts.

Können Sie das? Gar nichts tun? Ich glaube, das muss man regelmäßig üben, mindestens einen halben Tag in der Woche – und im Sommerurlaub mindestens täglich zwei Stunden.

Smartphone beiseite legen, unerledigtes unerledigt sein lassen, die Augen schließen.

Die Hängematte ist für mich ein gutes Mittel, das zu lernen. Wenn man mal drin liegt, kann man nicht schnell mal aufstehen und noch geschwind was zu holen. Guter Tag heute, der Tag der Hängematte.

Ihr Pfarrer
Matthias Treiber

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21-07-2020 – Gedenktag für Drogentote

Heute ist ein trauriger Gedenktag, der noch dazu wohl nicht so sehr bekannt ist: Der nationale Gedenktag für verstorbene Drogentote. 1.300 Menschen sind im vergangenen Jahr an illegalen Drogen gestorben. Dazu rechnen muss man wohl auch die mindestens 74.000 Menschen, die infolge Alkoholmissbrauchs gestorben sind, und diejenigen, die durch Medikamentenmissbrauch umkommen.

Menschen, die wohl irgendwie ihr Leben nicht auf die Reihe gebracht haben, daran gescheitert sind, jemand hat mal gesagt: „Die zu schwach zum Leben waren.“ Auch wenn einzelne davon sich vielleicht besonders stark aufführen und selbst rücksichtslos gegenüber anderen sind. Schicksale, neben denen man oft fassungslos steht. Und viel zu oft auch hilflos.

So ist der Gedenktag für die Drogentoten heute auch eine Erinnerung daran, auf welch dünnem Eis manche von uns leben. Deshalb umso mehr die Bitte für uns alle: Gott behüte uns.

Pfarrer Matthias Treiber

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20-07-2020 – Reisen in diesem Jahr

Sommerzeit ist Ferienzeit ist Reisezeit. Diese Gleichung galt seit Jahrzehnten in Deutschland. Nur in diesem Jahr nicht. Zwei Drittel der Deutsche wollen diesen Sommer gar nicht verreisen, und von den Reisenden wird ein großer Teil wohl in Deutschland bleiben.

Dabei gilt doch der Satz von Augustinus nach wie vor: „Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon.“ Man muss die Welt mit eigenen Augen sehen. Fernsehen ist kein Ersatz. Reportagen haben einen vorgegebene Blickwinkel. Und das lehrreiche Gefühl, in der Fremde zu sein, stellt sich eben nur ein, wenn man tatsächlich in der Fremde ist.

Was bleibt also dieses Jahr? Vielleicht hier das Fremde suchen. Das wird bei jedem anders sein, aber andere Seiten der Welten lassen sich auch hier aufschlagen. Man muss eben nur mal seine Wohlfühlzone verlassen. Neukölln statt Potsdam; Ludwigshafen statt Heidelberg und zum Essen mal in ein Lokal mit einer Nationalküche, von der man keine Ahnung hat- und den Wirt fragen, was er empfiehlt. 

Und so erkennen, dass Deutschland nicht der Nabel der Welt ist, sondern nur eine von vielen schönen Seiten in diesem Buch, das die Welt ist.

Bleiben Sie behütet!
Ihr Pfarrer
Mathias Treiber

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18-07-2020 – Mandela-Tag

Heute ist Nelson-Mandela-Tag. Alljährlich am 18. Juli wird damit an den südafrikanischen Freiheitskämpfer erinnert, der mit für den friedlichen Übergang nach dem Ende des Apartheidregimes in Südafrika sorgte. 28 Jahre hatte im Gefängnis verbracht. 

Danach schrieb er: „Während dieser langen, einsamen Jahre wurde aus meinem Hunger nach Freiheit für mein eigenes Volk der Hunger nach Freiheit aller Völker, ob weiß oder schwarz.“ Und: „Um frei zu sein genügt es nicht, einfach nur die Ketten abzuwerfen, sondern man muss so leben, dass man die Freiheit des anderen respektiert und fördert.“

Darum geht es, ganz einfach: Es muss egal sein, ob jemand weiß oder schwarz ist – und zur Freiheit gehört es, auch die Freiheit der anderen zu achten.

Ihr Pfarrer
Matthias Treiber

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17-07-2020 – 100

Das ist der hundertste Video-Clip von mir in diesen Coronazeiten. Am 15. März gab’s die Nummer eins, als „Gedanken für zuhause“. Inzwischen ist es Sommer geworden und was in 100 Tagen sein wird, weiß niemand. 

Und wie wollen Sie mit 100 Jahren leben? Das wurden Schüler gefragt, und die kleine Emma Knight hat darauf geantwortet: „ Wenn ich hundert Jahre alt bin, werde ich von allem und allen müde sein. Ich werde sagen, das ich nach Kanada ziehe, gehe aber tatsächlich auf die Bahamas, lebe in einer kleine Hütte mit meinem kleinen Hund. Ich bestelle Fisch-Tacos, wenn ich hungrig bin, und habe das beste Leben ohne Mist.“

Nun mit 100 wird es vermutlich nicht so sein, aber man kann ja heute schon anfangen, ein Leben ohne Mist zu leben. Alles etwas gelassener angehen lassen wie in einer Hütte auf den Bahamas, und sich von anderen nicht ermüden zu lassen, sondern einmal nur das zu tun, was einem selbst gut tut. Dazu ist der Sommer doch da, oder?

Ihr Pfarrer
Matthias Treiber

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16-07-2020 – 85 Jahre Parkuhren

Der heutige Gedenktag wir manchen Autofahrern nicht gefallen. Am 16. Juli 1935 wurde in Oklahoma City die erste Parkuhr aufgestellt. Aber ich möchte nicht schimpfen. In den Innenstädten ist der Parkraum knapp, und eine Parkuhr ist wohl die gerechteste Art, ihn zu verteilen.

Erfinder der Parkuhr ist Carl Magee, der hauptberuflich ein erfolgreicher Journalist war. Von ihm stammt das Motto „Erleuchte die Menschen und sie werden ihren eigenen Weg finden.“

Seinen Optimismus finde ich gut, dass Menschen richtig handeln, wenn man ihnen mit Vernunft und Wahrheit begegnet. So ist es meistens. Letzte Woche habe ich von einer Studie gehört, dass Menschen sich immer noch sehr gut gegen fake news wehren können. Unsinn glauben nur wenige – und die meisten Menschen handeln recht vernünftig.

Nur beim Parken, da braucht’s wohl eine Uhr, die langsam abläuft.

Seien Sie behütet!

Ihr Pfarrer
Matthias Treiber

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15-07-2020 – Zwölfbotentag

Von dem heutigen Gedenktag hatte ich auch noch nicht gehört, der 15. Juli ist der Zwölfbotentag. Er erinnert in der Katholischen Kirche an die Aussendung der zwölf Apostel.

Klar, die Geschichten der Aussendung der einzelnen Jünger basieren nur auf Legenden, die sich kaum in der Bibel oder sonstwo richtig belegen lassen. Aber die Geschichte ist doch schön: Zwölf Apostel trennen sich, jeder geht in einen anderen Teil der Welt, um die Botschaft Jesu von Liebe und Gerechtigkeit und Freiheit zu verbreiten.

Historisch belegt ist immerhin, dass die Jünger Jesu nicht in ihren Dörfern sitzengeblieben sind, sondern tatsächlich unterwegs waren, manche nur im eigenen Land, andere kamen bis nach Rom. Und waren mit ihrer Verkündigung ziemlich erfolgreich.

Im Mittelalter begann mit dem Zwölfbotentag übrigens die Ernte. Aber natürlich erst am Tag danach, den am 15. Juli ging man nicht arbeiten, sondern in die Kirche.

Seien Sie behütet!

Ihr Pfarrer
Matthias Treiber

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14-07-2020 – 200 Jahre Pikes Peak

Heute vor 200 Jahren, am 14. Juli 1820 wurde erstmals der Pikes Peak in Colorado

bestiegen, von Edwin James, einem Botaniker, der auch die Bibel übersetzt hat. Der Berg galt als unbezwingbar, obwohl er nur 4.301 Meter hoch ist.

Nur 4.300 Meter? Als ich vor zwei Jahren auf dem Gipfel stand, ist mir ziemlich schnell die Luft weggeblieben und wir haben den Ort bald wieder verlassen. Mit dem Auto übrigens, eine Straße führt bis hinauf auf das kleine Plateau auf dem Gipfel.

In den letzten Woche habe ich oft daran denken müssen. Was damals für mich ein interessante Reise-Erfahrung war, Sauerstoff-Knappheit – ist heute in Corona-Zeiten für zahlreiche Menschen eine tödliche Bedrohung. Für Leute, die infiziert sind und beatmet werden müssen, und für chronisch Atemwegskranke, die sich keinesfalls infizieren dürfen. 

Ich werde deshalb weiterhin eine Maske tragen, wenn ich unter Menschen bin.

Seien Sie behütet!

Ihr Pfarrer
Matthias Treiber

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13-07-2020 – Hol(l)ywood

Das Zeichen kennt jeder, Hollywood. Am 13. Juli 1923 wurde es nördlich von Los Angeles auf den Hollywood Hills montiert, um für Grundstücksverkäufe zu werben.„Hollywoodland“ hieß es damals noch. Aus der Brache wurde ein Stadtteil und so entfernte man 1949 die letzten vier Buchstaben. „Hollywood“ steht nun über der Filmmetropole in 14 Meter hohen Buchstaben.

Ein Bild, das jeder kennt. Ein ewiges Zeichen. Ikone nennt man das. Planen und machen kann man so etwas nicht. Den Eiffelturm wollte man auch nach der Weltausstellung in Paris wieder abreißen. Aber Provisorien habe oft das Zeug zu Großem. Die Zukunft ist nicht planbar. Was morgen bleibt, weiß allein Gott.

Beim Hollywood-Zeichen hat man übrigens einmal ein „L“ entfernt, 1987, als Johannes Paul II. zu Besuch war. „Holywood – heilige Hügel“ stand da. Den Papst wird es gefreut haben.

Bleiben Sie behütet!
Ihr Pfarrer
Matthias Treiber

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11-07-2020 – Bete und arbeite

Heute ist der Gedenktag des Heiligen Benedikt – übrigens auch in der Evangelischen Kirche. Seinen berühmtesten Satz kennen Sie bestimmt: Bete und arbeite. Ora et labora. – auch wenn der Satz erst Jahrhunderte später bewegt ist. Beides gehört zusammen. Beten, nachdenken, erkennen Und dann aber auch die Arbeit. Dass man etwas tut und schafft. Man muss schließlich von etwas leben.

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, heißt es in der Bibel. Aber vom Gebet alleine eben auch nicht. Deswegen wollte Benedikt keine Mönche, die anderen auf der Tasche lagen, sondern solche, die für ihren Lebensunterhalt auch arbeiteten. Landwirtschaft betrieben oder Bücher abschrieben. Und vor allem organisierte Benedikt als erstes die Pflege in den Klöstern, war also fast so etwas wie der Begründer des ersten Krankenhauses.

Grund genug, auch für uns Evangelische, dass wir uns heute an ihn erinnern.

Ihr Pfarrer
Matthias Treiber

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